Die Kosten einer Dachsanierung liegen in Deutschland 2026 zwischen 50 und 560 Euro pro Quadratmeter – je nach Material, Dachform und Sanierungsumfang. Für ein typisches Einfamilienhaus mit 150 m² Dachfläche bedeutet das Gesamtkosten von rund 15.000 bis 84.000 Euro. Mit BAFA-Förderung lassen sich bis zu 12.000 Euro einsparen.
Was kostet eine Dachsanierung? – Schnellantwort nach Sanierungsumfang
Preise pauschal nennen ist einfach. Praxis ist anders. Das Größte, was den Endpreis bestimmt: Wie viel muss tatsächlich gemacht werden? Eine undichte Stelle nach einem Hagelschaden kostet ein Zehntel einer Komplettsanierung mit Dachstuhl. Die Tabelle zeigt realistische Spannen aus abgerechneten Projekten.
| Sanierungsumfang | Kosten pro m² (inkl. Material & Arbeit) | Beispiel 150 m² Dach |
|---|---|---|
| Nur Dacheindeckung (ohne Dämmung) | 50–120 € | 7.500–18.000 € |
| Eindeckung + Zwischensparrendämmung | 100–200 € | 15.000–30.000 € |
| Eindeckung + Aufsparrendämmung | 150–250 € | 22.500–37.500 € |
| Komplettsanierung inkl. Dachstuhl | 250–560 € | 37.500–84.000 € |
| Nur Dachdämmung (oberste Geschossdecke) | 20–50 € | 3.000–7.500 € |
| Teilreparatur / einzelne Ziegel | 30–80 € (pauschal 200–2.000 €) | je nach Schadensumfang |
Quelle: Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI), 4. Quartal 2025. Statistische Mittelwerte aus ausgeschriebenen und abgerechneten Projekten, Bruttopreise. Regional- und saisonbedingte Abweichungen von bis zu 40 % sind normal.
Dachsanierung 160 m² – konkretes Rechenbeispiel
Ein Einfamilienhaus mit 160 m² Satteldach, Dachstuhl in Ordnung, Baujahr 1985. Geplant: neue Tonziegeleindeckung plus Aufsparrendämmung. Was kostet das realistisch?
| Position | Berechnung | Kosten |
|---|---|---|
| Neue Tonziegel-Eindeckung | 120 €/m² × 160 m² | 19.200 € |
| Aufsparrendämmung (24 cm, U-Wert 0,13 W/m²K) | 120 €/m² × 160 m² | 19.200 € |
| Gerüst, Unterdeckbahn, Lattung | pauschal | 5.200 € |
| Abriss und Entsorgung alter Eindeckung | 10 €/m² × 160 m² | 1.600 € |
| Brutto gesamt | 45.200 € | |
| BAFA-Förderung (20 % mit iSFP, max. 60.000 € Basis) | 20 % × 45.200 € | – 9.040 € |
| Eigenanteil nach Förderung | 36.160 € |
Das ist Mittelwert für Bayern oder Baden-Württemberg. Dieselbe Maßnahme in Sachsen oder Thüringen: ca. 32.000–38.000 € brutto, nach Förderung rund 26.000–30.000 €. Der regionale Unterschied beträgt realistisch 20–30 %.
Kosten nach Material – von Blechdach bis Schiefer
Die Materialwahl beeinflusst nicht nur den Preis, sondern auch die Lebensdauer und – bei Solardachziegeln und Metall – die künftige Nutzungsoption. Ein Dach mit 50-jähriger Haltbarkeit kann langfristig günstiger sein als das günstigste Material alle 30 Jahre.
| Material | Kosten pro m² (Material + Montage) | Lebensdauer | Dachneigung min. |
|---|---|---|---|
| Betonziegel / Betondachstein | 50–80 € | 30–50 Jahre | ab 22° |
| Tonziegel / Falzziegel | 70–120 € | 50–80 Jahre | ab 25° |
| Faserzement (Wellplatten, Schindeln) | 60–100 € | 40–60 Jahre | ab 15° |
| Bitumenschindeln | 30–65 € | 20–30 Jahre | ab 15° |
| Metall / Blechdach (Trapezblech) | 40–80 € | 30–50 Jahre | ab 7° |
| Metall / Stehfalzblech (Titanzink, Aluminium) | 80–180 € | 50–100 Jahre | ab 3° |
| Schiefer / Naturstein | 120–200 € | 80–150 Jahre | ab 25° |
| Reet / Stroh | 150–300 € | 25–40 Jahre | ab 45° |
| Solardachziegel (PV-integriert) | 200–450 € | 25–30 Jahre | ab 20° |
Praxis-Hinweis zum Blechdach: Stehfalzblech aus Titanzink oder Aluminium ist die bevorzugte Wahl für flache Steildächer (unter 20° Neigung), Gauben und moderne Architektur. Der Materialpreis liegt höher als Betonziegel – aber es gibt keine losen Ziegel nach Sturm, keine Moosbildung und kaum Wartungsaufwand.
Dach dämmen: Aufsparren-, Zwischen- oder Untersparrendämmung?
Das ist die Entscheidung mit dem größten Einfluss auf Kosten, Aufwand und Ergebnis. Die richtige Wahl hängt davon ab, was am Dach sowieso passiert – und ob das Dachgeschoss beheizter Wohnraum ist.
| Dämmvariante | Kosten pro m² (inkl. Montage) | Wann sinnvoll? | U-Wert erreichbar |
|---|---|---|---|
| Aufsparrendämmung | 90–150 € | Beste Lösung bei gleichzeitiger Neueindeckung. Kein Raumhöhenverlust. BAFA-förderfähig. | ≤ 0,14 W/(m²K) |
| Zwischensparrendämmung | 50–100 € | Wenn Dach nicht neu gedeckt wird. Günstigere Option. Oft nicht allein ausreichend für U-Wert 0,14. | ≤ 0,18–0,24 W/(m²K) |
| Zwischensparren + Untersparren (kombiniert) | 70–130 € | Wenn alte Sparren nur 12–14 cm tief sind. Kombination erreicht BAFA-Mindeststandard. | ≤ 0,14 W/(m²K) |
| Untersparrendämmung | 30–80 € | Nachträgliche Lösung von innen. Reduziert Raumhöhe. Nur als Ergänzung empfohlen. | ≤ 0,20 W/(m²K) |
| Einblasdämmung | 20–50 € | Für schwer zugängliche Konstruktionen oder unbeheizten Dachboden. Schnell, günstiger. | ≤ 0,16 W/(m²K) |
| Oberste Geschossdecke dämmen | 20–50 € | Wenn Dachboden unbeheizt bleibt. Günstigste energetische Maßnahme überhaupt. GEG-Pflicht seit 2024. | ≤ 0,14 W/(m²K) |
Für die BAFA-Förderung ist ein U-Wert von ≤ 0,14 W/(m²K) nach der Dämmung Pflicht. Alte Sparren mit nur 12 cm Tiefe reichen für eine reine Zwischensparrendämmung nicht aus – in diesem Fall braucht es die Kombination aus Zwischen- und Untersparren oder eine Aufsparrendämmung.
Kosten nach Dachform
Komplexe Dachformen mit Kehlen, Gauben oder mehreren Durchdringungen erhöhen den Arbeitsaufwand deutlich. Als Faustregel gilt: Jede Gaube bedeutet mindestens einen halben Tag Extraarbeit für den Dachdecker.
| Dachform | Aufpreis ggü. Satteldach |
|---|---|
| Satteldach | Basispreis (0 %) |
| Pultdach | ca. 5–10 % |
| Walmdach | ca. 20–30 % |
| Zeltdach / Mansarddach | ca. 25–35 % |
| Dach mit 3+ Gauben | ca. 15–25 % zusätzlich |
| Flachdach (Bitumen/EPDM) | separate Kalkulation: 80–200 €/m² |
Zusatzkosten, die oft vergessen werden
Fast jede Dachsanierung zieht Posten nach sich, die im ersten Angebot nicht auftauchen. Diese sollten von Anfang an im Budget eingeplant sein.
Gerüst: 8–20 €/m² Dachfläche je nach Gebäudehöhe. Für 150 m² Dach typischerweise 2.000–4.500 €. Wer sowieso Fassadenarbeiten plant: Gerüst kombinieren spart 30–40 %.
Entsorgung alter Eindeckung: 5–15 €/m² für normalen Abriss. Bei asbesthaltigen Wellplatten oder Dachpappe (Gebäude vor 1990): 30–60 €/m² – zusätzlich sind Spezialbetriebe und behördliche Meldung beim Landratsamt Pflicht. Das sollte vor jedem Angebot geklärt werden.
Dachrinnen und Fallrohre: 800–2.500 € für das gesamte Entwässerungssystem, je nach Dachform und Länge.
Dachfenster: 300–1.200 € pro Stück (Material + Einbau), Velux oder Roto im gehobenen Segment deutlich mehr. Bei gleichzeitiger Sanierung immer mit einplanen – der Handwerker ist sowieso vor Ort.
Dachstuhl-Reparatur: 1.500–8.000 € je nach Ausmaß feuchter oder morscher Balken. Vor der Beauftragung immer ein Gutachten einholen – Überraschungen nach Vertragsabschluss sind teuer.
Schornstein: Rückbau 1.000–3.000 €, Sanierung 500–4.000 € je nach Aufwand.
Photovoltaik: PV-Module lassen sich bei laufender Dachsanierung kosteneffizient integrieren. Gerüst und Handwerker sind ohnehin vor Ort. Die Mehrkosten für die Unterkonstruktion fallen deutlich niedriger aus als bei nachträglichem Einbau.
Reparatur oder Komplettsanierung? – So treffen Sie die richtige Entscheidung
Eine Dachinspektion durch einen Fachbetrieb kostet 150–400 € – und kann eine unnötige Komplettsanierung von 30.000 € verhindern. Oder sie stellt fest, dass eine Reparatur die Probleme nur verschiebt.
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| 1–5 beschädigte oder verschobene Ziegel nach Sturm | Teilreparatur (200–800 €) |
| Verstopfte oder beschädigte Dachrinne | Reparatur (300–1.200 €) |
| Lokale Undichtigkeit, Dach unter 30 Jahren alt | Abdichtung der Schadstelle prüfen |
| Dach älter als 40 Jahre, mehrere undichte Stellen | Komplettsanierung wirtschaftlicher |
| Starker Moosbefall auf großer Fläche | Neueindeckung, Moos greift Ziegel an |
| Fehlende oder schlechte Dachdämmung, hohe Heizkosten | Sanierung inkl. Dämmung – BAFA beantragen |
| Mehr als 30 % der Ziegel beschädigt | Komplettsanierung günstiger als Flicken |
| Dachstuhl feucht oder morsch | Zimmerer-Gutachten, dann Komplettsanierung |
Faustregel: Wenn die Reparaturkosten mehr als 30 % einer Neueindeckung ausmachen würden – sanieren. Die Förderung gibt es nur für die Komplettsanierung mit Dämmung, nicht für Flickarbeiten.
GEG 2026: Wann ist Dachdämmung gesetzlich Pflicht?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) macht die Dämmung in bestimmten Fällen zur gesetzlichen Pflicht – unabhängig davon, ob der Eigentümer das möchte oder nicht. Das betrifft mehr Hausbesitzer als gedacht.
Pflicht bei Neueindeckung: Wer mehr als 10 % der Dachfläche erneuert, muss gleichzeitig dämmen – auf U-Wert ≤ 0,24 W/(m²K). In der Praxis bedeutet das ca. 16–20 cm Mineralwolle.
Pflicht bei Kauf: Wer ein Gebäude kauft, das vor 2002 gebaut wurde, muss die oberste Geschossdecke oder das Dach innerhalb von zwei Jahren nach Eigentumsübergang dämmen – sofern beides noch ungedämmt ist.
Ausnahmen: Denkmalgeschützte Gebäude und Fälle wirtschaftlicher Unzumutbarkeit. Für beide muss ein schriftlicher Nachweis gegenüber der Baubehörde erbracht werden.
Wer die GEG-Pflicht ignoriert, riskiert Bußgelder und Probleme bei einer späteren Immobilienbewertung. Gleichzeitig eröffnet die Pflicht die Möglichkeit, BAFA-Förderung mitzunehmen – wer sowieso dämmen muss, kann das auch gefördert tun.
Dachsanierung Förderung 2026 – BAFA, KfW und Steuerbonus im Vergleich
Für energetische Dachsanierungen mit Dämmung stehen 2026 drei Förderwege offen. Die Wahl zwischen ihnen hängt von Projektgröße, Einkommenshöhe und davon ab, ob man ein Kredit oder einen direkten Zuschuss bevorzugt.
Weg 1: BAFA-Zuschuss (BEG EM) – der häufigste Förderweg
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude über das BAFA ist für die meisten Dachsanierungen die richtige Wahl. Wer nur das Dach saniert – nicht das ganze Haus – kommt hier am einfachsten zu Geld.
| Parameter | Ohne iSFP | Mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) |
|---|---|---|
| Fördersatz | 15 % | 20 % |
| Max. förderfähige Kosten | 30.000 € | 60.000 € |
| Maximaler Zuschuss | 4.500 € | 12.000 € |
| Technische Mindestanforderung | U-Wert ≤ 0,14 W/(m²K) nach der Dämmung | |
| Energieberater (EEE) erforderlich? | Ja – Pflicht | |
| Antragstellung | Vor Vertragsunterzeichnung über fms.bafa.de | |
| Bearbeitungszeit (Stand 2026) | ca. 2–3 Monate Bewilligung, 6–8 Wochen Auszahlung | |
Rechenbeispiel mit iSFP: Dachsanierung für 45.000 €. Mit Sanierungsfahrplan fördert die BAFA 20 % von max. 60.000 € = 9.000 € Zuschuss. Eigenkosten: 36.000 €. Ohne iSFP: 15 % von 30.000 € = 4.500 €.
Wichtig: Der Antrag muss vor Abschluss des Lieferungs- oder Leistungsvertrags gestellt werden. Ein Planungsvertrag mit Energieberater ist zulässig, ein Werkvertrag mit dem Dachdecker jedoch nicht. Wer zuerst unterschreibt, verliert den Förderanspruch vollständig.
Weg 2: KfW-Ergänzungskredit (Programme 358/359)
Kombinierbar mit dem BAFA-Zuschuss: zinsgünstiger Kredit bis 120.000 € pro Wohneinheit für die gleiche Maßnahme. Für Selbstnutzer mit Haushaltseinkommen bis 90.000 €/Jahr gibt es zusätzlich eine Zinsverbilligung von bis zu 2,5 Prozentpunkten. Das kann sich bei größeren Sanierungen deutlich rechnen.
Weg 3: KfW-Kredit 261 – bei Komplettsanierung zum Effizienzhaus
Wer nicht nur das Dach, sondern gleichzeitig Fassade, Fenster und Heizung saniert und damit einen Effizienzhaus-Standard erreicht, kommt für KfW 261 in Frage. Kredit bis 150.000 € (mit EE-Klasse), Tilgungszuschuss 5–45 % – je besser das Effizienzhaus-Niveau, desto höher der Zuschuss. Das KfW-261-Budget wurde 2026 um fast 60 % reduziert – wer eine Komplettsanierung plant, sollte nicht bis Q4 warten.
Weg 4: Steuerbonus §35c EStG – die Alternative ohne Energieberater
Wer keine Förderung beantragt hat oder für den iSFP keine Zeit war: 20 % der Sanierungskosten können über drei Jahre von der Einkommensteuer abgesetzt werden – maximal 40.000 € Steuerermäßigung pro Wohneinheit (7 %/7 %/6 % über drei Jahre). Kein Energieberater zwingend nötig. Förderung und Steuerbonus lassen sich nicht kombinieren – für Selbstnutzer mit hohem Grenzsteuersatz kann der Steuerbonus bei kleinen Sanierungen unter 15.000 € praktischer sein.
Solardachpflicht 2026: Was Hausbesitzer bei der Dachsanierung beachten müssen
Mehrere Bundesländer haben eine Solardachpflicht eingeführt, die auch bei Dachsanierungen greift. Wer das ignoriert, riskiert die Baugenehmigung oder nachträgliche Auflagen.
| Bundesland | Solardachpflicht bei Sanierung | Details |
|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen (NRW) | Ja, seit 01.01.2026 | Bei Vollerneuerung des Daches. progres.nrw fördert PV mit 45 %, max. 20.000 € |
| Baden-Württemberg | Ja, seit 2023 | Mindestens 60 % der geeigneten Dachfläche mit PV belegen |
| Hamburg | Ja, seit 2023 | Für Bestandsgebäude bei wesentlichen Dachsanierungen |
| Berlin | Ja, seit 2023 | Für Bestandsgebäude über 50 m² Dachfläche |
| Schleswig-Holstein | Seit 2024 | Bei Dachsanierungen an Nicht-Wohngebäuden |
| Bayern, Sachsen, Thüringen | Keine Pflicht | Freiwillig – EEG-Einspeisevergütung 7,86 ct/kWh (Stand Jan. 2026) |
Wer in einem Pflicht-Bundesland saniert und PV sowieso plant: Das Dach ist die teuerste Basis. Sie wird bei der Sanierung ohnehin erneuert. Die PV-Anlage kommt on top – das Gerüst steht schon, der Dachdecker ist ohnehin vor Ort.
Regionale Preisunterschiede: Bis zu 40 % zwischen Ost und West
Das ist kein kleiner Faktor. Der Lohnunterschied zwischen einem Dachdecker in München und einem in Erfurt beträgt realistisch 30–40 % – und macht bei einer 30.000-€-Sanierung schnell 8.000–12.000 € Unterschied aus.
| Region | Stundenkosten Dachdecker (Endkunde) | Preisniveau gesamt |
|---|---|---|
| Bayern, Baden-Württemberg | 65–90 €/h | +20 bis +30 % über Bundesschnitt |
| Hamburg, Berlin | 60–80 €/h | +10 bis +20 % |
| NRW, Hessen, Niedersachsen | 50–70 €/h | Bundesschnitt |
| Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern | 40–55 €/h | –15 bis –25 % |
| Sachsen, Thüringen | 35–50 €/h | –20 bis –30 % |
Quelle: IG-BAU-Tarif Dachdecker 2024–2026; Stundensatz Dachdecker-Geselle 21,12 €/h (2024), 23,28 €/h ab Oktober 2026. Endkundenpreise beinhalten Materialaufschlag, Gemeinkosten und Gewinn.
Der Baupreisindex für das Gewerk Dachdecken lag im November 2025 bei +4,5 % gegenüber Vorjahr – über dem allgemeinen Baupreisanstieg. Wer die Sanierung aufschiebt, zahlt in der Regel jedes Jahr mehr.
Kosten sparen bei der Dachsanierung – 6 Tipps aus der Praxis
1. Mindestens 3 Angebote einholen, mit identischer Leistungsbeschreibung. Preisunterschiede von 20–30 % zwischen seriösen Betrieben sind bei Dacharbeiten normal. Das Angebot muss Gerüst, Entsorgung und Lattung klar benennen – Lücken im Angebot werden zum Problem.
2. Herbst und Winter als Zeitfenster nutzen. Dachdecker sind in diesen Monaten weniger ausgelastet. Das bedeutet schnellere Terminvergabe und – wenn verhandelbar – günstigere Preise als im Frühjahr.
3. BAFA-Antrag immer vor Vertragsunterzeichnung stellen. Das ist der häufigste Fehler. Eine nachträgliche Beantragung ist ausgeschlossen. Der Energieberater sollte vor dem ersten Gespräch mit dem Dachdecker kontaktiert werden.
4. iSFP erstellen lassen, wenn die Sanierungskosten über 22.500 € liegen. Der iSFP kostet ca. 800–1.500 €, erhöht den Fördersatz aber von 15 % auf 20 % und verdoppelt die förderfähige Kostenbasis auf 60.000 €. Ab dieser Projektsumme rechnet sich der Fahrplan.
5. Synergien nutzen. Gerüst, Handwerker und Genehmigungen kosten immer. Wer Dachfenster, Gauben, PV oder Solarthermie plant, sollte das gleichzeitig machen – nicht in zwei separaten Projekten.
6. Asbest vor Angebotserstellung klären. Bei Gebäuden vor 1990: vor dem ersten Handwerkertermin klären, ob asbesthaltige Materialien vorhanden sind. Das verändert die Entsorgungskosten und die Betriebsauswahl grundlegend.
Häufige Fragen zur Dachsanierung (FAQ)
Was kostet eine Dachsanierung pro m²?
Die Kosten liegen je nach Umfang zwischen 50 und 560 Euro pro Quadratmeter. Eine einfache Neueindeckung mit Betonziegeln startet ab ca. 50–80 €/m², eine Komplettsanierung inklusive Dachstuhlreparatur und Aufsparrendämmung kann bis zu 560 €/m² kosten.
Was kostet eine Dachsanierung für 160 m²?
Für 160 m² Dachfläche sind realistisch: Reine Neueindeckung ca. 9.600–19.200 €, Eindeckung plus Aufsparrendämmung ca. 28.800–48.000 €, Komplettsanierung mit Dachstuhl ca. 48.000–89.600 €. Mit BAFA-Förderung (bis 20 % mit iSFP) reduziert sich die Eigenleistung entsprechend.
Welche Förderung gibt es für die Dachsanierung 2026?
2026 stehen drei Förderwege offen: BAFA-Zuschuss (15 % ohne iSFP, 20 % mit iSFP, maximal 12.000 € pro Wohneinheit), KfW-Ergänzungskredit 358/359 (bis 120.000 €, kombinierbar mit BAFA) und Steuerbonus §35c EStG (20 % über drei Jahre, max. 40.000 € Steuerermäßigung). BAFA und Steuerbonus schließen sich gegenseitig aus.
Was kostet eine Aufsparrendämmung?
Eine Aufsparrendämmung kostet inklusive Montage 90–150 €/m². Da sie fast immer mit einer Neueindeckung kombiniert wird, entstehen Gesamtkosten von 150–250 €/m². Sie liefert die beste Wärmeeffizienz und ist bei gleichzeitiger Neueindeckung die wirtschaftlichste Dämmlösung.
Was kostet ein Blechdach (Metall)?
Stehfalzblech aus Titanzink oder Aluminium kostet montiert 80–180 €/m². Trapezblech liegt bei 40–80 €/m². Metalleindeckungen halten 50–100 Jahre, sind sturmresistent und für flache Dachneigungen ab 3° geeignet – für moderne und historische Gebäude eine gängige Wahl.
Wann ist Dachdämmung laut GEG 2026 Pflicht?
Laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist bei Erneuerung von mehr als 10 % der Dachfläche eine Dämmung auf U-Wert ≤ 0,24 W/(m²K) gesetzlich vorgeschrieben. Das entspricht ca. 16–20 cm Mineralwolle. Ausnahmen: Denkmalschutz und wirtschaftliche Unzumutbarkeit.
Was kostet Dach neu decken ohne Dämmung?
Reine Neueindeckung ohne Dämmung: 50–120 €/m² je nach Material. Für 150 m² sind das 7.500–18.000 €. Beachten Sie: Laut GEG ist bei Erneuerung von mehr als 10 % der Dachfläche eine Dämmung gesetzlich vorgeschrieben.
Was kostet eine Dachsanierung im Altbau?
Altbauten vor 1960 haben oft reparaturbedürftige Dachstühle. Planen Sie 30–50 % mehr als beim Bestandsbau ein. Bei asbesthaltigen Wellplatten (Gebäude vor 1990): 30–60 €/m² Entsorgungskosten extra, plus Spezialbetrieb und behördliche Meldepflicht.
Muss ich bei einer Dachsanierung einen Energieberater einschalten?
Für die BAFA-Förderung ist ein zertifizierter Energieeffizienz-Experte (EEE) Pflicht. Er erstellt die Technische Projektbeschreibung (TPB) und stellt den Antrag. Die Beratungskosten werden zu 50 % gefördert. Ohne Energieberater gibt es keine BAFA-Zuschüsse und keinen iSFP-Bonus.
Was kostet ein neues Dach für ein 200 m²-Haus?
Bei 200 m² Dachfläche sind Gesamtkosten von ca. 10.000 € (einfache Reparatur) bis 112.000 € (Komplettsanierung mit hochwertiger Eindeckung) realistisch. Der Mittelwert für Neueindeckung plus Aufsparrendämmung liegt bei 40.000–65.000 €.
Wie lange dauert eine Dachsanierung?
Ein einfaches Satteldach mit 150 m² wird in 3–7 Werktagen neu eingedeckt. Mit Dämmung dauert es 1–2 Wochen. Komplexere Dachformen oder Dachstuhlreparaturen: 3–4 Wochen. Planen Sie für BAFA-Förderung zusätzlich 2–3 Monate Bearbeitungszeit ein.
Gibt es einen Dachsanierung Förderung Rechner?
Unser Dachsanierung Kosten Rechner berechnet auf Basis Ihrer Eingaben auch das Förderungspotenzial nach BAFA. Alternativ bietet das BAFA-Portal unter fms.bafa.de ein offizielles Tool für die Förderprüfung.
Verwandte Rechner auf ProfiRechner.de
Bodenbelagskosten berechnen – Laminat, Vinyl, Parkett & Fliesen
Baukostenrechner 2026 – Hausbau-Kosten pro m² berechnen
Baufinanzierung-Rechner – Monatliche Rate berechnen
Terrassenüberdachung – Kosten, Materialien und Planung