Ein neues Dach gehört zu den teuersten Einzelinvestitionen am Haus – und die Preisspannen im Netz gehen weit auseinander. Das liegt daran, dass “Dachsanierung” drei völlig unterschiedliche Leistungsumfänge meinen kann: die reine Neueindeckung, die Eindeckung mit Dämmung oder die Komplettsanierung samt neuem Dachstuhl. Mit unserem Rechner oben erhalten Sie in wenigen Klicks eine individuelle Schätzung für Ihr Dach. Darunter finden Sie die Zahlen, mit denen der Rechner arbeitet, damit Sie das Ergebnis einordnen können.
Kurzantwort: Eine Dachsanierung kostet 2026 zwischen 80 €/m² für eine einfache Neueindeckung ohne Dämmung und 600 €/m² für eine Komplettsanierung mit neuem Dachstuhl. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 100 m² Dachfläche ergeben sich daraus Gesamtkosten von rund 8.000 bis 60.000 € – je nach Material, Dämmung und Bauzustand des Dachstuhls.
Was kostet eine Dachsanierung? Die wichtigsten Zahlen im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die vier typischen Leistungsumfänge, die Handwerksbetriebe unter “Dachsanierung” anbieten:
| Leistungsumfang | Kosten pro m² | Beispiel: 100 m² Dach |
|---|---|---|
| Reine Neueindeckung (ohne Dämmung) | 80 – 200 € | 8.000 – 20.000 € |
| Neueindeckung mit Dämmung | 150 – 350 € | 15.000 – 35.000 € |
| Komplettsanierung inkl. neuem Dachstuhl | 250 – 600 € | 25.000 – 60.000 € |
| Nur neuer Dachstuhl (ohne Eindeckung) | 50 – 250 € | 5.000 – 25.000 € |
Wichtig für die Einordnung: Eine reine Neueindeckung ohne jede Dämmung ist bei einem beheizten Gebäude nur noch eingeschränkt möglich – dazu mehr im Abschnitt zur Dämmpflicht weiter unten. In der Praxis landen die meisten Einfamilienhäuser deshalb bei der mittleren Kategorie “mit Dämmung”.
Was kostet es, ein Dach neu decken zu lassen?
Wenn nur die Dacheindeckung erneuert wird und Dachstuhl sowie Dämmung intakt bleiben, hängt der Preis vor allem vom gewählten Material ab. Das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI) beziffert die reinen Materialkosten pro Quadratmeter so:
| Material | Materialkosten pro m² |
|---|---|
| Betondachstein | 30 – 60 € |
| Bitumenschindeln | 30 – 53 € |
| Tonziegel (Falzziegel) | 40 – 80 € |
| Faserzementplatten | ca. 108 € |
| Metall (Zink, Aluminium) | 70 – 150 € |
| Schiefer | 100 – 200 € |
| Holzschindeln | 100 – 180 € |
| Reet | 150 – 300 € |
Dazu kommen Unterkonstruktion und Vorarbeiten, die beim Neueindecken praktisch immer anfallen: Dachlattung/Konterlattung rund 17 €/m², Dachschalung rund 42 €/m² und Dampfbremse bzw. Unterspannbahn rund 13 €/m² (Quelle: BKI, Stand 4. Quartal 2025). In Summe kommen zur reinen Materialwahl also noch einmal 60–90 €/m² an Unterbau und Arbeitszeit hinzu – das erklärt, warum die Komplettpreise für eine Neueindeckung deutlich über den reinen Materialkosten liegen.
Faustregel: Betondachstein ist die günstigste Massenlösung, Schiefer und Reet die teuersten Varianten. Für ein typisches Satteldach ohne Dämmung landen die meisten Angebote zwischen 80 und 200 €/m².
Was kostet eine Dachsanierung mit Dämmung?
Sobald mehr als 10 % der Dachfläche eines beheizten Gebäudes neu eingedeckt wird, schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) eine gleichzeitige Dämmung vor – der Ziel-U-Wert liegt bei maximal 0,24 W/(m²·K). Eine “Dachsanierung mit Dämmung” ist damit für die meisten Bestandshäuser eher die Regel als die Ausnahme. Die Kosten unterscheiden sich stark nach Dämmverfahren:
| Dämmart | Kosten pro m² |
|---|---|
| Zwischensparrendämmung (Zellulose) | ca. 41 € |
| Zwischensparrendämmung (Mineralwolle) | 40 – 80 € |
| Zwischensparrendämmung (Holzfaser) | ca. 46 € |
| Untersparrendämmung | 30 – 60 € |
| Einblasdämmung (nachträglich, ohne Eindeckung) | 30 – 70 € |
| Aufdachdämmung (Holzfaser) | 77 – 150 € |
| Aufsparrendämmung (PIR/PUR) | 100 – 200 € |
| Dämmung oberste Geschossdecke | 87 – 99 € |
Zwischensparrendämmung ist die günstigste Lösung und lässt sich auch bei intakter Eindeckung von innen einbauen – allerdings bleiben durch die Sparren Wärmebrücken bestehen. Aufsparrendämmung liefert die beste Dämmwirkung ohne Wärmebrücken, ist aber deutlich teurer und nur im Rahmen einer kompletten Neueindeckung sinnvoll. In Summe liegt eine Dachsanierung mit Dämmung meist bei 150–350 €/m², in Einzelfällen mit hochwertiger Aufsparrendämmung auch darüber.
Rechenbeispiel: Kosten für ein 100 m² Dach
Ein konkretes Zahlenbeispiel für ein Einfamilienhaus mit 100 m² Dachfläche und Satteldach zeigt, wie stark der Leistungsumfang den Endpreis bestimmt:
| Szenario | Kosten pro m² | Gesamtkosten (100 m²) |
|---|---|---|
| Neueindeckung mit Betondachstein, ohne Dämmung | 90 € | 9.000 € |
| Neueindeckung mit Tonziegel + Zwischensparrendämmung | 190 € | 19.000 € |
| Komplettsanierung: neuer Dachstuhl + Tonziegel + Aufsparrendämmung | 420 € | 42.000 € |
Diese Werte sind Orientierungswerte auf Basis von Markterfahrungswerten 2025/2026 und können je nach Region, Handwerksbetrieb und Zugänglichkeit des Dachs um 20–30 % abweichen. Holen Sie deshalb immer mindestens drei Angebote von qualifizierten Fachbetrieben mit identischer Leistungsbeschreibung ein, bevor Sie sich entscheiden. Für eine auf Ihr Dach zugeschnittene Schätzung nutzen Sie den Rechner oben – er berücksichtigt Fläche, Material, Neigungswinkel und gewünschte Zusatzoptionen.
Was kostet ein neuer Dachstuhl?
Muss die Tragkonstruktion selbst erneuert werden – etwa weil Feuchtigkeit die Balken geschädigt hat oder der Dachausbau zu Wohnraum ansteht – kommen weitere Kosten hinzu:
- Einfache Dachform (klassisches Satteldach): 50 – 90 €/m²
- Komplexe Dachform (mit Gauben, Kehlen, Walm): 90 – 250 €/m²
- Abbruch des alten Dachstuhls: separat kalkulieren, oft ein vierstelliger Betrag
- Vorübergehender Nässeschutz während der Bauzeit: rund 1.000 €
Ein neuer Dachstuhl wird in der Regel nur dann eingeplant, wenn eine statische Prüfung Schäden am Tragwerk bestätigt oder ein Dachausbau zusätzliche Lastreserven erfordert – lassen Sie das im Zweifel von einem Bausachverständigen beurteilen, bevor Sie ein Angebot unterschreiben.
Zusatzkosten, die oft vergessen werden
Neben Material, Arbeitslohn und Dämmung tauchen bei fast jeder Dachsanierung weitere Posten in der Schlussrechnung auf:
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Gerüst (Auf- und Abbau, Mietdauer) | 8 – 15 €/m² Fassadenfläche |
| Entsorgung Altmaterial | 10 – 30 €/m² (bei Asbest deutlich mehr) |
| Dachfenster inkl. Einbau | 1.500 – 4.000 € pro Stück |
| Neue Dachrinne (verzinkt) | 30 – 80 €/lfm |
| Schneefangsystem | 25 – 60 €/lfm |
| Photovoltaik-Anlage (schlüsselfertig) | 1.300 – 2.000 €/kWp |
Ein Punkt, der 2026 zunehmend relevant wird: In mehreren Bundesländern – darunter Nordrhein-Westfalen (seit 1.1.2026), Niedersachsen, Baden-Württemberg, Berlin und Hamburg – gilt bei einer grundlegenden Dachsanierung eine Photovoltaik-Pflicht. Prüfen Sie die genauen Vorgaben Ihrer Landesbauordnung, bevor Sie planen – eine PV-Anlage lässt sich baulich und finanziell am einfachsten direkt in die Dachsanierung integrieren statt sie später nachzurüsten.
Fördermöglichkeiten 2026: BAFA-Zuschuss und Steuerbonus
Eine reine Neueindeckung ohne energetische Verbesserung wird nicht gefördert. Sobald Sie die Dachfläche gleichzeitig dämmen, stehen 2026 zwei Fördervarianten zur Wahl, die sich nicht kombinieren lassen:
BAFA-Zuschuss (Einzelmaßnahme Gebäudehülle):
- 15 % Grundförderung der förderfähigen Kosten für die Dachdämmung
- +5 Prozentpunkte iSFP-Bonus (auf 20 % gesamt), wenn die Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans ist – seit der BEG-Reform vom 21. Juli 2026 gilt dieser Bonus allerdings nur noch für den Kostenanteil oberhalb von 30.000 € pro Wohneinheit
- Förderfähig sind maximal 30.000 € (ohne iSFP) bzw. 60.000 € (mit iSFP) pro Wohneinheit
- Voraussetzung: U-Wert der Dämmung von maximal 0,24 W/(m²·K), bei 0,14 W/(m²·K) gilt der erhöhte Fördersatz
- Antrag vor Auftragsvergabe über das BAFA-Portal stellen – eine nachträgliche Beantragung ist nicht möglich
Steuerbonus nach § 35c EStG (Alternative ohne Antrag vorab):
- 20 % der Kosten über drei Jahre von der Steuerschuld absetzbar
- Maximal 40.000 € Steuerermäßigung pro Objekt
- Keine Vorab-Antragstellung nötig, dafür muss das Haus bei Beginn der Maßnahme älter als 10 Jahre sein
Zusätzlich bieten viele Bundesländer und Kommunen eigene Förderprogramme an, die sich mit der Bundesförderung kombinieren lassen. Welche davon für Ihre Postleitzahl infrage kommen, zeigt Ihnen der Rechner oben nach dem Ausfüllen.
Wichtig: Förderbedingungen ändern sich – 2026 wurden die BAFA-Sätze bereits einmal angepasst. Prüfen Sie die aktuellen Konditionen immer direkt beim BAFA, bevor Sie planen, oder lassen Sie sich von einem Energieberater unterstützen, der auch den individuellen Sanierungsfahrplan erstellen kann.
So finden Sie einen seriösen Dachdecker
- Mindestens drei Angebote einholen – mit identischer, schriftlicher Leistungsbeschreibung, sonst sind die Preise nicht vergleichbar.
- Referenzen prüfen – seriöse Betriebe nennen abgeschlossene Projekte und stellen auf Wunsch Kontakt zu früheren Kunden her.
- Meisterbetrieb oder Innungsmitgliedschaft – kein Muss, aber ein gutes Qualitätsindiz.
- Schriftlichen Festpreis nach Vor-Ort-Termin verlangen – eine Pauschalschätzung am Telefon reicht nicht aus.
- Versicherungsschutz und Gewährleistung aktiv erfragen und schriftlich bestätigen lassen.
Preisunterschiede von 20–30 % bei vergleichbarer Leistungsbeschreibung sind im Handwerk keine Seltenheit – das macht den Angebotsvergleich zum wirksamsten Hebel, um bei der Dachsanierung zu sparen.
Häufig gestellte Fragen zur Dachsanierung
Was kostet eine Dachsanierung pro m²?
Je nach Umfang zwischen 80 €/m² für eine einfache Neueindeckung und 600 €/m² für eine Komplettsanierung mit neuem Dachstuhl. Mit Dämmung – dem in der Praxis häufigsten Fall – liegen die meisten Angebote bei 150–350 €/m².
Was kostet es, ein Dach neu zu decken (ohne Dämmung)?
Eine reine Neueindeckung kostet 80–200 €/m², abhängig vom Material: Betondachstein ist mit 30–60 €/m² Materialkosten die günstigste Wahl, Schiefer und Reet mit 100–300 €/m² die teuersten. Bei mehr als 10 % erneuerter Dachfläche schreibt das GEG allerdings eine gleichzeitige Dämmung vor.
Was kostet eine Dachsanierung mit Dämmung?
Mit Dämmung liegen die Gesamtkosten meist bei 150–350 €/m². Zwischensparrendämmung ist mit 40–80 €/m² die günstigste Variante, Aufsparrendämmung mit 100–200 €/m² die energetisch beste, aber teuerste Lösung.
Was kostet ein neues Dach für 100 m²?
Für ein 100-m²-Dach reichen die Gesamtkosten von rund 9.000 € (einfache Neueindeckung ohne Dämmung) über 19.000 € (Neueindeckung mit Zwischensparrendämmung) bis zu 42.000 € (Komplettsanierung mit neuem Dachstuhl und Aufsparrendämmung).
Was kostet ein neuer Dachstuhl?
Ein neuer Dachstuhl kostet 50–90 €/m² bei einfachen Dachformen und bis zu 250 €/m² bei komplexen Formen mit Gauben oder Walmdach. Abbruch des alten Dachstuhls und vorübergehender Nässeschutz kommen zusätzlich hinzu.
Muss ich beim Dach neu decken automatisch dämmen?
Ja, wenn mehr als 10 % der Dachfläche eines beheizten Gebäudes neu eingedeckt wird, schreibt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) eine gleichzeitige Dämmung auf mindestens 0,24 W/(m²·K) vor. Nur bei punktuellen Reparaturen unterhalb dieser Schwelle entfällt die Pflicht.
Welche Förderung gibt es 2026 für die Dachsanierung?
Der BAFA-Zuschuss deckt 15 % der förderfähigen Kosten für die Dämmung ab, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) bis zu 20 % auf den Kostenanteil bis 30.000 € pro Wohneinheit. Alternativ lässt sich die Investition über drei Jahre mit 20 % Steuerbonus nach § 35c EStG absetzen (max. 40.000 €) – beide Förderwege sind nicht kombinierbar.
Wie lange dauert eine Dachsanierung?
Eine komplette Dachsanierung eines Einfamilienhauses dauert meist 1 bis 3 Wochen, abhängig von Größe, Wetter und Zusatzarbeiten wie Dämmung oder Dachausbau. Einzelne Ziegel austauschen oder eine undichte Stelle abdichten ist oft an einem Tag erledigt.
Wie finde ich einen seriösen Dachdecker?
Holen Sie mindestens drei Angebote mit identischer Leistungsbeschreibung ein, prüfen Sie Referenzen und Meisterbetrieb-Status, und bestehen Sie auf einem schriftlichen Festpreis nach einem Vor-Ort-Termin statt einer telefonischen Pauschalschätzung.
Fazit
Die Kostenspanne bei einer Dachsanierung ist groß, weil sich hinter dem Begriff drei unterschiedliche Leistungsumfänge verbergen – Neueindeckung, Dämmung und Dachstuhl-Erneuerung. Wer weiß, welche dieser drei Kategorien für das eigene Dach zutrifft, kann Angebote realistisch einordnen und Fördermöglichkeiten gezielt nutzen. Nutzen Sie den Rechner oben für eine erste, auf Ihre Angaben zugeschnittene Preisspanne – und holen Sie danach mindestens drei Vor-Ort-Angebote ein, um den tatsächlichen Preis für Ihr Projekt zu ermitteln.