
Meltau ist der zuckerhaltige Saft, den Blattläuse und ähnliche Insekten (zum Beispiel Schildläuse und Zikaden) ausscheiden, nachdem sie Pflanzensaft gesaugt haben. Im Imkerjargon nennt man das Sekret heute meistens Honigtau, weil es sich wie Morgentau auf Blättern niederschlägt.
Bienen finden diesen Saft besonders gerne auf Nadelbäumen wie Tanne und Fichte. Sie sammeln ihn ein und verarbeiten ihn in ihrem Stock zu Waldhonig, der auch als Tannenhonig oder Honigtauhonig verkauft wird. Der schmeckt herber, dunkler und weniger süß als klassischer Blütenhonig. Bei Honigliebhabern steht er hoch im Kurs.
Meltau, Mehltau oder Honigtau – wo ist der Unterschied?
Hier passiert die häufigste Verwechslung. Drei Wörter, die ähnlich klingen, meinen drei völlig verschiedene Dinge:
- Meltau (mit „l”) – Das süße Ausscheidungsprodukt der Blattlaus. Wird von Bienen gesammelt. Bestandteil von Waldhonig. Älterer Begriff, heute meist „Honigtau” genannt.
- Mehltau (mit „h”) – Eine Pilzkrankheit an Pflanzen. Sieht aus wie weißes Mehl auf Blättern. Hat mit Honig nichts zu tun. Trotzdem in vielen Rätseln als 7-Buchstaben-Lösung akzeptiert, vermutlich aus historischer Verwechslung.
- Honigtau – Der fachlich korrekte, moderne Begriff in der Imkerei. Inhaltlich identisch mit Meltau, nur sprachlich neuer.
Imker und Biologen verwenden heute fast ausschließlich Honigtau. „Meltau” lebt vor allem in alten Lehrbüchern und, natürlich, in Kreuzworträtseln.
Wie entsteht der „Honig” aus der Blattlaus?
Blattläuse stechen mit ihrem Saugrüssel die Siebröhren einer Pflanze an und zapfen den Pflanzensaft. Dieser Saft ist sehr zuckerreich, aber für das Insekt zu unausgewogen. Die Laus braucht vor allem Eiweiß und kann den überschüssigen Zucker nicht verarbeiten.
Zwei Dinge machen die Sache zusätzlich kompliziert. Erstens steht der Saft in den Siebröhren unter hohem Druck. Die Laus bekommt quasi eine Druckbetankung, ob sie will oder nicht. Zweitens verdaut sie zwar die Aminosäuren effizient, den Zucker aber nicht. Also scheidet sie ihn am hinteren Ende wieder aus. Das sind die süßen Tropfen, die im Hochsommer auf Blättern, Autos und Gartenmöbeln kleben.
Bienen finden diese Tropfen, sammeln sie ein, und der Imker erntet im Spätsommer Honigtauhonig.
Warum sammeln Bienen Honigtau? – Der Weg zum Waldhonig
Für Bienen ist Honigtau eine Notlösung mit gutem Ausgang. Wenn im Hochsommer die meisten Blüten verblüht sind, brauchen die Völker trotzdem Nahrung. Honigtau auf Tannen- und Fichtennadeln ist dann die Hauptquelle.
Der Deutsche Imkerbund spricht hier von Sortenhonig, also Honig, der überwiegend aus einer einzigen Trachtquelle stammt. Bei reinem Honigtauhonig sind das mindestens 60 Prozent Honigtau-Anteil.
Charakteristisch sind die dunkle, fast schwarze Farbe, der malzige Geschmack und der hohe Mineralstoffanteil. Honigtauhonig kristallisiert auch langsamer als Blütenhonig. Bei Konsumenten beliebt, weil er lange flüssig im Glas bleibt.
Wann gibt es viel Blattlaus-Honig? – Die Rolle des Wetters
Eine gute Honigtau-Ernte wird nicht im Erntejahr entschieden, sondern im Vorjahr. Die männlichen Blattläuse fliegen im September umher, um sich zu paaren. Sie brauchen dafür Sonne und mildes Spätherbstwetter.
Ist der Herbst nass und kalt, bricht die Blattlaus-Population im Folgejahr ein. Damit auch die Honigtau-Menge. War der Vorherbst schön, freut sich der Imker im nächsten Sommer.
Der Imker hinter imkerpate.de fasst es so zusammen: „Das Wetter im Herbst des Vorjahres ist dafür ausschlaggebend.” Diese Wettersensitivität ist auch der Grund, warum Waldhonig in manchen Jahren reichlich vorhanden, in anderen knapp und teuer ist.
FAQ – Häufige Fragen zu Honig der Blattlaus
Wie heißt Honig der Blattlaus auf Deutsch? Die fachlich korrekte Bezeichnung ist Honigtau. In älterer Imkerei-Literatur und im Kreuzworträtsel findet man auch das Wort Meltau (mit „l”). Beides meint dasselbe: das zuckerhaltige Ausscheidungsprodukt der Blattlaus, das Bienen zu Waldhonig verarbeiten.
Ist Meltau das Gleiche wie Mehltau? Nein. Meltau ist der süße Saft der Blattlaus, also „Honig der Blattlaus”. Mehltau ist eine Pilzkrankheit an Pflanzen mit weißem, mehligem Belag auf Blättern. Beide Wörter werden in Kreuzworträtseln oft synonym verwendet. Biologisch sind sie zwei völlig verschiedene Dinge.
Wie viele Buchstaben hat Honig der Blattlaus im Kreuzworträtsel? Drei Längen sind im deutschen Rätsel üblich: 6 Buchstaben → MELTAU, 7 Buchstaben → MEHLTAU, 8 Buchstaben → HONIGTAU. Am häufigsten gefragt ist die 6-Buchstaben-Variante. Die Lösung endet immer auf „TAU”.
Schmeckt Honigtau-Honig anders als Blütenhonig? Ja, deutlich. Honigtauhonig, oft als Waldhonig oder Tannenhonig verkauft, ist dunkler, weniger süß und schmeckt malzig-würzig. Er enthält außerdem mehr Mineralstoffe als Blütenhonig und kristallisiert langsamer. Manche Imker bezeichnen ihn als „Champagner unter den Honigen”.
Welche Bienen produzieren Waldhonig? Alle Honigbienen können Waldhonig produzieren. Voraussetzung ist nicht die Bienenrasse, sondern die Trachtquelle. Leben die Bienen in einem Gebiet mit vielen blattlaus-besiedelten Nadelbäumen, sammeln sie Honigtau statt oder zusätzlich zu Blütennektar.
Wo gibt es in Deutschland viel Honigtau-Honig? Vor allem in Süddeutschland und in den Mittelgebirgen. Schwarzwald, Bayerischer Wald, Harz und Thüringer Wald sind klassische Waldhonig-Regionen. In den deutschen Tieflandgebieten dominieren dagegen Blütenhonige aus Raps, Linde und Akazie.
Fazit
Im Kreuzworträtsel ist die Antwort auf „Honig der Blattlaus” mit 6 Buchstaben MELTAU, bei 7 Feldern MEHLTAU, bei 8 HONIGTAU. Hinter dem Rätsel-Begriff steckt ein faszinierendes Stück Biologie: ein Insekt, das so viel Zucker frisst, dass es Süßes wieder ausschwitzen muss, und Bienen, die daraus einen der hochwertigsten deutschen Honige machen. Wenn dir das Rätsel-Knacken Spaß macht, schau gern bei den anderen Wissens-Tools auf profirechner.de vorbei.