Terrassenüberdachung — Kosten, Materialien und Planung im Überblick

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Flachdach Pultdach Satteldach Bogendach
Beleuchtung Markise Heizstrahler Windschutz Dachrinne
Fläche 12 m² 4,0 × 3,0 m
Preis netto exkl. MwSt.
Preis brutto inkl. 19 % MwSt.
Konstruktion
Eindeckung
Montage & Verankerung
Gesamt netto

Eine Terrassenüberdachung verlängert die Gartensaison um Monate und schützt Möbel, Boden und die Hauswand vor Regen, Hagel und UV-Strahlung. Aber was kostet so ein Dach tatsächlich, welches Material lohnt sich, und wann brauchst du eine Baugenehmigung? Dieser Ratgeber gibt dir die kompletten Antworten — mit echten Preisspannen für 2026, Materialvergleichen ohne Verkaufsgerede und einem klaren Plan für die Genehmigung in deinem Bundesland. Den Rechner oben kannst du parallel nutzen, um deine eigene Konfiguration in Sekunden durchzurechnen.

Was kostet eine Terrassenüberdachung 2026?

Eine Terrassenüberdachung kostet 2026 zwischen 180 € und 3.500 € pro Quadratmeter — abhängig von Material, Eindeckung, Größe und Montageart. Ein einfacher Holz-Bausatz mit Polycarbonat-Dach beginnt bei rund 180 €/m², ein hochwertiges Aluminium-Glasdach mit Montage liegt bei 800–1.500 €/m², ein motorisiertes Lamellendach von Markenherstellern kostet 1.800–3.500 €/m². Für eine typische Größe von 4 × 3 Metern (12 m²) ergibt sich also eine Spanne von 2.200 € bis über 40.000 €. Den genauen Preis für deine Konfiguration siehst du sofort im Rechner oben.

Preisspannen nach Material und Variante

VariantePreis pro m² (montiert, brutto)Beispielpreis 4 × 3 m (12 m²)
Holz-Bausatz, Polycarbonat180 – 350 €2.200 – 4.200 €
Holz, montiert, VSG-Glas450 – 900 €5.400 – 10.800 €
Aluminium-Bausatz, Polycarbonat320 – 600 €3.800 – 7.200 €
Aluminium, montiert, VSG-Glas700 – 1.500 €8.400 – 18.000 €
Stahl-Konstruktion, montiert800 – 1.600 €9.600 – 19.200 €
Lamellendach (motorisiert, Premium)1.800 – 3.500 €21.600 – 42.000 €
Solar-Terrassenüberdachung (PV-Glas)1.400 – 2.800 €16.800 – 33.600 €

Die Werte basieren auf 2026er Marktpreisen deutscher Hersteller und Importeure inkl. 19 % MwSt. Regional schwanken die Montagekosten um 15–25 %.

Welche Kostenfaktoren machen am Ende den Preis?

Der Endpreis hängt nicht nur am Material. Sechs Stellschrauben bestimmen, ob deine Überdachung im unteren oder oberen Spannenbereich landet:

  1. Konstruktionsmaterial — Aluminium kostet zwischen 30 und 60 % mehr als Holz, hält dafür aber 30+ Jahre wartungsarm. Stahl ist robust, optisch aber Geschmacksache.
  2. Eindeckung — Polycarbonat ist die günstigste Option, Sicherheitsglas (VSG) kostet etwa das Drei- bis Vierfache, sieht aber komplett anders aus und filtert UV besser.
  3. Größe und Statik — Ab etwa 20 m² werden stärkere Profile und mehr Pfosten nötig. Der Preis pro m² sinkt zwar leicht, die Gesamtsumme aber steigt überproportional.
  4. Dachform — Ein Flachdach ist konstruktiv am einfachsten und damit am günstigsten. Bogendach oder Walmdach können 20–40 % Aufpreis bedeuten.
  5. Ausstattung — Beleuchtung, Markise, Heizstrahler, Schiebewände, Dachrinne mit Fallrohr — jedes Extra schlägt mit 300 bis 3.000 € zu Buche.
  6. Montage — Eigenmontage spart 25–40 % der Gesamtkosten, kostet aber Wochenenden und braucht zwei bis drei Helfer. Fachbetriebe rufen 80–180 €/Stunde auf.

Das Tückische: Viele Onlineshops werben mit dem Brutto-Material-Bausatz-Preis und blenden Versand, Fundament, Verankerung und Statik-Nachweis aus. Plane vom Listenpreis aus mit 20–30 % Puffer.

Aluminium, Holz oder Stahl — welches Material passt zu dir?

Das ist die Entscheidung mit dem größten Einfluss auf Optik, Preis und Pflegeaufwand. Kurz vorweg: Aluminium hat in den letzten fünf Jahren massiv Marktanteile von Holz gewonnen, weil die Hersteller die Profile schlanker und die Farbpalette breiter gemacht haben. Holz lebt von der Renaissance bei Naturmaterialien — und vom Preisvorteil im Einstiegssegment.

Aluminium-Terrassenüberdachung

Aluminium ist witterungsbeständig, rostet nicht, verzieht sich nicht und braucht außer einer jährlichen Reinigung nichts. Pulverbeschichtete Profile gibt es heute in über 200 RAL-Farben, anthrazit (RAL 7016) ist mit Abstand am gefragtesten. Spannweiten bis 7 Meter sind möglich, ohne Mittelstütze. Die Profile sind schlanker als bei Holz oder Stahl, was die Konstruktion optisch leicht wirken lässt. Nachteil: höhere Anschaffungskosten und akustische Hellhörigkeit bei Starkregen — wer das vermeiden will, wählt eine Akustik-Eindeckung.

Wann lohnt sich Aluminium: wenn du 25+ Jahre nicht streichen willst, ein modernes Architekturhaus hast oder eine große Spannweite brauchst.

Holz-Terrassenüberdachung

Klassiker. Leimbinder aus Brettschichtholz (BSH) der Holzarten Fichte, Lärche oder Douglasie bilden 80 % des Markts. Lärche und Douglasie sind ohne Druckimprägnierung wetterfest, Fichte muss alle drei bis vier Jahre lasiert oder geölt werden. Holz wirkt warm, fügt sich in jeden Garten ein und kostet im Bausatz oft die Hälfte vergleichbarer Alu-Konstruktionen. Die Verbraucherzentrale weist allerdings darauf hin, dass die Wartungskosten über 20 Jahre die Anschaffungsersparnis fressen können — rechne mit 80–150 € Pflegekosten pro Jahr.

Wann lohnt sich Holz: wenn du den Look magst, einen kleineren Anbau planst und das Streichen nicht stört. Auch ideal für Selbstbauer — Holz lässt sich mit Standardwerkzeug verarbeiten.

Stahl-Terrassenüberdachung

Stahl spielt in einer Nische: industrieller Look, riesige Spannweiten (bis 12 Meter ohne Stütze), unverwüstlich. Pulverbeschichtet oder feuerverzinkt. Das Eigengewicht ist hoch, was Fundament und Statik teurer macht. In Wohngebieten optisch nicht immer eine Punktlandung — Stahl passt am besten zu Loft-Architektur oder gewerblichen Außenbereichen.

Wann lohnt sich Stahl: bei Spannweiten über 7 Metern, wenn der Industrial-Look gewollt ist oder wenn die Überdachung gleichzeitig Carport-Funktion übernimmt.

Welche Eindeckung — Glas, Polycarbonat, Acrylglas oder Metall?

Das Dach entscheidet, wie viel Licht durchkommt, wie laut Regen klingt und wie oft du putzen musst.

Sicherheitsglas (VSG, 8–16 mm) ist der Premium-Standard. Es bricht splitterfrei, hält Hagel der Korngröße bis 4 cm aus und filtert UV. Optisch glasklar oder mit Mattierung. Preis: 90–180 €/m² nur für die Scheibe. VSG ist in den meisten Bundesländern bei Überkopfverglasung baurechtlich vorgeschrieben — ESG allein reicht für Überkopfflächen nicht.

Polycarbonat-Stegplatten sind 80 % leichter als Glas, deutlich günstiger (25–60 €/m²) und nahezu unzerbrechlich. Nachteile: Sie vergilben nach 8–12 Jahren leicht, sind akustisch lauter bei Regen und kratzempfindlich beim Reinigen. Für Bausätze und preisbewusste Projekte trotzdem die meistverkaufte Lösung.

Acrylglas (Plexiglas) liegt preislich zwischen Polycarbonat und VSG, ist klarer als Polycarbonat und langlebiger gegen UV. Bricht aber spröde — bei Hagel ein Risiko.

Metalldach (Trapezblech, Sandwichplatten) macht die Terrasse zur Schatten- statt zur Hellraum-Lösung. Günstig (40–80 €/m²) und absolut wasserdicht, aber unterhalb wird es bei Sonne unangenehm warm, wenn keine Dämmung integriert ist.

Welches Glas oder welche Platte für deine Situation? Die Faustregel: Bei Süd- und Westseite mit viel Sonne unbedingt VSG mit Sonnenschutz-Beschichtung oder eine integrierte Beschattung einplanen. Bei reiner Nordseite tut es Polycarbonat.

Welche Dachform passt zu deinem Haus?

Im Rechner oben siehst du vier Optionen — hier die Praxisunterschiede:

  • Flachdach (1–7 ° Neigung) — modern, günstig, einfach zu montieren. Wasserablauf läuft kontrolliert über eine Rinne. Standardlösung für 70 % aller Neuinstallationen.
  • Pultdach (8–15 °) — eine Seite höher als die andere. Klassisch bei Anbauten ans Haus. Schneller Wasserablauf, bessere Selbstreinigung als Flachdach.
  • Satteldach (zwei geneigte Flächen) — wirkt traditionell, optisch wie ein kleines Haus. Aufwendiger in der Konstruktion, teurer um etwa 15–25 %.
  • Bogendach — geschwungene Form, fast immer aus Acrylglas oder Polycarbonat. Sehr lichtdurchlässig, ältere Optik. Nische, etwa 5 % Marktanteil.

Die Dachneigung sollte für sicheren Wasserablauf bei mindestens 5 °, besser 7 ° liegen — bei flacheren Konstruktionen sammelt sich Laub und Wasser.

Wie groß sollte deine Terrassenüberdachung sein?

Die Faustregel der Architekturkammern: Eine überdachte Sitzfläche braucht mindestens 3 m² pro Person. Für ein vierköpfiges Esstisch-Setup planst du also 12 m² (z. B. 4 × 3 m), für ein größeres Sofa-Setup mit Esstisch eher 18–25 m² (5 × 4 m oder 6 × 4 m).

Tiefe der Überdachung: mindestens 2,50 m, sonst regnet es bei Wind unter das Dach. Komfortabel sind 3,00–3,50 m. Die Höhe an der Hauswand sollte 2,50–3,00 m betragen, am vorderen Rand 2,20–2,50 m — das gibt die nötige Neigung und ein angenehmes Raumgefühl.

Ein häufiger Planungsfehler: zu klein gebaut, später aufgestockt. Aufstockungen kosten überproportional, weil die Verbindung mit dem Bestand statisch geprüft werden muss. Lieber einmal richtig planen und im Zweifel 1 m² mehr nehmen.

Welche Ausstattung lohnt sich — und was kann weg?

Die Ausstattung treibt schnell den Preis. Was sich aus Erfahrung rechnet:

AusstattungAufpreisEmpfehlung
LED-Beleuchtung (Spots, dimmbar)250 – 800 €Sinnvoll — wird intensiv genutzt
Senkrecht-Markise / Zip-Screen600 – 2.400 €Sehr sinnvoll bei Süd/West
Integrierte Markise unter dem Dach800 – 2.800 €Mittelmäßig — Plissees sind günstiger
Heizstrahler (Infrarot, fest montiert)300 – 1.200 €Verlängert die Saison spürbar
Seitenwände / Glas-Schiebewände1.200 – 4.500 €Macht aus Terrasse fast ein Wintergarten-Light
Windschutz (textil)300 – 900 €Günstiger Schutz für offene Lagen
Dachrinne mit Fallrohr150 – 450 €Pflicht bei Anbau, nicht optional
Lamellen-Funktionsdach+ 800 – 1.800 €/m²Premium-Lösung, große Preissprünge

Ein Erfahrungswert: Wer Beleuchtung und Markise von Anfang an integriert, zahlt 30–40 % weniger als bei späterem Nachrüsten — die Kabel und Befestigungspunkte liegen dann schon richtig.

Brauchst du eine Baugenehmigung für deine Terrassenüberdachung?

Hier wird es bundeslandspezifisch. Eine Terrassenüberdachung ist baurechtlich ein „Anbau” oder eine „bauliche Anlage” — ob genehmigungspflichtig oder verfahrensfrei, regelt jede Landesbauordnung anders.

Die wichtigsten Bundesländer (Stand 2026)

BundeslandVerfahrensfrei bisQuelle
Bayern30 m² Grundfläche, 3 m TiefeArt. 57 BayBO
Nordrhein-Westfalen30 m² und 4,50 m Tiefe§ 62 BauO NRW
Baden-Württemberg30 m² Grundfläche§ 50 LBO BW
Niedersachsen30 m² und 3 m Tiefe§ 60 NBauO
Hessen30 m² Grundfläche§ 63 HBO
Rheinland-Pfalz50 m²§ 62 LBauO RLP
Sachsen30 m²§ 61 SächsBO
Berlin30 m² und 3 m Tiefe§ 62 BauO Bln
Brandenburg20 m²§ 61 BbgBO
Hamburg30 m²§ 60 HBauO

Auch wenn deine Überdachung verfahrensfrei ist, musst du trotzdem die Bauvorschriften einhalten — also Abstandsflächen zum Nachbarn (in der Regel 3 m), Brandschutz, Statik und Standsicherheit. Das prüft niemand vorab, aber der Nachbar oder das Bauamt bei einer Anzeige sehr wohl. Wer eine Statikberechnung in der Schublade hat, schläft ruhiger.

Bei Abweichung von der Verfahrensfreiheit — etwa größer als 30 m², Anbau an denkmalgeschützte Gebäude, Lage im Bebauungsplan-Gebiet mit Festsetzungen — brauchst du einen Bauantrag. Die Verbraucherzentrale empfiehlt grundsätzlich, vor Baubeginn beim örtlichen Bauamt nachzufragen, weil regionale Bebauungspläne oft strenger sind als die Landesbauordnung.

So beantragst du einen Bauantrag (HowTo)

  1. Bebauungsplan prüfen — beim Bauamt einsehen oder online beim Geoportal des Bundeslands. Festsetzungen zu Bauweise, Höhe, Material klären.
  2. Bauvorlageberechtigte/n beauftragen — Architekt, Bauingenieur oder bauvorlageberechtigte Person. In manchen Ländern dürfen auch Handwerksmeister einreichen.
  3. Unterlagen zusammenstellen — Lageplan, Bauzeichnungen (Grundriss, Ansichten, Schnitt), Baubeschreibung, Statik, Berechnung der Grundfläche.
  4. Beim Bauamt einreichen — schriftlich oder digital, je nach Bundesland. Bearbeitungszeit: 4–12 Wochen.
  5. Gebühren bezahlen — 0,5–1,0 % der Bausumme, mindestens aber 100–300 €.
  6. Baubeginn anzeigen — sobald die Genehmigung da ist, der Bau-Beginn-Anzeige zustellen.

Die Gesamtkosten für einen Bauantrag liegen je nach Aufwand zwischen 400 und 1.200 €. Wer eine verfahrensfreie Überdachung baut, spart das komplett — ein weiterer Grund, lieber bei 30 m² zu bleiben statt auf 35 m² zu gehen.

Anbau, freistehend oder Bausatz — was ist die richtige Wahl?

Anbau ans Haus ist die häufigste Variante. Die Überdachung wird an die Hauswand geschraubt, drei Pfosten tragen die Vorderseite. Vorteil: günstiger, weil eine Seite die Hauswand übernimmt. Nachteil: Verankerung an der Wand braucht Beachtung der Dämmung, des Putzes und der Statik des Bestandsgebäudes.

Freistehende Terrassenüberdachung steht losgelöst im Garten, vier Pfosten tragen das Dach. Preislich etwa 15–25 % teurer als ein Anbau, dafür flexibel platzierbar — auch mitten im Garten als Lounge-Bereich oder über dem Pool. Beliebt geworden seit 2022, weil viele Häuser keine geeignete Wand für einen Anbau bieten.

Bausatz ist die DIY-Variante: vorgefertigte Profile, Schrauben, Anleitung. Du übernimmst die Montage selbst. Spart 25–40 % der Gesamtkosten. Setzt voraus: zwei bis drei Helfer, ein Wochenende Zeit, Grundkenntnisse im Heimwerken, ein Schlagschrauber und eine Wasserwaage. Bei Alu-Bausätzen mit Glas-Eindeckung wird die Glasmontage trotzdem oft an einen Fachbetrieb vergeben — Glasscheiben über 5 m² sind allein nicht zu zweit zu heben.

Nach Maß geht den anderen Weg: kein Standardmaß passt, du brauchst eine schräge Wand, eine Stützenbreite, eine spezielle Höhe. Hersteller wie Schweng, Steda oder Luxbach fertigen individuell — Aufpreis 20–35 %, dafür sitzt jedes Maß auf den Zentimeter.

Solar-Terrassenüberdachung — lohnt sich das?

Photovoltaik-Glas als Dach hat sich seit 2023 zu einer ernsten Option entwickelt. Die transparenten oder semi-transparenten PV-Module ersetzen das normale Glas und produzieren gleichzeitig Strom. Eine 12-m²-Überdachung mit semi-transparenten Modulen liefert in Deutschland je nach Ausrichtung 800–1.400 kWh pro Jahr — das deckt 25–40 % eines durchschnittlichen Haushalts.

Die Mehrkosten gegenüber einer normalen Glas-Eindeckung liegen bei 200–600 €/m². Mit dem aktuellen Strompreis von etwa 35 ct/kWh amortisiert sich die PV-Eindeckung in 10–15 Jahren. Wer einen Speicher dazu nimmt, schiebt die Amortisation um 3–5 Jahre nach hinten, kann aber mehr Eigenverbrauch realisieren.

Wichtig: Die PV-Module brauchen eine Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister, was bei Anlagen bis 30 kWp seit 2023 vereinfacht wurde. Die Einspeisevergütung liegt 2026 bei rund 7,9 ct/kWh — der Eigenverbrauch lohnt sich mehr als die Einspeisung.

Selbst aufbauen oder Fachbetrieb beauftragen?

Eine Holz-Überdachung als Bausatz aufzubauen, ist machbar — alle Teile sind vorgebohrt, die Statik vom Hersteller berechnet, eine Anleitung liegt bei. Zwei bis drei Personen brauchen für einen Standard-Anbau 4 × 3 m etwa 12–20 Stunden. Werkzeug: Akkuschrauber, Schlagschrauber, Wasserwaage, zwei Leitern, Gummihammer.

Aluminium-Bausätze sind etwas anspruchsvoller — die Profile sind länger, das Aluminium ist beim Bohren empfindlicher als Holz, und die Glasmontage erfordert Fingerspitzengefühl. Stahl-Bausätze sind im Heimbereich selten.

Fachbetriebe rufen Stundensätze von 80–180 € auf. Eine typische Montage 4 × 3 m kostet 1.200–2.500 € reine Arbeitszeit, ohne Material. Wer ungeübt ist, spart bei DIY zwar Geld, riskiert aber Folgekosten — eine schief montierte Überdachung leitet Wasser zur Hauswand statt davon weg, und das frisst über Jahre den Putz.

Mein Tipp aus der Praxis: Den Materialkauf machst du selbst (Bausatz online, oft 20–30 % günstiger als beim regionalen Anbieter), die Montage gibst du in die Hand eines Fachbetriebs deiner Wahl — viele Handwerker montieren auch Fremdmaterial gegen Aufpreis. Das spart Geld, ohne Qualitätsrisiko.

Wie reinigt und pflegt man eine Terrassenüberdachung?

Das hängt am Material:

  • Aluminium-Profile — einmal jährlich mit klarem Wasser und milder Seife abwaschen. Hochdruckreiniger nur auf niedrigster Stufe und mit Abstand, sonst beschädigt der Strahl die Pulverbeschichtung.
  • Holz-Konstruktion — alle 2–4 Jahre lasieren oder ölen, je nach Holzart. Lärche und Douglasie können auch unbehandelt vergrauen — eine bewusste Designentscheidung, kein Fehler.
  • VSG-Glas-Dach — zweimal jährlich mit Glasreiniger und weichem Tuch oder Gummiabzieher. Niemals Scheuermittel oder harte Schwämme — Kratzer sind irreversibel.
  • Polycarbonat-Stegplatten — nur mit weichem Schwamm und Seifenwasser. Keine Lösungsmittel, kein Aceton, keine alkoholischen Reiniger. Sonst trübt das Material.
  • Lamellendach — die Mechanik einmal jährlich von einem Fachbetrieb prüfen lassen, Lamellen wie Aluminium-Profile pflegen.

Laub und kleine Äste vor jedem Winter abkehren — die Last auf dem Dach soll nicht durch Verrottung in den Ecken erhöht werden. Wer eine Dachrinne hat, sollte sie zweimal jährlich reinigen.

Häufig gestellte Fragen zur Terrassenüberdachung

Was kostet eine Terrassenüberdachung mit Montage?

Mit Montage durch einen Fachbetrieb kostet eine Terrassenüberdachung 2026 zwischen 500 und 2.500 € pro Quadratmeter — Aluminium mit VSG-Glas liegt bei 700–1.500 €/m², Holz mit Glas bei 450–900 €/m². Die Montage allein macht 20–35 % des Gesamtpreises aus.

Welches Glas ist für eine Terrassenüberdachung vorgeschrieben?

Für Überkopfverglasungen schreiben die meisten Bundesländer Verbundsicherheitsglas (VSG) vor — meist 8 mm oder 10 mm dick. ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas) allein reicht für Dachflächen nicht, weil es im Bruchfall in kleine Splitter zerfällt und nach unten fällt. VSG hält zusammen, auch wenn es bricht.

Welches Holz eignet sich am besten für eine Terrassenüberdachung?

Brettschichtholz (BSH) aus Lärche oder Douglasie ist erste Wahl — wetterfest ohne Druckimprägnierung. Fichten-BSH ist günstiger, braucht aber regelmäßige Lasur. Eiche ist sehr witterungsbeständig, aber dreimal so teuer wie Fichte und schwerer zu verarbeiten.

Wie groß darf eine Terrassenüberdachung ohne Baugenehmigung sein?

In den meisten Bundesländern darfst du bis 30 m² Grundfläche und 3 m Tiefe verfahrensfrei bauen — also ohne Baugenehmigung. Ausnahmen: Brandenburg (20 m²) und Rheinland-Pfalz (50 m²). Auch ohne Genehmigung gelten Abstandsflächen, Statik und Bebauungsplan.

Wie viel Gefälle braucht eine Terrassenüberdachung?

Mindestens 5 °, besser 7 ° Neigung für sicheren Wasserablauf. Bei flacheren Konstruktionen sammelt sich stehendes Wasser, Laub bleibt liegen, und die Dichtung an der Hauswand wird stärker belastet.

Was kostet eine Baugenehmigung für eine Terrassenüberdachung?

Eine Baugenehmigung kostet 400 bis 1.200 € — das sind 0,5–1,0 % der Bausumme plus Honorar des bauvorlageberechtigten Architekten oder Ingenieurs. Bei verfahrensfreien Überdachungen unter 30 m² entfallen diese Kosten komplett.

Wie lange dauert der Aufbau einer Terrassenüberdachung?

Ein Fachbetrieb baut eine Standardüberdachung 4 × 3 m an einem Tag auf, inklusive Fundament-Vorbereitung. Bei Eigenmontage als Bausatz brauchen zwei bis drei Personen ein Wochenende — 12 bis 20 Stunden netto Arbeitszeit.

Welche Pfostenstärke braucht man bei einer Terrassenüberdachung?

Bei Holz-Konstruktionen sind 12 × 12 cm Leimbinder Standard für Spannweiten bis 4 m, ab 5 m Spannweite werden 14 × 14 cm oder 16 × 16 cm verwendet. Aluminium-Profile sind schlanker (8 × 12 cm oder 10 × 10 cm), tragen aber die gleichen Lasten, weil die Profilgeometrie steifer ist.

Fazit — wie du den richtigen Preis kalkulierst

Der größte Hebel auf den Endpreis ist die Material-Eindeckungs-Kombination: Holz mit Polycarbonat startet bei 180 €/m², Aluminium mit VSG-Glas liegt bei 700–1.500 €/m², Premium-Lamellendächer bei 1.800 € aufwärts. Für die meisten Familien-Terrassen mit 12–18 m² liegt das realistische Budget zwischen 4.000 und 18.000 € — alles darunter ist Bausatz mit Selbstmontage, alles darüber Premium-Segment.

Bevor du anfragst oder bestellst: Konfiguriere oben im Rechner deine Wunsch-Variante, schau dir den Bauantragsbedarf für dein Bundesland an, und plane 20–30 % Puffer für Fundament, Statik und Zubehör. Dann hast du einen Verhandlungsanker, mit dem du Angebote vergleichen kannst, ohne Bauchgefühl-Entscheidungen zu treffen.


Inhaltlich geprüft von der profirechner.de-Redaktion · Stand der Preisdaten: Mai 2026 · Bei rechtlichen Fragen zur Baugenehmigung empfehlen wir die kostenlose Erstberatung beim örtlichen Bauamt oder über die Verbraucherzentrale.

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