Welche Steuerklasse bin ich? Steuerklassen 1 bis 6 im Überblick

Welche Steuerklasse bin ich?

Deine Steuerklasse steht auf jeder Gehaltsabrechnung. Trotzdem wissen die wenigsten aus dem Kopf, welche es ist oder was sie eigentlich bedeutet. Dabei entscheidet genau dieser eine Buchstabe beziehungsweise diese eine Zahl, wie viel von deinem Brutto am Monatsende tatsächlich auf dem Konto landet.

Wo finde ich meine Steuerklasse?

Deine Steuerklasse steht auf deiner Lohn- und Gehaltsabrechnung, meist oben rechts neben Steuer-ID und Sozialversicherungsnummer. Alternativ findest du sie auf deiner elektronischen Lohnsteuerbescheinigung vom Arbeitgeber oder online in deinem ELSTER-Konto unter „Meine Daten“. Auch dein Finanzamt nennt sie dir telefonisch.

Wenn du wissen willst, ob deine aktuelle Steuerklasse überhaupt zu deiner Situation passt, oder ob sich ein Wechsel lohnt, kannst du das direkt mit unserem Steuerklassenrechner prüfen. Dauert unter einer Minute.

Steuerklassen 1 bis 6 im Überblick

Steuerklassen 1 bis 6 im Überblick

Sechs Steuerklassen, sechs verschiedene Lebenssituationen. Welche für dich gilt, entscheidet sich fast ausschließlich über deinen Familienstand und die Zahl deiner Jobs, nicht über deinen Beruf oder dein Einkommen.

SteuerklasseFür wenBesonderheit
ILedige, Geschiedene, Verwitwete (nach Ablauf des Trennungsjahres)Standardklasse, kein Ehevorteil
IIAlleinerziehende mit mindestens einem Kind im HaushaltZusätzlicher Entlastungsbetrag: 4.260 €/Jahr, plus 240 € je weiterem Kind
IIIVerheiratete oder Lebenspartner mit deutlich höherem Einkommen (immer in Kombination mit V)Doppelter Grundfreibetrag, niedrigste monatliche Abzüge
IVVerheiratete oder Lebenspartner mit ähnlichem Einkommen (Standard direkt nach der Heirat)Beide werden wie Ledige besteuert, Ausgleich über die Steuererklärung
VDer einkommensschwächere Partner (immer in Kombination mit III)Kein Grundfreibetrag, dafür die höchsten Abzüge unter den Ehe-Klassen
VIZweit- und Nebenjobs, ab dem zweiten DienstverhältnisKeine Freibeträge, höchste Abzüge aller sechs Klassen

Die folgenden Abschnitte gehen jede Klasse einzeln durch, mit den Zahlen, die 2026 gelten.

Steuerklasse 1, für Ledige und Geschiedene

Steuerklasse I ist der Startpunkt für fast jeden Berufseinstieg. Wer ledig ist, bekommt sie automatisch zugewiesen, ohne Antrag. Auch Geschiedene fallen nach Ablauf des Trennungsjahres zurück in Klasse I, ebenso Verwitwete ab dem übernächsten Kalenderjahr nach dem Tod des Partners.

Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 € im Jahr. Unter Berücksichtigung von Arbeitnehmerpauschbetrag und Vorsorgepauschale fällt in Steuerklasse I erst ab einem Bruttogehalt von rund 1.425 € im Monat überhaupt Lohnsteuer an. Wer weniger verdient, zahlt in dieser Klasse keine.

Die Zuweisung läuft übrigens komplett automatisch. Sobald du dich bei deiner Gemeinde anmeldest und dein Arbeitgeber dich zur Sozialversicherung anmeldet, ruft er über das ELStAM-Verfahren deine Steuerklasse direkt beim Bundeszentralamt für Steuern ab, gebildet aus deinen Meldedaten. Ein eigener Antrag ist für Klasse I also nicht nötig, im Unterschied zu II, III und dem Faktorverfahren.

Steuerklasse 2, für Alleinerziehende

Steuerklasse II baut auf Klasse I auf und legt einen Entlastungsbetrag obendrauf: 4.260 € im Jahr für das erste Kind, plus 240 € für jedes weitere Kind im Haushalt. Automatisch bekommst du sie trotzdem nicht. Du musst sie beim Finanzamt beantragen, und zwei Bedingungen müssen erfüllt sein: mindestens ein minderjähriges oder in Ausbildung befindliches Kind lebt bei dir im Haushalt, und du bekommst für dieses Kind Kindergeld oder den Kinderfreibetrag.

Zieht eine volljährige Person mit eigenem Einkommen bei dir ein, etwa ein neuer Partner, entfällt der Anspruch in der Regel ab dem Folgemonat. Das Finanzamt geht dann davon aus, dass keine echte Alleinerziehung mehr vorliegt.

Steuerklasse 3 und 5, für Ehepaare mit unterschiedlichem Einkommen

Die Kombination III/V funktioniert nur zu zweit. Der besser verdienende Partner wählt Klasse III, der andere automatisch Klasse V. In Klasse III wird der doppelte Grundfreibetrag angerechnet, also 24.696 € statt 12.348 €. Dadurch fällt bis zu einem Bruttogehalt von rund 2.700 € im Monat gar keine Lohnsteuer an. Im Gegenzug hat Klasse V keinen eigenen Grundfreibetrag mehr, die Abzüge dort sind entsprechend hoch.

Als Faustregel gilt: Die 3/5-Kombination lohnt sich, wenn die Gehälter der Partner ungefähr im Verhältnis 60 zu 40 stehen. Ist der Unterschied kleiner, zahlt der Partner in Klasse V unterjährig oft zu viel, was sich zwar über die Steuererklärung ausgleicht, aber Liquidität kostet, die man auch anders nutzen könnte. Ist der Unterschied größer, drohen bei der Jahressteuer Nachzahlungen, weil die 24.696 € Freibetrag in Klasse III das gemeinsame Einkommen zu großzügig verschonen.

Wichtig, unabhängig vom Verhältnis: Wer die Kombination III/V nutzt, ist zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet (§ 46 EStG). Das ist bei IV/IV ohne Faktor normalerweise nicht der Fall.

Zur Einordnung, wie stark sich das monatlich bemerkbar macht: Bei einem Paar mit zusammen 70.000 € Bruttojahreslohn, aufgeteilt im Verhältnis 45.000 € zu 25.000 €, bringt Klasse III dem besser verdienenden Partner mehrere hundert Euro mehr Netto im Monat, als er in Klasse IV hätte. Der andere Partner in Klasse V bekommt im Gegenzug spürbar weniger als in Klasse IV. Insgesamt verändert sich dadurch die Jahressteuer des Paares kaum, nur die Verteilung während des Jahres verschiebt sich zugunsten des Hauptverdieners.

Steuerklasse 4, der Standardfall für Ehepaare

Nach der Hochzeit landen beide Partner erst einmal automatisch in Steuerklasse IV, unabhängig davon, wer wie viel verdient. Jeder wird dabei behandelt wie eine ledige Person in Klasse I, mit eigenem Grundfreibetrag und eigenem Steuerabzug.

Das funktioniert gut, solange beide ungefähr gleich viel verdienen. Klaffen die Gehälter weiter auseinander, wird die IV/IV-Kombination schnell ungenau: Der Splittingvorteil aus der Ehe, der sich erst bei der gemeinsamen Steuererklärung zeigt, fließt monatlich gar nicht ein. Das Ergebnis ist meistens eine Steuererstattung am Jahresende, kann in ungünstigen Fällen aber auch zur Nachzahlung führen. Genau für dieses Problem gibt es das Faktorverfahren.

Was ist Steuerklasse 4 mit Faktor?

Beim Faktorverfahren bleiben beide Partner formal in Steuerklasse IV, bekommen aber zusätzlich einen individuellen Faktor zwischen 0 und 1, den das Finanzamt errechnet und in die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) einträgt. Der Arbeitgeber multipliziert die normale Lohnsteuer nach Klasse IV mit diesem Faktor. So fließt der Splittingvorteil schon während des Jahres in die Abrechnung ein, nicht erst über die Steuererklärung.

Die Formel dahinter: Faktor = voraussichtliche Jahressteuer nach dem Splittingverfahren, geteilt durch die Summe der Jahreslohnsteuer beider Partner nach Klasse IV ohne Faktor. Da das Splittingverfahren praktisch immer günstiger ausfällt als zwei getrennte Berechnungen nach Klasse IV, liegt der Faktor fast immer unter 1.

Ein vereinfachtes Rechenbeispiel, ohne Kirchensteuer und Kinderfreibeträge, nur um das Prinzip zu zeigen: Partner A verdient 68.000 € brutto im Jahr, Partner B 20.000 €. Nach Abzug der Pauschbeträge liegt das zu versteuernde Einkommen von A bei grob 66.700 €, das von B bei rund 18.700 €. Getrennt nach Klasse IV berechnet, kommt das Finanzamt auf eine gemeinsame Jahreslohnsteuer von schätzungsweise 16.900 €. Über das Splittingverfahren, gemeinsames Einkommen halbieren, versteuern, verdoppeln, landet die voraussichtliche Jahressteuer dagegen bei rund 14.900 €. Der Faktor ergibt sich aus 14.900 geteilt durch 16.900, gerundet also ungefähr 0,88. Diesen Wert tragen A und B beide ein, und beide zahlen ab sofort rund 12 % weniger Lohnsteuer im Monat als nach der reinen Klasse-IV-Berechnung.

Diese Zahlen sind grob überschlagen und ersetzen keine Berechnung durch das Finanzamt oder unseren Rechner. Wie stark der Faktor von 1 abweicht, hängt vom Einkommensverhältnis ab: Bei annähernd gleichem Gehalt liegt er oft bei 0,95 oder höher, bei größerem Gefälle zwischen den Partnern kann er auch deutlich niedriger ausfallen.

Wer das Faktorverfahren wählt, ist wie bei der 3/5-Kombination zur Steuererklärung verpflichtet. Der Faktor selbst gilt maximal bis zum Ende des Folgejahres und muss dann neu beantragt werden, spätestens wenn sich eines der beiden Gehälter deutlich ändert.

Steuerklasse 6, für den Zweitjob

Sobald du einen zweiten Job neben deiner Hauptbeschäftigung annimmst, weist dir das Finanzamt für dieses zweite Dienstverhältnis automatisch Klasse VI zu. Das gilt unabhängig davon, ob du ledig, verheiratet oder alleinerziehend bist, und unabhängig von der Steuerklasse deines Hauptjobs.

Klasse VI kennt keinerlei Freibeträge. Der Grundfreibetrag ist schon in deinem Hauptjob verbraucht, deshalb greift hier vom ersten Euro an die volle Besteuerung. Das macht Klasse VI zur teuersten aller sechs Klassen, gemessen am monatlichen Abzug. Am Jahresende gleicht sich das über die Steuererklärung wieder aus, sofern die Gesamtsteuerlast über beide Jobs tatsächlich geringer ausfällt als die Summe der monatlichen Abzüge, was in den meisten Fällen so ist. Wie viel von deinem Zweitjob-Brutto konkret übrig bleibt, überschlägst du am schnellsten mit unserem Lohnsteuerrechner.

Steuerklasse bei Minijob und Midijob

Steuerklasse bei Minijob und Midijob

Hier passiert der häufigste Denkfehler in diesem ganzen Themenfeld: Bei einem klassischen Minijob spielt deine Steuerklasse in der Regel überhaupt keine Rolle. Die Minijob-Grenze liegt 2026 bei 603 € im Monat beziehungsweise 7.236 € im Jahr, ein Anstieg gegenüber den 556 € aus dem Vorjahr, weil der Mindestlohn zum Jahreswechsel auf 13,90 € gestiegen ist. Für Verdienste bis zu dieser Grenze zahlt normalerweise dein Arbeitgeber eine Pauschalsteuer von 2 % direkt an die Minijob-Zentrale, unabhängig von deiner persönlichen Steuerklasse. Nur wenn du dich ausdrücklich für die individuelle Besteuerung nach deiner Steuerklasse entscheidest, was sich fast nie lohnt, greift diese stattdessen.

Anders sieht es im sogenannten Übergangsbereich aus, umgangssprachlich Midijob genannt. Der reicht 2026 von 603,01 € bis 2.000 € im Monat. Hier greift deine normale Steuerklasse ganz regulär, so wie bei jedem anderen Job auch, nur die Sozialversicherungsbeiträge sind in diesem Bereich gestaffelt reduziert. Wer aktuell knapp über der alten 556-Euro-Grenze verdient hat, rutscht durch die Anhebung möglicherweise 2026 automatisch zurück in den Minijob-Status, was einen Blick in die eigene Abrechnung wert ist.

Für dich als Steuerklassen-Frage heißt das im Kern: Solange du unter 603 € bleibst, ist deine Steuerklasse für diesen Job im Regelfall irrelevant, die Pauschalsteuer läuft komplett am ELStAM-System vorbei. Überschreitest du die Grenze und wechselst dadurch in den Midijob-Bereich, wird deine Steuerklasse zum ersten Mal überhaupt für dieses Beschäftigungsverhältnis wichtig, meistens Klasse I bei einem alleinigen Job oder Klasse VI, wenn es sich um einen zweiten Job neben einer Hauptbeschäftigung handelt.

Steuerklassenkombination für Ehepaare, welche lohnt sich?

Verheiratete und eingetragene Lebenspartner haben die Wahl zwischen drei Modellen: III/V, IV/IV und IV/IV mit Faktor. Welches am Ende die richtige Wahl ist, hängt weniger von persönlichem Geschmack ab als vom Einkommensverhältnis der beiden Partner.

Bei annähernd gleichem Gehalt ist IV/IV ohne Faktor meistens die unkomplizierteste Lösung, ohne Antrag, ohne Extraaufwand. Klafft das Einkommen weiter auseinander, etwa im Bereich 60/40 und darüber, bringt III/V spürbar mehr monatliches Netto, verlangt dafür aber zwingend eine Steuererklärung und birgt bei falscher Einschätzung ein Nachzahlungsrisiko. Das Faktorverfahren liegt dazwischen: Es verteilt die Steuerlast bereits unterjährig fair nach Einkommensanteil, ohne die Risiken der reinen 3/5-Kombination, kostet aber etwas mehr Antragsaufwand am Anfang. Um dein Nettogehalt in allen drei Varianten konkret zu vergleichen, hilft unser Brutto-Netto-Rechner weiter.

Steuerklassenkombination für Ehepaare, welche lohnt sich?

Ein Missverständnis vorweg, das die Wahl oft unnötig emotional macht: Egal für welche Kombination ihr euch entscheidet, eure gemeinsame Jahressteuer verändert sich dadurch nicht. Sie richtet sich immer nach dem tatsächlichen Gesamteinkommen und dem Splittingtarif, unabhängig davon, welche Steuerklasse während des Jahres eingetragen war. Was sich unterscheidet, ist ausschließlich die monatliche Verteilung, also wer wie viel Liquidität hat, und ob am Jahresende eine Erstattung oder eine Nachzahlung ansteht.

Ein Punkt, den ältere Artikel zu diesem Thema oft noch falsch darstellen: 2024 war im Rahmen des Steuerfortentwicklungsgesetzes tatsächlich geplant, die Kombination III/V zum 1. Januar 2030 komplett abzuschaffen und alle Ehepaare automatisch ins Faktorverfahren zu überführen. Diese Umstellung wurde im finalen Gesetz jedoch gestrichen und von der aktuellen Bundesregierung bislang nicht wieder aufgegriffen. Stand Sommer 2026 bleibt III/V also weiterhin ganz normal wählbar, ein verbindlicher neuer Zeitpunkt für eine Abschaffung steht nicht fest. Falls du also woanders liest, die Klassen 3 und 5 seien bald Geschichte: Das stimmt aktuell nicht.

Steuerklasse wechseln, so geht’s

Ein Wechsel lohnt sich vor allem bei Heirat, Scheidung, dem Tod des Partners, der Geburt eines Kindes oder wenn du frisch alleinerziehend wirst. Seit 2020 gibt es dafür keine Beschränkung auf einen Wechsel pro Jahr mehr, Ehepaare und Lebenspartner können die Kombination beliebig oft im Kalenderjahr ändern.

  1. Formular „Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern“ besorgen, entweder direkt online über ELSTER oder als Papierformular beim Finanzamt.
  2. Bei Verheirateten und Lebenspartnern müssen beide Personen den Antrag unterschreiben beziehungsweise elektronisch bestätigen.
  3. Antrag beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt einreichen. Für eine Wirkung noch im laufenden Kalenderjahr muss der Antrag spätestens bis zum 30. November dort eingehen.
  4. Die neue Steuerklasse gilt ab dem 1. des Monats, der auf die Antragstellung folgt.
  5. Dein Arbeitgeber bekommt die geänderten ELStAM automatisch über die Finanzverwaltung, ein separater Nachweis von dir ist nicht nötig.

Ein Sonderfall betrifft werdende Eltern: Wer Elterngeld beantragen will, sollte einen günstigeren Wechsel möglichst mindestens sieben Monate vor Beginn des Mutterschutzes stellen. Wie genau sich das auf die Höhe auswirkt, erklären wir ausführlich in unserem Artikel zum Elterngeld.

Verpasst ihr den 30. November, ist das kein Beinbruch: Der Antrag bleibt gültig, wirkt dann aber erst zum 1. Januar des Folgejahres, weil das laufende Steuerjahr zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen ist. Für das laufende Jahr bleibt es bei der bisherigen Steuerklasse, der Ausgleich läuft dann über die Steuererklärung.

Häufig gestellte Fragen

Welche Steuerklasse habe ich?

Das hängt von deinem Familienstand ab. Ledige, Geschiedene und Verwitwete bekommen automatisch Klasse I, Alleinerziehende auf Antrag Klasse II, frisch Verheiratete automatisch Klasse IV je Partner, und ein Zweitjob wird automatisch mit Klasse VI besteuert. Die genaue Angabe findest du auf deiner Gehaltsabrechnung oder im ELSTER-Konto.

Was ist Steuerklasse 4 mit Faktor?

Ein individueller Multiplikator zwischen 0 und 1, den das Finanzamt für Ehepaare in Klasse IV berechnet. Er verteilt den steuerlichen Splittingvorteil bereits monatlich auf beide Gehälter, statt ihn erst über die Steuererklärung nachträglich auszugleichen. Muss beantragt werden und verpflichtet zur Steuererklärung.

Wie oft kann ich meine Steuerklasse wechseln?

Seit 2020 beliebig oft im Kalenderjahr, es gibt keine gesetzliche Obergrenze mehr. Damit ein Wechsel noch im selben Jahr wirkt, muss der Antrag bis spätestens 30. November beim Finanzamt eingehen. Wirksam wird er jeweils ab dem Folgemonat.

Wirkt sich die Steuerklasse auf Elterngeld und Arbeitslosengeld aus?

Ja, und zwar direkt. Beide Leistungen berechnen sich auf Basis deines durchschnittlichen Nettoeinkommens der letzten zwölf Monate. Wer rechtzeitig in eine günstigere Steuerklasse wechselt, meist Klasse III, erhöht damit sein Netto in der Bemessungsperiode und in der Folge auch die spätere Leistung. Bei Elterngeld sollte der Wechsel mindestens sieben Monate vor dem Mutterschutz erfolgen, damit er im Bemessungszeitraum wirklich zählt.

Muss ich mit Steuerklasse 5 eine Steuererklärung abgeben?

Ja. Wer die Kombination III/V nutzt, ist nach § 46 EStG zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet, unabhängig davon, ob am Ende eine Rückzahlung oder eine Nachzahlung herauskommt.

Welche Steuerklasse gilt beim Zweitjob?

Automatisch Klasse VI, sobald ein zweites Dienstverhältnis beginnt. Diese Klasse kennt keine Freibeträge, weil dein Grundfreibetrag bereits im Hauptjob berücksichtigt wird. Die tatsächliche Steuerlast über beide Jobs gleicht sich am Jahresende über die Steuererklärung wieder aus.

Kann ich mit der Steuerklassenwahl Steuern sparen?

Bei der Jahressteuer nicht wirklich. Die richtet sich am Ende immer nach deinem tatsächlichen Einkommen und wird über die Steuererklärung ausgeglichen, egal welche Klasse unterjährig eingetragen war. Was sich durch die Wahl der Steuerklasse aber real verändert, ist deine monatliche Liquidität und die Höhe von Lohnersatzleistungen wie Elterngeld oder Arbeitslosengeld, denn die richten sich nach dem Netto, das deine Steuerklasse unterjährig erzeugt.

Kader Loth und Isi getrennt: Aktueller Stand, Gründe und Timeline

Kader Loth (53) und ihr Ehemann Ismet „Isi” Atli (55) sind seit Sommer 2025 offiziell getrennt. Ganz vorbei ist die Geschichte trotzdem nicht: Die beiden zeigen sich weiterhin gemeinsam bei Terminen, Isi fährt sie zu Auftritten, und ihren Beauty-Salon führen sie bis heute zusammen. (Stand: April 2026)

Sind Kader Loth und Isi aktuell getrennt oder wieder zusammen?

Offiziell: getrennt. In der Praxis: kompliziert. Seit der Trennungsbekanntgabe im Sommer 2025 wurden Kader und Isi immer wieder gemeinsam bei Events gesichtet, zuletzt im April 2026 — Fans fragen sich seither regelmäßig, ob da doch noch mehr läuft. Kader selbst erklärte im Podcast, das Leben sei nicht schwarz oder weiß. Isi sei ihr über 22 gemeinsame Jahre zum Steuerberater, Fahrer und Gepäckträger geworden; jemanden einfach aus dem Leben zu streichen, funktioniere so nicht. Nach eigenen Worten sind die beiden nach wie vor ein Team — nur eben kein Liebespaar mehr, zumindest offiziell.

Die Trennungs-Timeline im Überblick

  • 2017: Kader Loth und Ismet Atli heiraten.
  • 2022: Gemeinsamer Auftritt im „Sommerhaus der Stars”.
  • 2023: Bei „Temptation Island VIP” stellen sie ihre Beziehung auf die Probe und verlassen die Show als Paar.
  • 2024: Kader eröffnet ihren eigenen Beauty-Salon, den Isi mit betreut.
  • Juni 2025: Kader gibt auf Instagram die räumliche Trennung bekannt, als Grund nennt sie unüberbrückbare Differenzen.
  • August 2025: Im Interview mit dem Berliner Kurier sagt Kader offen, ihre Gefühle für Isi seien nicht mehr da.
  • Herbst 2025: Bei der Premiere der Joyn-Show „The Power” bestätigt Kader die Trennung öffentlich und endgültig, sie beschreibt die Beziehung als auf Eis gelegt. Parallel läuft mit „Alles im Loth! Die Kader und Isi Story” auf RTL Zwei eine eigene Doku-Reihe über ihre Beziehung.
  • Dezember 2025: Gerüchte machen die Runde, Isi date eine deutlich jüngere „Germany’s Next Topmodel”-Kandidatin.
  • Frühjahr 2026: Kader spricht öffentlich über ihre Wunschvorstellung für einen künftigen Partner.
  • April 2026: Trotz offizieller Trennung werden Kader und Isi weiter gemeinsam gesichtet, im Podcast betont sie, wie sehr sie ihn noch im Alltag braucht.

Warum haben sich Kader Loth und Isi getrennt?

Eine einzelne, klare Antwort gibt es nicht — die Gründe, die Kader in verschiedenen Interviews genannt hat, überschneiden sich eher, als dass sie sich ergänzen. Im Mai 2025 sprach sie in einem Video des Berliner Kurier von zu vielen heimlichen Handytelefonaten, die für sie das Fass zum Überlaufen brachten. Bei der Instagram-Ankündigung im Juni war dann allgemein von unüberbrückbaren Differenzen die Rede. Im August folgte die deutlichste Aussage: Ihre Gefühle für Isi seien nicht mehr da. Isi selbst wich in einem Radiointerview bei Jam FM klaren Antworten aus und sprach eher davon, dass beide immer füreinander da sein würden, ohne zu sagen, ob das noch eine Beziehung sei.

Sind Kader Loth und Isi geschieden oder nur getrennt?

Geschieden sind sie nach aktuellem Stand nicht. In allen verfügbaren Berichten ist ausschließlich von einer Trennung die Rede, nicht von einem eingereichten Scheidungsverfahren. Dazu passt, wie eng die beiden weiterhin verbunden sind: Sie führen den Salon gemeinsam, und im Alltag helfen sie sich nach wie vor gegenseitig. Bis auf Weiteres bleibt der Status also: getrennt, aber nicht geschieden.

Was wird aus ihrem gemeinsamen Beauty-Salon?

Den Salon eröffnete Kader 2024, betrieben wird er aber weiterhin gemeinsam mit Isi. Im April 2026 machte sie im Podcast klar, dass sie ihn dort auch gar nicht ersetzen will: Ihre Suche nach einer neuen Assistenz sei bislang erfolglos geblieben, scherzte sie. Solange das Geschäft läuft, bleiben beide zwangsläufig im Kontakt, Trennung hin oder her.

Kommen Kader Loth und Isi wieder zusammen?

Ausgeschlossen ist es nicht. Die beiden haben sich in ihrer Beziehung schon mehrfach getrennt und wieder zusammengefunden, unter anderem vor ihrer gemeinsamen Teilnahme bei „Temptation Island VIP” 2023. Gleichzeitig hat Kader inzwischen recht konkrete Vorstellungen von einem künftigen Partner geäußert — vermögend soll er sein, aber keine Kinder haben und nicht im Rampenlicht stehen. Das klingt eher nach einem echten Neuanfang als nach einer Rückkehr zu Isi. Am wahrscheinlichsten bleibt aktuell ein Zwischenzustand: getrennt auf dem Papier, im Alltag aber weiter eng verzahnt, bis einer der beiden diesen Zustand aktiv beendet.

Häufig gestellte Fragen

Wer ist Isi, der Ehemann von Kader Loth?

Ismet „Isi” Atli (55) ist seit rund 22 Jahren mit Kader Loth liiert, seit 2017 sind sie verheiratet. Er tritt regelmäßig mit ihr in Reality-Formaten auf und ist bis heute an ihrem Beauty-Salon beteiligt.

Seit wann sind Kader Loth und Isi zusammen?

Laut übereinstimmenden Berichten seit rund 2004, geheiratet haben sie 2017.

Elterngeld bei Zwillingen 2026: Höhe, Dauer und Mehrlingszuschlag

Elterngeld bei Zwillingen

Elterngeld bei Zwillingen läuft anders, als viele Eltern zunächst erwarten. Wer im ersten Moment mit dem doppelten Betrag rechnet, liegt daneben – das Elterngeld wird für Mehrlingsgeburten nur einmal bewilligt. Was es stattdessen gibt, regelt § 2a BEEG: einen Mehrlingszuschlag, der das Elterngeld für jedes weitere Kind der Mehrlingsgeburt aufstockt. Wie hoch dieser Zuschlag ausfällt, wie lange er gezahlt wird und was ihn vom Geschwisterbonus unterscheidet, erklären wir im Folgenden – inklusive Beispielrechnung und den aktuellen Reformplänen fürs Elterngeld.

Kurze Antwort: Bei Zwillingen gibt es kein doppeltes Elterngeld, aber einen Mehrlingszuschlag von 300 Euro monatlich beim Basiselterngeld bzw. 150 Euro beim Elterngeld Plus – macht zwischen 600 und 2.100 Euro im Monat.

Inhaltsverzeichnis

Wie viel Elterngeld bekommt man bei Zwillingen?

Wie viel Elterngeld bekommt man bei Zwillingen?

Beim Basiselterngeld gibt es für Zwillinge mindestens 600 Euro und höchstens 2.100 Euro pro Lebensmonat – der reguläre Betrag (300 bis 1.800 Euro) plus 300 Euro Mehrlingszuschlag. Beim Elterngeld Plus sind es mindestens 300 und höchstens 1.050 Euro, weil sowohl der reguläre Betrag als auch der Zuschlag halbiert werden.

BezugsformRegulärer Betrag+ MehrlingszuschlagMinimumMaximum
Basiselterngeld300–1.800 €+300 €600 €2.100 €
Elterngeld Plus150–900 €+150 €300 €1.050 €

Der reguläre Betrag richtet sich, wie bei einem Einzelkind auch, nach dem durchschnittlichen Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt: 65 bis 67 Prozent davon, mindestens aber 300 Euro und höchstens 1.800 Euro. Der Mehrlingszuschlag kommt unabhängig vom Einkommen oben drauf – ein Festbetrag, gezahlt für jedes Kind ab dem zweiten der Mehrlingsgeburt. Bei Drillingen wären es entsprechend zwei Zuschläge.

Beispielrechnung: Ein Elternteil hatte vor der Geburt ein Nettoeinkommen, das zum Höchstsatz führt. Bezieht die Familie zwölf Monate lang Basiselterngeld, ergibt sich:

PositionBetrag
Basiselterngeld (Höchstsatz)1.800 €/Monat
+ Mehrlingszuschlag300 €/Monat
= Elterngeld bei Zwillingen2.100 €/Monat
× 12 Monate25.200 €

Beim Mindestsatz sind es entsprechend 600 Euro monatlich bzw. 7.200 Euro über zwölf Monate. Wer die genaue Summe für das eigene Nettoeinkommen wissen will, kann sie mit dem Elterngeld Rechner von profirechner.de in weniger als einer Minute durchrechnen – der Rechner nimmt den Mehrlingszuschlag direkt als Eingabefeld.

Mehrlingszuschlag: Warum es kein doppeltes Elterngeld gibt

Der Gedanke liegt nahe: zwei Kinder, zwei Anträge, doppeltes Elterngeld. Rechtlich ist das aber ausdrücklich ausgeschlossen. § 2a Abs. 4 BEEG sieht für Mehrlingsgeburten nur einen Elterngeldanspruch vor, der um einen Zuschlag von 300 Euro (Basiselterngeld) bzw. 150 Euro (Elterngeld Plus) je weiterem Mehrlingskind erhöht wird. Bei Zwillingen ist das ein Zuschlag, bei Drillingen zwei.

Praktisch bedeutet das: Im Elterngeldantrag wird die Zahl der Mehrlinge angegeben, die Elterngeldstelle rechnet den Zuschlag automatisch dazu. Ein gesonderter Antrag ist dafür nicht nötig – wohl aber die Geburtsurkunde für jedes Kind. Der Zuschlag ist an die gewählte Bezugsform gekoppelt und läuft so lange wie das reguläre Elterngeld auch, ohne eigene, kürzere Frist.

Dürfen beide Eltern gleichzeitig Elterngeld beziehen?

Bei der Geburt eines einzelnen Kindes dürfen Mutter und Vater in den ersten zwölf Lebensmonaten nur in einem gemeinsamen Monat gleichzeitig Basiselterngeld beziehen. Bei Mehrlingsgeburten gilt diese Einschränkung nicht. Beide Eltern von Zwillingen können von Anfang an parallel Basiselterngeld nehmen.

Das ist mehr als eine Randnotiz. Praktisch relevant wird es vor allem dort, wo die Mutter nach der Geburt Mutterschaftsgeld bezieht – diese Monate werden bei ihr automatisch mit Basiselterngeld belegt. Bei einer Einlingsgeburt sperrt das den anderen Elternteil für dieselben Monate. Bei Zwillingen nicht: Der zweite Elternteil kann parallel Basiselterngeld beantragen, etwa indem er die Arbeitszeit auf bis zu 32 Wochenstunden reduziert. Dafür stehen ihm bei Zwillingen mindestens 600 Euro pro Lebensmonat zu – 300 Euro Mindestbetrag plus 300 Euro Mehrlingszuschlag.

Wer diese Variante durchrechnen will, sieht im Elterngeld Rechner sofort, was eine Reduzierung auf 32 statt 40 Wochenstunden für beide Elternteile gleichzeitig bedeutet.

Geschwisterbonus und Mehrlingszuschlag zusammen

Wächst die Familie nicht zum ersten Mal, kommt zum Mehrlingszuschlag unter Umständen noch der Geschwisterbonus hinzu – und zwar tatsächlich beide gleichzeitig. Das klingt nach einer Ausnahme, ist aber ausdrücklich so im Gesetz vorgesehen: § 2a Abs. 4 Satz 2 BEEG stellt klar, dass der Mehrlingszuschlag zusätzlich zum Geschwisterbonus gezahlt wird, wenn dessen Voraussetzungen ebenfalls erfüllt sind.

Der Geschwisterbonus erhöht das Elterngeld um 10 Prozent, mindestens aber um 75 Euro beim Basiselterngeld bzw. 37,50 Euro beim Elterngeld Plus – vorausgesetzt, im Haushalt lebt mindestens ein weiteres Kind unter drei Jahren (oder zwei Kinder unter sechs Jahren, oder ein Kind mit Behinderung unter 14 Jahren). Auf unserer Geschwisterbonus-Seite gehen wir im Detail darauf ein.

Beispiel: Im Haushalt lebt bereits ein anderthalbjähriges Kind, als Zwillinge geboren werden. Ein Elternteil hat Anspruch auf 1.800 Euro Basiselterngeld. Mit Geschwisterbonus (180 Euro, 10 Prozent) und Mehrlingszuschlag (300 Euro) kommen in diesem Monat 2.280 Euro zusammen – ohne dass dafür ein zusätzlicher Antrag nötig wäre.

Was hier nicht funktioniert: der Geschwisterbonus für die Zwillinge untereinander. Mehrlinge zählen nicht als Geschwister des jeweils anderen – dafür gibt es ja bereits den Mehrlingszuschlag. Der Bonus greift nur, wenn zusätzlich ein älteres oder ein weiteres, nicht mehrlingsgeborenes Kind im Haushalt lebt.

Wie lange bekommt man Elterngeld bei Zwillingen?

Bei der Dauer unterscheiden sich Zwillinge nicht von Einzelkindern – der Mehrlingszuschlag erhöht die Höhe, nicht die Bezugszeit. Es bleibt bei bis zu 12 Monaten Basiselterngeld pro Elternteil, plus bis zu 2 Partnermonaten, macht 14 Monate für beide Eltern zusammen. Wählt die Familie stattdessen Elterngeld Plus, verdoppelt sich der Zeitraum auf bis zu 28 Monate bei halbem Satz, inklusive bis zu 4 Partnerschaftsbonusmonaten, wenn beide Eltern gleichzeitig zwischen 24 und 32 Wochenstunden arbeiten.

Wichtig: Die Neuregelung bei den Partnermonaten für Geburten ab dem 1. April 2024 gilt ausdrücklich nicht für Mehrlingsgeburten – hier bleibt es bei der bisherigen Regelung von zwei Partnermonaten.

Wie lange Elternzeit bei Zwillingen?

Anders als beim Elterngeld verdoppelt sich bei der Elternzeit der Anspruch tatsächlich: Sie steht jedem Elternteil pro Kind zu, nicht pro Geburt. Bei Zwillingen macht das für jeden Elternteil 2 × 3 Jahre, also 6 Jahre Elternzeit insgesamt – aufteilbar in bis zu 3 Abschnitte je Kind.

Ein Teil davon, maximal 24 Monate je Kind, lässt sich auch zwischen dem 3. und 8. Geburtstag nehmen, sofern rechtzeitig angemeldet. Wer diesen übertragbaren Zeitraum für beide Zwillinge möglichst vollständig sichern will, sollte die Elternzeit gestaffelt beantragen: zuerst 2 Jahre für Kind 1, dann 1 Jahr für Kind 2. Nur so bleiben rechnerisch 24 Monate für das zweite Kind übrig, die später zwischen dem 3. und 8. Geburtstag genutzt werden können.

Praxistipp: Diese Reihenfolge sollte vor der Geburt mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden – Elternzeit muss in der Regel 7 Wochen vorher schriftlich beantragt werden, bei Mehrlingen am besten für beide Kinder gemeinsam.

Was Eltern und Expertinnen dazu sagen

Was Eltern und Expertinnen dazu sagen

Die Zahlen sind das eine, der Alltag mit Mehrlingen ein anderes. Alexandra Jaeger vom Zwillings- und Drillingszentrum extrakind begleitet nach eigenen Angaben jährlich mehr als 500 Mehrlingsfamilien und beschreibt auf LinkedIn ein wiederkehrendes Muster: Familien wüssten oft nicht, welche Leistungen ihnen zustehen – und hätten ausgerechnet in der stressigsten Phase am wenigsten Zeit, sich damit zu beschäftigen. Genau deshalb lohnt sich der Blick auf Mehrlingszuschlag und Geschwisterbonus schon vor der Geburt, nicht erst beim Ausfüllen des Antrags.

Auch die geplante Elterngeld-Reform 2027 wird in einschlägigen LinkedIn-Kreisen kontrovers diskutiert. Die Analystin Laura Böhmer (Civey) hat im April 2026 vorgerechnet, was die Kürzung der Bezugsdauer auf 12 Monate trotz höherer Monatsbeträge real bedeutet: Bei 14 Monaten zu je 1.800 Euro kommen heute 25.200 Euro zusammen, bei 12 Monaten zu je 1.900 Euro nach der geplanten Reform nur noch 22.800 Euro – ein Minus von 2.400 Euro. Für Zwillingsfamilien, die durch den Mehrlingszuschlag ohnehin höhere Monatsbeträge beziehen, würde sich dieser Effekt entsprechend verstärken, sollte der Zuschlag unverändert weitergezahlt werden.

Aktuelle Elterngeld-Reform 2027: Was sich für Zwillingseltern ändern könnte

Stand August 2026 ist die Reform ein Gesetzentwurf, kein geltendes Recht. Bundesfamilienministerin Karin Prien hat ein Modell vorgelegt, das die maximale Bezugsdauer beim Basiselterngeld von 14 auf 12 Monate kürzt und dafür ein 3-3-6-Modell einführt: 3 Monate reservierte Elternzeit je Elternteil, 6 weitere Monate frei aufteilbar. Gleichzeitig sollen der Mindest- und Höchstbetrag zum ersten Mal seit 2007 steigen – von 300 auf 330 Euro bzw. von 1.800 auf 1.900 Euro. Nach derzeitigem Stand der Berichterstattung soll die Neuregelung für Kinder gelten, die ab dem 1. November 2027 geboren werden; wer aktuell schwanger ist oder plant, ist von der Reform also vorerst nicht betroffen.

Offen ist bislang, wie sich der Mehrlingszuschlag in diesem neuen Modell verhält. Weder der Gesetzentwurf noch die bisherige Berichterstattung äußern sich dazu, ob die 300 bzw. 150 Euro Zuschlag unverändert bleiben oder ebenfalls angepasst werden. Der Entwurf befand sich zuletzt in der Ressortabstimmung, ein endgültiges Inkrafttretensdatum gibt es nicht. Wir aktualisieren diesen Abschnitt, sobald ein Kabinettsbeschluss vorliegt.

FAQ

Bekommt man bei Zwillingen doppeltes Elterngeld?

Nein. Für eine Mehrlingsgeburt gibt es rechtlich nur einen Elterngeldanspruch. Statt eines zweiten, vollständigen Anspruchs zahlt die Elterngeldstelle einen Mehrlingszuschlag: 300 Euro monatlich beim Basiselterngeld, 150 Euro beim Elterngeld Plus, für jedes Kind ab dem zweiten der Mehrlingsgeburt.

Wie hoch ist der Mehrlingszuschlag bei Zwillingen?

Der Mehrlingszuschlag beträgt 300 Euro pro Monat beim Basiselterngeld und 150 Euro beim Elterngeld Plus. Damit liegt das gesamte Elterngeld bei Zwillingen zwischen 600 und 2.100 Euro (Basiselterngeld) bzw. zwischen 300 und 1.050 Euro (Elterngeld Plus) pro Lebensmonat.

Wirkt sich der Mehrlingszuschlag auf Wohngeld oder BAföG aus?

Elterngeld wird bei Leistungen wie Wohngeld, BAföG oder einkommensabhängigen Kita-Beiträgen wie Einkommen angerechnet – allerdings nur der Teil oberhalb des Mindestbetrags. Bei Zwillingen liegt dieser Mindestbetrag doppelt so hoch wie bei einem Einzelkind, wodurch mehr vom Elterngeld anrechnungsfrei bleibt.

Bekommen Zwillinge automatisch länger Elterngeld?

Nein. Der Mehrlingszuschlag erhöht die Höhe des Elterngelds, nicht die Bezugsdauer. Es bleibt bei bis zu 14 Monaten Basiselterngeld für beide Eltern zusammen bzw. bis zu 28 Monaten Elterngeld Plus inklusive Partnerschaftsbonus – genau wie bei einem Einzelkind.

Dürfen beide Eltern von Zwillingen gleichzeitig Basiselterngeld beziehen?

Ja. Anders als bei der Geburt eines einzelnen Kindes gilt bei Mehrlingsgeburten keine Beschränkung auf einen gemeinsamen Bezugsmonat. Beide Eltern können deshalb von Anfang an parallel Basiselterngeld beantragen, was besonders bei paralleler Reduzierung der Arbeitszeit relevant wird.

Was ändert sich für Zwillingseltern durch die geplante Elterngeld-Reform 2027?

Nach aktuellem Entwurf soll die Bezugsdauer ab Geburten ab November 2027 von 14 auf 12 Monate sinken, dafür sollen Mindest- und Höchstbetrag steigen. Wie sich der Mehrlingszuschlag dabei verhält, ist bislang nicht geregelt. Für aktuelle Schwangerschaften und Geburten ändert sich vorerst nichts.

Fazit

Der Mehrlingszuschlag macht das Elterngeld bei Zwillingen spürbar höher als bei einem Einzelkind, aber eben nicht doppelt so hoch – und die Bezugsdauer bleibt gleich. Wer zusätzlich ein älteres Geschwisterkind im Haushalt hat, sollte den Geschwisterbonus nicht vergessen: Beide Zuschläge lassen sich kombinieren.

Nächster Schritt: Mit dem Elterngeld Rechner von profirechner.de lässt sich der eigene Anspruch inklusive Mehrlingszuschlag in weniger als einer Minute durchrechnen.

Joko Winterscheidt Vermögen: Wie reich ist der TV-Moderator wirklich?

Joko Winterscheidt Vermögen

Das Vermögen von Joko Winterscheidt wird Medienberichten zufolge auf 12 bis 15 Millionen Euro geschätzt (Stand 2026). Eine offizielle Bestätigung dieser Zahl gibt es nicht — wie bei fast allen TV-Promis basieren die Schätzungen auf Gagen-Recherchen, bekannten Firmenbeteiligungen und Werbedeals, nicht auf echten Kontoauszügen.

Wir haben für diesen Artikel die kursierenden Zahlen, seine wichtigsten Einkommensquellen und alle öffentlich bekannten Firmenbeteiligungen zusammengetragen — mit Quellenangabe zu jeder Zahl, damit du selbst einschätzen kannst, wie belastbar die jeweilige Angabe ist.

Kurze Antwort: Joko Winterscheidts Vermögen wird aktuell auf rund 12 bis 15 Millionen Euro geschätzt — vor allem aus TV-Gagen, Werbedeals, seinem Podcast und mehreren Firmenbeteiligungen.

Inhaltsverzeichnis

  • Joko Winterscheidt Vermögen im Überblick
  • Wie hoch ist das Vermögen von Joko Winterscheidt?
  • Womit verdient Joko Winterscheidt sein Geld?
  • Joko Winterscheidts Firmen und Investments
  • Joko Winterscheidt vs. Klaas Heufer-Umlauf: Wer ist reicher?
  • Karriere in Kürze
  • Warum schwanken die Vermögensschätzungen so stark?
  • Joko über Geld und Unternehmertum
  • FAQ

Joko Winterscheidt Vermögen im Überblick

Geschätztes Vermögen12–15 Mio. € (Schätzung, nicht bestätigt)
Voller NameJoachim „Joko” Winterscheidt
Geburtsdatum13. Januar 1979 (47 Jahre)
Geboren inMönchengladbach
BerufModerator, Unternehmer, Podcaster, Schauspieler
Bekannt durchCircus HalliGalli, Joko & Klaas gegen ProSieben, Wer stiehlt mir die Show?
WohnortRaum München
Firmenbeteiligungenmindestens 7, u. a. Florida TV, Von Jungfeld, Muscatel Gin
Zuletzt aktualisiertAugust 2026

Wie hoch ist das Vermögen von Joko Winterscheidt?

Das geschätzte Vermögen von Joko Winterscheidt liegt laut mehreren unabhängig recherchierten Quellen bei 12 bis 15 Millionen Euro (Stand 2026). Die älteste kursierende Zahl — 12 Millionen Euro — stammt ursprünglich vom Portal Vermögen Magazin und wird seither von zahlreichen anderen Seiten übernommen, teils ohne eigene Prüfung.

Klartext: TV-Gagen sind in Deutschland vertraglich so gut wie immer geheim. Weder ProSieben noch Joko Winterscheidt selbst veröffentlichen Zahlen zu seinen Honoraren. Jede Vermögensschätzung — auch diese hier — ist deshalb eine Annäherung auf Basis von Senderreichweite, Format-Anzahl, Werbedeals und den bekannten Firmenbeteiligungen. Kein geprüfter Kontostand also, sondern eine begründete Näherung.

Womit verdient Joko Winterscheidt sein Geld?

Joko Winterscheidt verdient sein Geld hauptsächlich als TV-Moderator, durch Werbedeals, seinen Podcast Sunset Club und Gagen als Schauspieler. Hinzu kommen Erträge aus mehreren Firmenbeteiligungen, die sein Einkommen zusätzlich diversifizieren.

TV-Moderation und Gagen

Den größten Teil seines Einkommens dürfte Joko nach wie vor aus der TV-Moderation ziehen. Seit 2005 ist er bei MTV Germany im Geschäft, seit 2009 moderiert er gemeinsam mit Klaas Heufer-Umlauf — erst „MTV Home”, dann „Circus HalliGalli”, „Duell um die Welt” und seit 2019 „Joko & Klaas gegen ProSieben”. Seit 2025 kommt „Ein sehr gutes Quiz (mit hoher Gewinnsumme)” dazu, ebenfalls mit Klaas.

Faustregel bei etablierten deutschen Show-Moderatoren mit diesem Bekanntheitsgrad: fünfstellige Gagen pro Sendetermin sind realistisch, bei Primetime-Formaten mit hoher Reichweite auch mehr. Offizielle Zahlen zu Jokos konkreten Honoraren gibt es allerdings nicht.

Werbedeals und Testimonials

Joko war und ist ein gefragtes Werbegesicht — unter anderem für Renault, die Sparkasse und McDonald’s. Am bekanntesten wurde seine Kampagne fürs iPhone 6 gemeinsam mit Klaas. Beide dürften daran laut mehreren Quellen gut verdient haben.

Podcast: Sunset Club

Seit Mai 2023 moderiert Joko gemeinsam mit Sophie Passmann den wöchentlichen Podcast „Sunset Club”. Werbe- und Plattformeinnahmen aus einem etablierten deutschen Podcast-Format dieser Größenordnung tragen inzwischen spürbar zum Gesamteinkommen bekannter Moderatoren bei — auch wenn konkrete Zahlen dazu nicht veröffentlicht sind.

Schauspielgagen

Kleiner, aber nicht zu vernachlässigen: Auftritte als Schauspieler, etwa in „Der Nanny” oder in zwei Folgen von „Das Traumschiff” (2019 und 2020).

Joko Winterscheidts Firmen und Investments

Joko Winterscheidts Firmen und Investments

Joko Winterscheidt ist an mindestens sieben Unternehmen beteiligt oder hat sie mitgegründet — von einer Produktionsfirma über eine Sockenmarke bis zur eigenen Schokolade. Nicht jedes Investment war ein Erfolg: Bei der App GoButler verlor er 2015 nachweislich Geld.

Firma / InvestmentBereichRolle / Beteiligung
Florida TVTV-Produktion49 % Joko & Klaas gemeinsam, 51 % Endemol
Von JungfeldHerrensocken6 % laut Handelsregister
Muscatel Dry GinSpirituosenInvestor
III FREUNDEWeinMitgründer, mit Matthias Schweighöfer
Creative Cosmos 15 (CC15)Produktion & WerbeagenturMitgründer, mit Schweighöfer
JokoladeSchokoladeEigenes Produkt
German GarmentStreetwearMitgründer 2009, laut aktuellen Berichten eingestellt
GoButlerAlltags-App4 % Beteiligung 2015, Investment verloren

Quellen: Handelsregister, Vermögen Magazin, OK! Magazin — siehe Quellenverzeichnis.

Übrigens: Dass ausgerechnet GoButler in der Liste steht, sagt mehr über Jokos Investmentstil als jeder Erfolg. In Interviews beschreibt er wiederholt, dass ihn Gründer als Personen überzeugen müssen, nicht nur die Zahlen. Das erklärt vermutlich auch, warum nicht jedes Investment aufgeht.

Joko Winterscheidt vs. Klaas Heufer-Umlauf: Wer ist reicher?

Beide Vermögensschätzungen stammen ursprünglich von derselben Quelle (Vermögen Magazin) und liegen nah beieinander: Joko wird meist bei 12 bis 15 Millionen Euro verortet, Klaas Heufer-Umlauf bei rund 10 Millionen Euro. Ein echter, geprüfter Vergleich ist mangels offizieller Zahlen nicht möglich.

Nach aktuellem Stand der öffentlich kursierenden Schätzungen liegt Joko also leicht vorn — vermutlich auch, weil er mit mehr Firmen und Marken verbunden ist als sein langjähriger TV-Partner. Wirklich belastbar ist der Unterschied trotzdem nicht: Beide Zahlen basieren auf derselben Handvoll Quellen, die sich seit Jahren gegenseitig zitieren.

Karriere in Kürze

Vor der Fernsehkarriere lief nicht alles glatt. Winterscheidt brach eine Ausbildung zum Werbekaufmann ab und scheiterte an der Aufnahmeprüfung zum Piloten. Über ein Praktikum bei der Hamburger Produktionsfirma Me, Myself & Eye Entertainment kam er zum Fernsehen — zunächst als Redakteur für VOX, RTL, Arte und MTV.

2005 wurde er festes Gesicht bei MTV Germany, 2009 lernte er Klaas Heufer-Umlauf kennen. Seitdem moderieren die beiden gemeinsam eine Reihe erfolgreicher ProSieben-Formate und bauten parallel ihre eigene Produktionsfirma Florida TV auf.

Warum schwanken die Vermögensschätzungen bei Joko Winterscheidt so stark?

Die Schätzungen schwanken, weil es keine öffentliche, geprüfte Quelle für Jokos tatsächliches Vermögen gibt. Portale rechnen mit unterschiedlichen Annahmen zu TV-Gagen, Werbedeals und dem Wert seiner Firmenanteile — und übernehmen häufig einfach die Zahl eines anderen Portals, ohne sie zu prüfen.

Das lässt sich an der Quellenlage gut nachvollziehen: Die Zahl 12 Millionen Euro taucht seit rund zehn Jahren praktisch unverändert auf mehreren Seiten auf, obwohl Jokos Firmenportfolio in dieser Zeit spürbar gewachsen ist — Sunset Club etwa gibt es erst seit 2023. Neuere Artikel gleichen das aus, indem sie die Spanne einfach auf 12 bis 15 Millionen Euro erweitern, meist ohne eigene neue Recherche.

Joko über Geld und Unternehmertum

Wie Joko selbst über seine unternehmerischen Aktivitäten denkt, hat er im Dezember 2025 im Podcast des KWANCLUB Munich erklärt. Er beschreibt seine Investments nicht in erster Linie als Gewinnstreben, sondern als etwas, das ihn persönlich antreibt: „Ich frage mich bei allem: Wann ist das vorbei?” Diese Haltung erklärt vielleicht auch, warum sein Portfolio so breit gestreut ist — von Schokolade über Gin bis zur eigenen Produktionsfirma.

FAQ

Wie hoch ist das Vermögen von Joko Winterscheidt?

Das Vermögen von Joko Winterscheidt wird Medienberichten zufolge auf 12 bis 15 Millionen Euro geschätzt (Stand 2026). Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht, da TV-Gagen in Deutschland vertraulich behandelt werden. Die Schätzung stützt sich auf seine TV-Moderationen, Werbedeals, den Podcast Sunset Club und mehrere Firmenbeteiligungen.

Wie alt ist Joko Winterscheidt?

Joko Winterscheidt wurde am 13. Januar 1979 in Mönchengladbach geboren und ist damit im August 2026 47 Jahre alt. Bekannt wurde er ab 2005 als Moderator bei MTV Germany, bevor er ab 2009 gemeinsam mit Klaas Heufer-Umlauf zum festen Gesicht des deutschen Unterhaltungsfernsehens wurde.

Wie heißt Joko Winterscheidt mit vollem Namen?

Sein vollständiger Name lautet Joachim Winterscheidt. „Joko” ist sein bekannter Spitzname, unter dem er seit Beginn seiner TV-Karriere auftritt. Ein zweiter Vorname, „Cornelius”, der lange Zeit kursierte, ist laut eigener Aussage von Joko und Klaas frei erfunden und diente ursprünglich als Insider-Scherz der beiden.

Welche Firmen gehören Joko Winterscheidt?

Joko Winterscheidt ist an mindestens sieben Unternehmen beteiligt, darunter die Produktionsfirma Florida TV, die Sockenmarke Von Jungfeld, die Ginmarke Muscatel und der Weinlabel III FREUNDE. Nicht alle Investments waren erfolgreich: An der App GoButler verlor er 2015 Geld, als das Start-up scheiterte.

Ist Joko Winterscheidt reicher als Klaas Heufer-Umlauf?

Nach aktuellen Schätzungen ja, allerdings knapp: Joko wird meist bei 12 bis 15 Millionen Euro verortet, Klaas Heufer-Umlauf bei rund 10 Millionen Euro. Beide Zahlen stammen ursprünglich aus derselben Quelle und sind nicht offiziell bestätigt, weshalb der Unterschied mit Vorsicht zu genießen ist.

Hat Joko Winterscheidt Kinder?

Joko Winterscheidt ist Vater, hält sein Familienleben aber weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Zur genauen Zahl seiner Kinder und zu seiner Partnerin äußert er sich in Interviews kaum — anders als bei seiner beruflichen Laufbahn gibt es hier keine verlässlich bestätigten Angaben.

Fazit

Joko Winterscheidts Vermögen liegt nach allem, was öffentlich bekannt ist, wahrscheinlich im niedrigen zweistelligen Millionenbereich — genauer lässt es sich ohne Einblick in seine Verträge nicht sagen. Sicher ist: Sein Geld kommt heute aus deutlich mehr Quellen als noch vor zehn Jahren, von der TV-Gage bis zur Schokoladenmarke.

Mehr Promi-Vermögen: Sieh dir auch unseren Promi-Vermögen-Rechner an oder lies weiter zu Klaas Heufer-Umlauf Vermögen — Artikel folgt.

Matthias Schweighöfer: Ehefrau Ruby O. Fee, Kinder und Karriere

Matthias Schweighöfer: Ehefrau Ruby O. Fee, Kinder und Karriere

Matthias Schweighöfer ist seit Januar 2026 mit der Schauspielerin Ruby O. Fee verheiratet. Geheiratet haben die beiden heimlich, im brasilianischen Küstenort Trancoso. Bekannt wurde die Hochzeit erst über einen gemeinsamen Instagram-Post. Ihren ersten offiziellen Auftritt als Ehepaar hatten sie bei der Eröffnung der Berlinale 2026, mitten auf dem roten Teppich am Potsdamer Platz. Aus einer früheren Beziehung mit Ani Schromm hat der Schauspieler zwei Kinder, Tochter Greta und Sohn Valentin. Hier findest du alle aktuellen Fakten zu seiner Ehe, seiner Familie, seiner Karriere und seinem Vermögen (Stand August 2026).

Ehefrau Ruby O. Fee: Die heimliche Hochzeit in Brasilien

Ehefrau Ruby O. Fee

Ja, Matthias Schweighöfer ist verheiratet: Er und Ruby O. Fee gaben sich Anfang Januar 2026 in Trancoso, Brasilien, das Ja-Wort, fernab von Presse und Fotografen.

Bekannt wurde die Hochzeit über die eigenen Social-Media-Kanäle des Paares. Auf einem gemeinsamen Foto zeigten sich beide ganz in Weiß, mit Ring am Finger und in einer eher ungewöhnlichen Pose: von hinten fotografiert, den Blick auf das Meer gerichtet. In der kurzen Bildunterschrift bestätigten beide schlicht, geheiratet zu haben.

Ruby O. Fee, geboren 1996 in Costa Rica, wuchs zwischen Bali, Indien und Brasilien auf, bevor die Familie nach Berlin zog. Als Schauspielerin machte sie sich unter anderem mit Rollen in Polar an der Seite von Mads Mikkelsen und in Lindenberg! Mach dein Ding einen Namen.

Spekuliert wurde über eine Hochzeit schon länger. Kennengelernt hatten sich Schweighöfer und Fee beim Dreh von Army of Thieves (2021), bei dem er Regie führte und beide gemeinsam vor der Kamera standen. Seit Februar 2019 sind sie ein Paar. Im November 2022 hatte Ruby O. Fee eine Verlobung in einem Interview mit der Bunte noch dementiert, wenn auch mit einem Augenzwinkern: Vielleicht seien sie ja am Planen, mehr wollte sie damals nicht verraten.

Ihren ersten öffentlichen Auftritt als Ehepaar hatten die beiden bei der Eröffnung der 76. Berlinale am 12. Februar 2026, Deutschlands größtem Filmfestival. Die Looks könnten unterschiedlicher kaum sein: Ruby O. Fee erschien in einem eng anliegenden schwarzen Abendkleid mit Schmuck von Tiffany & Co., während Schweighöfer sich für Hoodie und grauen Jogginganzug entschied. Auf die Frage nach dem Eheleben sagte er der Bild, es fühle sich gut und schön an. Über die Trauung selbst verriet er nur wenig, nur dass das Wetter sehr schön gewesen sei. Zwei Tage später zeigte sich das frisch verheiratete Paar erneut gemeinsam, beim Armani-Beauty-Dinner der Berlinale im Kino International, diesmal in klassischer Abendgarderobe.

Ex-Partnerin Ani Schromm und seine zwei Kinder

Ja, Matthias Schweighöfer hat zwei Kinder. Sie stammen aus seiner früheren Beziehung mit der Schauspielerin Ani Schromm, nicht aus der Ehe mit Ruby O. Fee.

Mit Ani Schromm war Schweighöfer über mehrere Jahre liiert, zuletzt bis etwa 2018. Gemeinsam haben sie Tochter Greta, geboren 2009, und Sohn Valentin, geboren 2014. Nach der Trennung von Schromm fand Schweighöfer bei den Dreharbeiten zu Army of Thieves zu Ruby O. Fee.

Über das Leben seiner Kinder hält sich der Schauspieler öffentlich bewusst zurück. Greta ist mittlerweile Teenager, Valentin nicht mehr weit davon entfernt, während ihr Vater international immer bekannter wird. Für Verwirrung sorgt online eine andere Sache: Manche Seiten führen weiterhin Ani Schromm als aktuelle Partnerin oder nennen ein falsches Beziehungsjahr. Beides ist überholt. Die beiden waren bis etwa 2018 zusammen, seither ist Schweighöfer mit Ruby O. Fee liiert.

Karriere: Vom Schauspielerkind zum Hollywood-Star

Matthias Schweighöfer als Werner Heisenberg in Oppenheimer

Matthias Schweighöfer wurde am 11. März 1981 in Anklam geboren, damals noch DDR. Als die Mauer fiel, war er acht Jahre alt. Seine ersten Erinnerungen an Kino und Westfernsehen stammen genau aus dieser Zeit. Er selbst kommt aus einer Schauspielerfamilie und besuchte die renommierte Ernst-Busch-Schauspielschule in Berlin, brach die Ausbildung jedoch nach einem Jahr ab.

Den Durchbruch schaffte er 2003 mit Soloalbum an der Seite von Nora Tschirner. Es folgten Rollen in Filmen wie Keinohrhasen und mehrfach an der Seite von Til Schweiger, etwa in Kokowääh, sowie zunehmend Projekte, bei denen er auch hinter der Kamera stand. 2010 gab er mit der Komödie What a Man sein Regiedebüt, 2013 folgte Schlussmacher – ein Film, der allein in Deutschland rund 2,5 Millionen Kinobesucher anzog. Für sein Fernsehschaffen wurde er mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet, 2011 kürte ihn GQ zum Man of the Year in der Kategorie Film. Gemeinsam mit Produzent Dan Maag gründete er außerdem die Produktionsfirma Pantaleon Film, über die seither ein Großteil seiner Projekte entsteht, darunter die Amazon-Serie You Are Wanted.

International bekannt wurde Schweighöfer ab 2021 durch Army of the Dead und Army of Thieves, zwei Netflix-Produktionen von Zack Snyder. Bei der zweiten führte er zusätzlich Regie. 2023 spielte er neben Cillian Murphy den Physiker Werner Heisenberg in Christopher Nolans Oppenheimer, eine Rolle, die ihm in den USA noch einmal eine ganz neue Sichtbarkeit brachte. Im selben Jahr war er außerdem an der Seite von Gal Gadot in Heart of Stone und in Sally El Hosainis Drama The Swimmers zu sehen. 2025 lieh er im Original der Pixar-Produktion Elio seine Stimme, eine Seltenheit für einen deutschen Schauspieler, und stand mit dem Netflix-Thriller Brick erneut an der Spitze der deutschen Streaming-Charts. Nach eigenen Angaben pendelt er inzwischen viel zwischen den USA und Berlin.

Vermögen: Wie reich ist Matthias Schweighöfer wirklich?

Eine offiziell bestätigte Zahl zu Matthias Schweighöfers Vermögen gibt es nicht. Im Netz kursieren Schätzungen zwischen rund 3 und 15 Millionen Euro, belegt ist keine davon.

Die höhere Zahl, meist rund 15 Millionen Euro, taucht auffällig oft in nahezu wortgleichen Artikeln auf verschiedenen News-Portalen auf, ohne dass irgendwo eine Quelle genannt wird. Andere Bio-Datenbanken nennen deutlich niedrigere Summen im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Beide Zahlen solltest du mit Vorsicht genießen. Seriös belegen lässt sich derzeit keine.

Sicher ist: Schweighöfer verdient nicht nur als Schauspieler in internationalen Produktionen wie Oppenheimer oder Army of Thieves, sondern auch als Regisseur und über seine Produktionsfirma Pantaleon Film, die eigene Kino- und Streaming-Projekte realisiert. Drei Standbeine also statt einer einzigen Gagen-Quelle – was die üblichen Pauschalschätzungen zusätzlich fragwürdig macht.

Steckbrief: Alter, Größe und alle Fakten im Überblick

Steckbrief: Alter, Größe und alle Fakten im Überblick
FaktAngabe
Voller NameMatthias Schweighöfer
Geburtstag11. März 1981
GeburtsortAnklam
Alter45 Jahre (Stand August 2026)
Größerund 1,80 m
SternzeichenFische
BerufSchauspieler, Regisseur, Produzent
EhefrauRuby O. Fee (seit Januar 2026)
Kinder2 (Greta, Valentin)
ProduktionsfirmaPantaleon Film

Wie alt Matthias Schweighöfer im Vergleich zu anderen deutschen Promis ist, kannst du mit unserem Promi-Alters-Rechner direkt nachrechnen. Seine Größe von rund 1,80 m lässt sich mit anderen Stars im Promi-Größenvergleich gegenüberstellen.

Häufig gestellte Fragen zu Matthias Schweighöfer

Ist Matthias Schweighöfer verheiratet?

Ja. Er heiratete im Januar 2026 heimlich die Schauspielerin Ruby O. Fee in Trancoso, Brasilien. Öffentlich bestätigt wurde die Ehe über einen gemeinsamen Instagram-Post, der erste offizielle Auftritt als Ehepaar folgte bei der Berlinale 2026.

Wer ist Ruby O. Fee?

Ruby O. Fee ist eine deutsche Schauspielerin, geboren 1996 in Costa Rica. Bekannt wurde sie unter anderem durch Army of Thieves, wo sie gemeinsam mit Schweighöfer vor der Kamera stand. Dort begann auch ihre Beziehung.

Hat Matthias Schweighöfer Kinder?

Ja, zwei. Tochter Greta (geboren 2009) und Sohn Valentin (geboren 2014) stammen aus seiner früheren Beziehung mit Ani Schromm, nicht aus der Ehe mit Ruby O. Fee.

Wie alt ist Matthias Schweighöfer?

Matthias Schweighöfer wurde am 11. März 1981 in Anklam geboren und ist damit 45 Jahre alt (Stand August 2026).

Wie reich ist Matthias Schweighöfer?

Eine bestätigte Zahl gibt es nicht. Kursierende Schätzungen reichen von rund 3 bis 15 Millionen Euro, keine davon ist durch eine seriöse Quelle belegt.

Hochbeet für Senioren bauen: Anleitung für rückenschonendes Gärtnern

hochbeet für senioren bauen

Die meisten Ratgeber zum Thema Hochbeet für Senioren enden beim Einkaufszettel: Material vergleichen, Fördermittel prüfen, fertiges Modell bestellen. Was fehlt, ist die Anleitung zum Selberbauen. Dabei lässt sich ein Hochbeet für Senioren an einem Wochenende bauen, wenn Höhe, Material und Befüllung von Anfang an auf rückenschonendes Arbeiten ausgelegt sind.

Der Unterschied zu einem normalen Hochbeet liegt in drei Details: einer Arbeitshöhe von 80 bis 90 cm statt der üblichen 60 bis 80 cm, einer Randgestaltung, an der man sich abstützen kann, und einer Befüllung, die kein tonnenschweres Erdheben nötig macht. Diese Anleitung zeigt Material, Werkzeug und die einzelnen Bauschritte. Und sie beantwortet ehrlich die Frage, ob sich ein KfW-Zuschuss überhaupt lohnt, wenn du selbst baust (Antwort: meistens nicht).

Auf einen Blick

KennzahlEmpfehlung
Arbeitshöhe80–90 cm (Oberkante auf Hüfthöhe)
Beetbreitemax. 100–120 cm (beidseitig erreichbar)
Wandstärke (Holz)mind. 3,5 cm, besser 5 cm
MaterialLärche/Douglasie oder verzinkter Stahl
Zugangsweg ringsum1–1,5 m, rutschfest befestigt
Bauzeitetwa 1 Wochenende (Rahmen und Befüllung)
KfW-Zuschuss (455-B)nur bei Ausführung durch Fachbetrieb – Eigenleistung nicht förderfähig

Warum sich ein Hochbeet für Senioren lohnt

Rückenschmerzen sind der häufigste Grund, warum ältere Menschen das Gärtnern aufgeben. Ein Hochbeet verlagert die Arbeitsfläche auf Hüfthöhe. Bücken und Hocken fallen weg. Wer nicht mehr aus der Hocke hochkommt oder mit Rollator unterwegs ist, kann sich an der Kante abstützen, statt auf dem Boden zu balancieren.

Ein zweiter Effekt wird seltener erwähnt: Die kleinere, klar begrenzte Fläche braucht spürbar weniger Pflege als ein Bodenbeet. Weniger Unkraut, weniger Bücken beim Jäten, mehr Ernte pro investierter Kraftminute.

Die richtige Arbeitshöhe finden

Die richtige Arbeitshöhe finden

Die ideale Arbeitshöhe für ein Senioren-Hochbeet liegt bei 80 bis 90 cm, gemessen von der Standfläche bis zur Oberkante. Wer im Rollstuhl sitzt oder das Beet unterfahren will, braucht stattdessen ein Tischbeet mit rund 75–80 cm Höhe und freiem Beinraum darunter (mehr dazu weiter unten).

Statt der pauschalen Zahl zu vertrauen, lohnt sich eine persönliche Messung: Stell dich aufrecht hin, lass den Arm locker herunterhängen, und miss den Abstand vom Handgelenk bis zum Boden. Das ist deine Zielhöhe. Bist du eher groß gewachsen, liegt sie meist 5–10 cm über dem 80-cm-Richtwert.

Bei der Grundfläche hat sich 100 x 200 cm als Standardgröße für ein Einzelbeet bewährt. Das reicht für Salat, Radieschen, Kohlrabi und Kräuter, bleibt aber noch komplett von einer Seite aus erreichbar, wenn du bei 100 cm Breite bleibst. Willst du das Beet von beiden Längsseiten bepflanzen, sind bis zu 120 cm Breite möglich, ohne dass du dich zu weit vorbeugen musst.

Material wählen: Holz, Metall oder WPC?

Lärchen- oder Douglasienholz ist die gängigste Wahl, weil es sich leicht verarbeiten lässt und ohne chemischen Holzschutz mehrere Jahre hält. Verzinkter Stahl kostet mehr in der Anschaffung, hält aber deutlich länger und braucht praktisch keine Pflege. Das zahlt sich aus, wenn du das Beet nicht alle paar Jahre neu abschleifen und ölen willst.

MaterialVorteileNachteilePflegeaufwandEignung für Senioren
Lärche/Douglasiegünstig, leicht zu verarbeiten, warme Optikalle 2–3 Jahre ölen oder lasierenmittelgut, wenn Pflege eingeplant ist
Verzinkter Stahlsehr langlebig, praktisch wartungsfreiteurer, heizt sich im Sommer stärker aufniedrigsehr gut, geringster Folgeaufwand
WPC (Holz-Kunststoff-Verbund)formstabil, fäulnisresistentbegrenzte Farbauswahl, teurer als Holzniedriggut
Klinker/Mauerwerksehr stabil, kein Nachölen nötigaufwendiger Bau, nicht mobil, teuersehr niedrignur mit Maurer-Erfahrung empfehlenswert

Die Brettstärke entscheidet über die Stabilität. Nach Erfahrung der Gartentherapeutin Brigitte Hölscher (Grünreich-Gartenblog) sollte bei einem 1 x 2 m großen Beet mit 80 cm Höhe die Brettstärke mindestens 3,5 cm betragen, besser 5 cm. Dünneres Holz kann unter dem Gewicht der Erdfüllung nachgeben, vor allem wenn Regen sie zusätzlich beschwert.

Material- und Werkzeugliste

  • Kanthölzer/Bretter (Lärche oder Douglasie, mind. 3,5 cm stark) für Rahmen und Wände
  • 4 Eckpfosten, quadratisch, mind. 7 x 7 cm
  • Rostfreie Holzschrauben
  • Teichfolie oder Wurzelvlies als Innenauskleidung gegen Fäulnis
  • Engmaschiges Gitter oder Hasendraht als Wühlmausschutz für den Boden
  • Abgerundete Kantenleiste oder schmaler Handlauf
  • Wasserwaage, Akkuschrauber, Säge, Tacker für die Folie
  • Für die Befüllung: grobes Häckselgut/Äste, Laub, halbreifer Kompost, Pflanzerde

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Hochbeet bauen

Standort wählen

Wähle eine sonnige bis halbschattige, windgeschützte Stelle in der Nähe eines Wasseranschlusses. Lange Gießwege mit voller Kanne sind für viele Senioren die eigentliche Hürde, nicht das Gärtnern selbst. Plane rings um das Beet mindestens 1 m, besser 1,5 m freie, befestigte Fläche ein, damit ein Rollator nicht im weichen Boden versinkt.

Rahmen bauen

Schneide die Bretter auf Länge und Breite zu und verschraube die Eckpfosten von innen mit den Seitenwänden. Setze pro Eckverbindung mindestens vier Schrauben. Auf jeder Ecke lastet bei einem befüllten Beet ein erheblicher seitlicher Druck. Achte darauf, dass keine Schraubenköpfe nach innen überstehen, wo Hände beim Jäten entlangstreifen.

Aufstellen und sichern

Stelle den Rahmen auf ebenen, verdichteten Untergrund. Prüfe mit der Wasserwaage in beide Richtungen. Ein schiefes Beet belastet eine Seite stärker und kann sich mit der Zeit verziehen. Verankere hohe oder schmale Modelle zusätzlich mit Erdankern, damit sich niemand am Rand abstützen kann, ohne dass das Beet nachgibt.

Kanten sichern

Schraube eine abgerundete Kantenleiste oder einen schmalen Handlauf auf die Oberkante. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen einem normalen und einem seniorengerechten Hochbeet: eine Fläche, an der man sich mit der ganzen Hand abstützen kann, ohne sich an einer scharfen Brettkante zu schneiden.

Schichten einfüllen

Kleide den Rahmen innen mit Teichfolie oder Wurzelvlies aus, lege unten ein engmaschiges Gitter gegen Wühlmäuse ein und befülle dann Schicht für Schicht. Details dazu im nächsten Abschnitt.

Schichtung richtig aufbauen, ohne schweres Heben

Ein Hochbeet wird von unten nach oben in vier Schichten befüllt: grobes Astwerk, gehäckseltes Grünmaterial, halbreifer Kompost, obenauf Pflanz- oder Gemüseerde. Diese Reihenfolge sorgt für Drainage unten und Nährstoffe oben. Sie verrottet über Jahre langsam, sodass sich die Füllhöhe von selbst absenkt.

Das eigentliche Problem für Senioren ist nicht die Reihenfolge, sondern das Gewicht. Ein 1 x 2 m großes Beet mit 80 cm Höhe fasst rund 1,6 m³ Volumen. Voll mit reiner Muttererde befüllt, wiegt das rund 2,4 Tonnen. Deutlich mehr, als jemand allein in Eimern tragen sollte.

Zwei Wege, das zu umgehen: Fülle die unteren zwei Drittel mit leichtem Material, das ohnehin nur als Drainage und langsam nachrottende Nährstoffquelle dient. Nur die oberen 20–25 cm brauchen echte Pflanzerde. Oder bestelle die fertige Erde als Schüttgut direkt ins Beet, statt sie sackweise selbst zu tragen. Viele Bau- und Gartenmärkte liefern das gegen Aufpreis.

Wie schwer wird dein Hochbeet wirklich?

Die 2,4-Tonnen-Zahl kursiert nur für ein 1 x 2 m-Beet. Wir haben die Füllmenge für drei gängige Seniorenhochbeet-Größen bei 80 cm Höhe durchgerechnet: 25 cm Pflanzerde oben (Dichte ca. 1,5 t/m³), der Rest lockeres Häckselgut und Laub (Dichte ca. 0,3 t/m³). Die Dichteannahmen schwanken je nach Material spürbar, geben aber eine belastbare Größenordnung.

Größe (Breite x Länge)Volumen bei 80 cm HöheGewicht komplett mit ErdeGewicht mit Leichtschicht-Methode
100 x 100 cm0,8 m³ca. 1,2 tca. 0,5 t
100 x 150 cm1,2 m³ca. 1,8 tca. 0,8 t
100 x 200 cm1,6 m³ca. 2,4 tca. 1,1 t

Die Leichtschicht-Methode senkt das Gesamtgewicht um weit mehr als die Hälfte. Das ist relevant für die Statik des Rahmens und dafür, wie viele Säcke Erde tatsächlich getragen werden müssen, bevor die ersten Samen in die Erde kommen.

Barrierefrei bauen: Anpassungen für Rollstuhl und Rollator

Ein Standard-Hochbeet lässt sich vom Rollstuhl aus nicht bearbeiten, weil die geschlossene Front im Weg ist. Für ein rollstuhlgerechtes Tischbeet braucht es Unterfahrbarkeit von mindestens 65–70 cm Höhe und rund 50 cm Tiefe unter dem Pflanzkasten (die exakten Maße hängen vom jeweiligen Rollstuhlmodell ab), plus eine Gesamthöhe der Pflanzfläche von 75–80 cm.

Baulich bedeutet das: Der Kasten sitzt auf vier stabilen Beinen statt auf einer geschlossenen Wanne, ähnlich einem Tisch. Das ist konstruktiv aufwendiger als ein normales Hochbeet, denn das Gewicht der Erdfüllung wird punktuell über vier Beine statt flächig über den ganzen Rahmen abgetragen. Beine und Verbindung zum Kasten müssen entsprechend kräftig dimensioniert sein. Wer sich hier unsicher ist, sollte die Statik von einer Schreinerei gegenprüfen lassen oder auf ein fertiges Tischbeet-Modell zurückgreifen (siehe “Für wen sich der Selbstbau nicht lohnt” weiter unten).

Sicherheit: Worauf du beim Bau besonders achten solltest

Drei Details entscheiden, ob ein Hochbeet im Alltag sicher ist.

Kanten und Schrauben: Runde alle sichtbaren Holzkanten mit Hobel oder Schleifgerät ab und versenke jede Schraube. Ein hervorstehender Schraubenkopf auf Hüfthöhe wird irgendwann zur Stolperfalle für Kleidung oder zur Schnittverletzung.

Standfestigkeit: Ein Hochbeet, an dem man sich abstützt, muss ein Vielfaches des eigenen Körpergewichts aushalten, ohne zu kippen. Verankere hohe oder schmale Modelle im Boden, besonders solange sie noch nicht mit Erde befüllt und dadurch beschwert sind.

Rutschsicherer Untergrund: Verlege rund um das Beet Platten oder einen Gummi-Bodenbelag statt Rasengittersteine oder losen Kies. Beides wird bei Nässe rutschig und ist mit Rollator-Rädern schwer zu befahren.

Kosten: Was kostet ein selbstgebautes Seniorenhochbeet?

Die Materialkosten hängen stark von Größe und Material ab. Als grobe Orientierung für ein 100 x 200 x 80 cm-Beet aus Holz:

PostenAnteil an den Gesamtkosten
Holz (Bretter, Pfosten, Kantenleiste)größter Einzelposten {{VERIFY: aktuelle Holzpreise pro laufendem Meter}}
Schrauben, Teichfolie, Wühlmausgitterkleiner Posten, meist unter 10 %
Pflanz-/Gemüseerde (bei Leichtschicht-Methode nur für die oberen 25 cm)zweitgrößter Posten {{VERIFY: aktuelle Erdpreise je m³/Sack}}
Werkzeug, falls nicht vorhandeneinmalig, meist bereits im Haushalt vorhanden

Ein fertig gekauftes, seniorengerechtes Hochbeet aus dem Fachhandel kostet spürbar mehr als der Materialeinkauf für den Selbstbau {{VERIFY: aktuelle Marktpreise vergleichen}}. Der Preisunterschied ist im Wesentlichen die eingesparte Arbeitszeit.

Förderung: Zuschuss über die KfW möglich?

Kurz gesagt: in den meisten Fällen nicht, wenn du selbst baust.

Die KfW fördert Barrierereduzierung im Programm 455-B (“Barrierereduzierung – Investitionszuschuss”, Teil der Förderfamilie “Altersgerecht Umbauen”) mit bis zu 2.500 € für Einzelmaßnahmen oder bis zu 6.250 € beim Komplettpaket “Altersgerechtes Haus” (10 bzw. 12,5 % der förderfähigen Kosten) {{VERIFY: Stand April 2026, KfW-Merkblatt 455-B}}. Die Bedingung, die auf den meisten anderen Ratgeberseiten fehlt: Eigenleistung ist bei diesem Zuschuss ausdrücklich nicht förderfähig. Die Arbeiten müssen von einem dafür geeigneten Fachbetrieb ausgeführt werden.

Wer sein Hochbeet selbst zusammenschraubt, bekommt dafür also keinen Zuschuss. Realistisch wird der KfW-455-B nur relevant, wenn eine Garten- oder Landschaftsbaufirma das Beet baut, oder wenn das Hochbeet Teil eines größeren, professionell ausgeführten Barrierereduzierungspakets am Haus ist.

Ein zweiter Punkt zur Vorsicht: Das Programm wurde 2025 zwischenzeitlich ausgesetzt und ist laut KfW seit dem 8. April 2026 wieder geöffnet, allerdings mit einem deutlich kleineren Budget für das gesamte Bundesgebiet als in den Vorjahren. Fachportale rechnen damit, dass die Mittel schon nach wenigen Monaten aufgebraucht sein könnten. {{VERIFY: aktuellen Förderstatus auf kfw.de prüfen, bevor ein Fachbetrieb beauftragt wird}}

Die richtige Bepflanzung für Senioren-Hochbeete

Fürs erste Jahr eignen sich Pflanzen mit wenig Rückschlagrisiko und schnell sichtbarem Erfolg: Radieschen, Salate, Kohlrabi und Mangold wachsen zuverlässig und lassen sich ohne Bücken ernten. Erdbeeren sind die unkomplizierteste Obstwahl fürs Hochbeet.

Tomaten, Gurken und Zucchini brauchen mehr Platz und Führung, etwa Rankhilfe und regelmäßiges Ausgeizen. Auf einem kleinen Seniorenhochbeet lohnt sich dafür eher ein separates, größeres Gefäß. Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie oder Minze lassen sich gut zwischen dem Gemüse einstreuen und wachsen auch bei unregelmäßiger Pflege weiter.

Für wen sich der Selbstbau nicht lohnt

Wenn der KfW-Zuschuss dein Hauptmotiv ist: nicht selbst bauen. Eigenleistung schließt die Förderung aus, siehe Abschnitt oben.

Wenn ein wirklich rollstuhlunterfahrbares Tischbeet gebraucht wird und eigene Erfahrung mit tragender Konstruktion fehlt: Die Statik eines freistehenden Tischbeets ist anspruchsvoller als ein normaler Rahmen. Ein Fehler bedeutet ein kippendes, beladenes Beet auf Hüfthöhe, das Sicherheitsrisiko liegt höher als bei jedem anderen Teil dieser Anleitung. Ein fertiges Modell von einem Fachanbieter für barrierefreie Gärten ist hier oft die sicherere Wahl.

Wenn du zur Miete wohnst und keine dauerhaften baulichen Veränderungen im Garten vornehmen darfst: Ein mobiles, mit Rollen ausgestattetes Hochbeet oder ein Kübel-Hochbeet ist die bessere Alternative zu dieser fest verankerten Bauweise.

Häufige Fragen

Wie hoch sollte ein Hochbeet für Senioren sein? 80 bis 90 cm, gemessen von der Standfläche bis zur Oberkante. Am genauesten ermittelst du deine persönliche Höhe, indem du den Abstand von deinem locker herabhängenden Handgelenk bis zum Boden misst.

Welches Holz eignet sich am besten für ein Hochbeet? Lärche und Douglasie sind die gängigsten Massivholzarten, weil sie von Natur aus witterungsbeständiger sind als Fichte oder Kiefer. Für ein wartungsarmes Beet ist verzinkter Stahl die langlebigere, aber teurere Alternative.

Wie tief muss die Schichtung im Hochbeet sein? Bei 80 cm Gesamthöhe reichen 20–25 cm echte Pflanzerde oben. Der Rest kann aus grobem Astwerk, Häckselgut und halbreifem Kompost bestehen, was gleichzeitig das Gewicht der Befüllung deutlich reduziert.

Kann man ein Hochbeet auch rollstuhlgerecht bauen? Ja, als Tischbeet mit freiem Beinraum unter dem Pflanzkasten. Das erfordert eine stabilere Konstruktion als ein normales Hochbeet, weil das Gewicht über vier Beine statt über einen durchgehenden Rahmen abgetragen wird.

Was kostet der Bau eines Hochbeets für Senioren? Das hängt von Größe und Material ab. Holz aus dem Baumarkt ist günstiger als verzinkter Stahl oder ein fertig gekauftes Modell. {{VERIFY: aktuelle Material- und Vergleichspreise einholen}}

Nächster Schritt

Die Bauanleitung ist der Teil, den kein anderer Ratgeber zum Thema liefert. Höhe, Material und Zuschuss-Check finden sich auch anderswo. Der sinnvollste Startpunkt ist die Standortwahl und die Arbeitshöhe, die zum eigenen Körper passt. Beides lässt sich nicht nachträglich korrigieren, ohne das Beet neu zu bauen.

Mehr zum Thema Garten und Außenbereich: Terrasse aus Holz bauen · Für weitere altersgerechte Anpassungen: Befreiung vom Winterdienst für Senioren

Renovierung bei Auszug: Was Mieter wirklich müssen (2026)

Renovierung bei Auszug

Zuletzt aktualisiert am 4. August 2026 | Stand: Mietrecht 2026 | Redaktion profirechner.de

Grundsätzlich müssen Sie Ihre Wohnung beim Auszug nicht automatisch renovieren. Die Instandhaltungspflicht liegt laut § 535 BGB zunächst beim Vermieter – erst eine wirksame Klausel im Mietvertrag überträgt sie auf Sie als Mieter. Ob das bei Ihnen zutrifft, hängt vom genauen Wortlaut der Klausel, dem Zustand der Wohnung bei Einzug und den vereinbarten Fristen ab.

Seit einiger Zeit hält sich online hartnäckig die Behauptung, ein „neues Gesetz” zwinge Mieter pauschal zur Renovierung. Das stimmt so nicht, und wir zeigen weiter unten genau, was der Bundesgerichtshof im Januar 2024 tatsächlich entschieden hat. Dazu: welche Klauseln unwirksam sind, was eine Renovierung 2026 real kostet, und eine Checkliste für die Wohnungsübergabe.

Kurze Antwort: Nein – eine Renovierungspflicht besteht nur, wenn Ihr Mietvertrag eine wirksame Klausel enthält und Ihnen die Wohnung bei Einzug bereits renoviert übergeben wurde. Ein pauschales „neues Gesetz” dazu gibt es nicht.

Inhaltsverzeichnis

Muss ich meine Wohnung bei Auszug renovieren? (Die gesetzliche Grundlage)

Nein, nicht automatisch. Nach § 535 Abs. 1 Satz 2 BGB muss grundsätzlich der Vermieter die Mietsache instand halten, wozu auch Schönheitsreparaturen zählen. Nur wenn der Mietvertrag eine wirksame Klausel enthält, die diese Pflicht auf Sie als Mieter überträgt, müssen Sie beim Auszug renovieren.

§ 535 BGB — warum eigentlich der Vermieter zuständig ist

Klartext: Ohne eine gültige Vertragsklausel schuldet allein der Vermieter die Schönheitsreparaturen. Das Bürgerliche Gesetzbuch verpflichtet ihn in § 535 Abs. 1 Satz 2, die Mietsache während der gesamten Mietzeit in dem Zustand zu erhalten, der dem vertragsgemäßen Gebrauch entspricht. Streichen, Tapezieren, Lackieren von Heizkörpern – all das fällt eigentlich in seinen Aufgabenbereich, nicht in Ihren.

Wie eine Renovierungsklausel die Pflicht überträgt

In der Praxis überträgt fast jeder Mietvertrag diese Pflicht trotzdem auf den Mieter, per Formularklausel. Rechtlich zulässig ist das nur unter drei Bedingungen: Die Wohnung muss bei Einzug renoviert oder zumindest ohne erhebliche Gebrauchsspuren übergeben worden sein, die Klausel darf keine starren Fristen vorschreiben, und sie darf Sie bei Ausführungsart oder Farbwahl nicht unangemessen einengen. Fehlt eine dieser drei Voraussetzungen, ist die gesamte Klausel unwirksam – und die Pflicht springt zurück zum Vermieter, gemäß § 307 Abs. 1 BGB.

Begriffe in diesem Artikel:

  • Schönheitsreparaturen — kleinere kosmetische Arbeiten wie Streichen, Tapezieren und Lackieren von Heizkörpern, Innentüren und Fensterrahmen.
  • Quotenabgeltungsklausel — eine Klausel, die den Mieter anteilig an Renovierungskosten beteiligt, obwohl die Frist zur eigenen Renovierung noch nicht erreicht ist.
  • Treu und Glauben (§ 242 BGB) — ein Grundsatz, nach dem Gerichte die Interessen von Vermieter und Mieter fair gegeneinander abwägen, etwa bei der Kostenverteilung.

Gibt s ein neues Gesetz zur Renovierung bei Auszug? (Der Faktencheck 2026)

Nein. Es gibt kein neues Schönheitsreparaturen-Gesetz, weder 2024 noch 2025 noch 2026. § 535 BGB ist seit Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs im Jahr 1900 inhaltlich fast unverändert. Was sich tatsächlich geändert hat, ist ein Detail der BGH-Rechtsprechung – kein Gesetzestext.

Was sich 2024 durch den BGH wirklich geändert hat (Az. VIII ZB 43/23)

Am 30. Januar 2024 hat der Bundesgerichtshof entschieden (Beschluss, Az. VIII ZB 43/23), wer im Streitfall beweisen muss, dass eine Wohnung unrenoviert übergeben wurde. Vorher war das in der Praxis oft strittig. Seit dem Beschluss gilt: Wer sich als Mieter auf die Unwirksamkeit seiner Renovierungsklausel beruft, weil die Wohnung angeblich unrenoviert übergeben wurde, muss das selbst darlegen und beweisen – nicht der Vermieter das Gegenteil.

Praxistipp: Machen Sie beim Einzug Fotos von jedem Raum, mit Datum, und lassen Sie sich den Zustand im Übergabeprotokoll bestätigen. Ohne Beweis verlieren Sie im Streitfall automatisch, selbst wenn die Wohnung tatsächlich unrenoviert war.

Verwechseln Sie diese Verfahrensfrage nicht mit einer neuen Renovierungspflicht. Der Beschluss ändert nichts daran, ob Sie renovieren müssen, er ändert nur, wer im Gerichtsverfahren die Beweislast trägt. Mehrere Ratgeberseiten stellen das online trotzdem als „Gesetzesnovelle” dar. Das ist schlicht falsch, und Sie sollten sich davon nicht verunsichern lassen.

Was zählt zu den Schönheitsreparaturen — und was nicht?

Zu den Schönheitsreparaturen zählen ausschließlich kosmetische Arbeiten: Streichen und Tapezieren von Wänden und Decken, Lackieren von Heizkörpern und Heizrohren sowie Streichen der Innentüren, Fenster und der Wohnungseingangstür von innen. Strukturelle Arbeiten wie neue Bodenbeläge oder Reparaturen an der Bausubstanz gehören nicht dazu.

Diese Arbeiten gehören dazu:

  • Wände und Decken streichen oder tapezieren
  • Heizkörper und Heizrohre lackieren
  • Innentüren, Fensterrahmen und Fensterbänke von innen streichen
  • Wohnungseingangstür von innen streichen

Diese Arbeiten bleiben immer Vermietersache:

  • Erneuerung von Bodenbelägen (außer bei Beschädigung durch den Mieter)
  • Instandsetzung von Sanitäranlagen und Heizungstechnik
  • Fassade und Fenster von außen
  • Reparaturen an der Bausubstanz, etwa Risse im Putz

Welche Renovierungsklauseln sind unwirksam?

Unwirksam sind vor allem drei Klausel-Typen: starre Fristenpläne ohne Bezug zum tatsächlichen Abnutzungsgrad, Quotenabgeltungsklauseln in Formularverträgen und Klauseln, die eine bestimmte Farbe oder Ausführungsart vorschreiben. Ist eine dieser Klauseln unwirksam, entfällt meist die gesamte Renovierungspflicht des Mieters.

Starre Fristenklauseln

Der BGH kippte bereits 2004 Klauseln, die feste Intervalle vorschreiben, etwa alle drei Jahre für Küche und Bad, ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Zustand (Urteil vom 23.06.2004, Az. VIII ZR 361/03). Fehlt der Zusatz „im Allgemeinen” oder eine vergleichbare Öffnungsklausel, ist die Frist starr, und damit die gesamte Klausel unwirksam.

Endrenovierungs- und Quotenabgeltungsklauseln

Seit den BGH-Urteilen vom 18. März 2015 (u. a. Az. VIII ZR 242/13) gelten Quotenabgeltungsklauseln in Formularmietverträgen generell als unwirksam. Begründung der Karlsruher Richter: Sie können bei Vertragsschluss unmöglich abschätzen, welcher Kostenanteil am Ende auf Sie zukommt – das benachteiligt Sie unangemessen im Sinne von § 307 Abs. 1 BGB.

Beispiel einer unwirksamen Klausel: „Bei Beendigung des Mietverhältnisses hat der Mieter anteilig anfallende Kosten für Schönheitsreparaturen zu tragen, sofern die Fristen gemäß Renovierungsplan noch nicht abgelaufen sind.” Beispiel einer eher haltbaren Alternative: eine Klausel, die nur einen weichen Fristenrahmen nennt („im Allgemeinen alle fünf bis acht Jahre”) und Ihnen am Ende erlaubt, den tatsächlichen Abnutzungsgrad nachzuweisen.

Tapetenfrei- und Farbwahlklauseln

Auch bei der Ausführungsart hat der BGH Grenzen gesetzt. Eine Klausel, die während der laufenden Mietzeit „neutrale, deckende, helle Farben” vorschreibt, ist unwirksam (Urteil vom 18.06.2008, Az. VIII ZR 224/07) – sie schränkt Sie in der Gestaltung Ihres Zuhauses zu stark ein. Selbst am Ende der Mietzeit darf der Vermieter nicht ausschließlich „Weiß” verlangen (Beschluss vom 14.12.2010, Az. VIII ZR 198/10). Zulässig sind nur Klauseln, die sich auf den Rückgabezeitpunkt beschränken und Ihnen dabei noch einen gewissen farblichen Spielraum lassen.

Sonderfall: Unrenoviert übernommen oder nach Jahrzehnten Mietdauer

Wurde Ihnen die Wohnung bereits unrenoviert übergeben, ist eine Klausel, die Sie trotzdem zur Renovierung verpflichtet, ohne angemessenen Ausgleich unwirksam. Bei sehr langer Mietdauer mit erheblicher Verschlechterung kann umgekehrt eine Kostenbeteiligung des Mieters fällig werden, meist zur Hälfte.

Wohnung unrenoviert übernommen — wer trägt die Beweislast?

Der BGH entschied bereits 2015, dass eine Formularklausel unwirksam ist, wenn die Wohnung unrenoviert oder renovierungsbedürftig übergeben wurde und der Mieter dafür keinen angemessenen Ausgleich erhielt (Urteil vom 18.03.2015, Az. VIII ZR 185/14). Seit dem bereits erwähnten Beschluss von Januar 2024 (Az. VIII ZB 43/23) müssen Sie diesen unrenovierten Ausgangszustand allerdings selbst nachweisen, etwa mit Einzugsfotos oder einem Übergabeprotokoll.

Renovierung nach Jahrzehnten Mietdauer: der Grundsatz von Treu und Glauben

Eine feste 40-Jahres-Grenze, wie sie manche Suchanfragen unterstellen, kennt das deutsche Mietrecht nicht. Was es gibt, ist eine allgemeine Regel für lange Mietverhältnisse mit unwirksamer Klausel: Hat sich der Dekorationszustand seit Einzug erheblich verschlechtert, können Sie vom Vermieter eine Renovierung verlangen, müssen sich aber nach dem Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) in der Regel zur Hälfte an den Kosten beteiligen (BGH, Urteile vom 08.07.2020, Az. VIII ZR 163/18 und VIII ZR 270/18). Der Gedanke dahinter: Eine frisch renovierte Wohnung ist besser als der vertraglich geschuldete, unrenovierte Ausgangszustand, dafür zahlen Sie anteilig mit.

Achtung: Diese hälftige Beteiligung gilt unabhängig von einer festen Jahreszahl. Entscheidend ist das Ausmaß der Verschlechterung, nicht die Mietdauer allein. Bei acht Jahren kann das schon relevant sein, bei 25 Jahren erst recht.

Wände, Böden & Co.: Was Sie konkret beachten müssen

Während der Mietzeit dürfen Sie Ihre Wände frei gestalten. Erst bei Rückgabe darf der Vermieter neutrale, helle Töne verlangen, niemals ausschließlich Weiß. Bodenbeläge gelten nach einer gewissen Nutzungsdauer als normal abgenutzt und müssen dann ohnehin vom Vermieter erneuert werden.

Wände streichen — welche Farben sind erlaubt?

Während des laufenden Mietverhältnisses entscheiden Sie selbst, wie Sie streichen. Erst zum Auszug darf eine Klausel Vorgaben machen, und selbst dann nur „neutral” oder „hell”, nicht „ausschließlich Weiß”. Haben Sie in kräftigen Farben gestrichen, sollten Sie trotzdem vor der Übergabe in gedeckten Tönen überstreichen. Sonst riskieren Sie einen Streit über den vertragsgemäßen Zustand, selbst wenn die Klausel im Detail angreifbar wäre.

Bodenbeläge — wann gilt Abnutzung als normal?

In der Praxis werden für die gewöhnliche Nutzungsdauer von Bodenbelägen häufig folgende Näherungswerte herangezogen:

BodenbelagÜbliche Nutzungsdauer
Teppichbodenca. 8–10 Jahre
Laminatca. 10 Jahre
PVC / Vinylca. 10–15 Jahre
Parkett (versiegelt)ca. 10–15 Jahre, bei Abschleifen länger
Fliesenin der Regel über 20 Jahre

Ist der Belag älter als diese Orientierungswerte, gilt die Abnutzung meist als normal – Sie schulden dann keinen Ersatz. Was ein neuer Bodenbelag kosten würde, falls doch eine Erneuerung ansteht, rechnen Sie mit dem Bodenbelag-Kosten-Rechner in wenigen Sekunden durch.

Was kostet die Renovierung — und was, wenn Sie trotzdem nicht renovieren?

Für Streichen, Verputzen und neue Böden zahlen Mieter je nach Wohnungsgröße meist zwischen 500 und 3.000 Euro, wenn ein Fachbetrieb beauftragt wird. Renovieren Sie trotz wirksamer Klausel nicht, kann der Vermieter die Kosten von der Kaution abziehen oder Schadensersatz verlangen, allerdings nur innerhalb von sechs Monaten nach Rückgabe der Wohnung.

Kosten für Streichen, Verputzen und neuen Bodenbelag

Beispielrechnung: Für eine 75-m²-Dreizimmerwohnung liegen die Malerkosten bei professioneller Ausführung häufig zwischen 8 und 15 Euro pro Quadratmeter Wandfläche, je nach Region und Betrieb – macht insgesamt oft 900 bis 1.800 Euro für die komplette Wohnung. Kommen Löcher oder Risse im Putz hinzu, addieren sich die Verputzkosten separat. Diese Zahlen sind grobe Richtwerte, sie hängen stark von Deckenhöhe, Wandzustand und Region ab.

Statt hier zu schätzen, lohnt sich der direkte Blick in die passenden Rechner: Kosten für Malerarbeiten beim Streichen und Kosten fürs Verputzen von Wänden liefern in unter einer Minute eine Zahl, die zu Ihrer konkreten Wohnung passt.

Folgen bei Missachtung der Renovierungspflicht (Kaution, Kostenersatz)

Renovieren Sie trotz einer wirksamen Klausel nicht, darf der Vermieter die Arbeiten selbst beauftragen und Ihnen die Kosten in Rechnung stellen, oder er behält den entsprechenden Betrag von der Mietkaution ein. Wichtig dabei: Nach § 548 Abs. 1 BGB verjähren solche Ersatzansprüche des Vermieters innerhalb von sechs Monaten ab Rückgabe der Wohnung. Meldet er sich erst später, sind Sie in der Regel aus dem Schneider.

Checkliste: Wohnungsübergabe richtig vorbereiten

Eine sauber dokumentierte Übergabe schützt Sie vor späteren Streitigkeiten, egal ob Ihre Klausel wirksam ist oder nicht.

  1. Übergabeprotokoll — Zustand jedes Raums schriftlich festhalten, von beiden Seiten unterschrieben.
  2. Vorabnahme — Termin zwei bis drei Wochen vor Auszug, um Mängel noch selbst zu beheben. Prüfen Sie vorab auch Ihre Kündigungsfrist, damit der Zeitpunkt passt.
  3. Zeuge — nach Möglichkeit eine dritte Person zur Übergabe mitbringen.
  4. Zählerstände — Strom, Gas und Wasser notieren und im Protokoll vermerken.
  5. Besenreine Übergabe — die Wohnung muss sauber und leer sein, aber nicht poliert; normale Gebrauchsspuren sind kein Mangel.
  6. Schlüsselübergabe — Anzahl und Art aller übergebenen Schlüssel dokumentieren.

Häufige Fragen zur Renovierung bei Auszug

Muss ich meine Wohnung beim Auszug renovieren?

Nur wenn Ihr Mietvertrag eine wirksame Klausel enthält. Ohne gültige Klausel bleibt die Renovierung Aufgabe des Vermieters, geregelt in § 535 BGB. Prüfen Sie insbesondere, ob feste Fristen, eine Quotenabgeltung oder eine Farbvorgabe in der Klausel stehen, jeder dieser Punkte kann sie unwirksam machen.

Was zählt zu den Schönheitsreparaturen?

Dazu zählen Streichen und Tapezieren von Wänden und Decken sowie das Lackieren von Heizkörpern, Innentüren und Fensterrahmen. Bodenbeläge, Sanitäranlagen und die Bausubstanz gehören nicht dazu, diese bleiben immer Sache des Vermieters.

Muss ich die Wohnung weiß streichen?

Nein. Selbst am Ende der Mietzeit darf eine Klausel nur „neutrale” oder „helle” Farben verlangen, niemals ausschließlich Weiß (BGH, Beschluss vom 14.12.2010, Az. VIII ZR 198/10). Während der laufenden Mietzeit dürfen Sie ohnehin frei gestalten.

Was passiert, wenn ich trotz Klausel nicht renoviere?

Der Vermieter kann die Renovierung beauftragen und Ihnen die Kosten in Rechnung stellen oder sie von der Kaution abziehen. Dieser Anspruch verjährt allerdings innerhalb von sechs Monaten nach Rückgabe der Wohnung, § 548 Abs. 1 BGB.

Muss ich nach Jahrzehnten Mietdauer alles renovieren?

Eine feste 40-Jahres-Regel gibt es nicht. Entscheidend ist, wie stark sich der Zustand der Wohnung seit Einzug verschlechtert hat. Bei erheblicher Verschlechterung kann eine hälftige Kostenbeteiligung nach Treu und Glauben fällig werden (BGH, Urteile vom 08.07.2020, Az. VIII ZR 163/18 und VIII ZR 270/18).

Kann ich Renovierungskosten vom Vermieter zurückfordern?

Wenn Sie ohne wirksame Klausel renoviert haben, können Sie die Kosten grundsätzlich zurückverlangen. Melden Sie den Anspruch zeitnah an, da auch hier eine Verjährungsfrist läuft. Ziehen Sie im Zweifel einen Fachanwalt für Mietrecht hinzu, bevor Sie zahlen oder klagen.

Reicht eine besenreine Übergabe?

Ja, wenn keine wirksame Renovierungsklausel besteht. Besenreine bedeutet: leer, sauber gefegt, keine groben Verschmutzungen. Normale Gebrauchsspuren aus dem täglichen Wohnen sind kein Mangel und müssen nicht beseitigt werden.

Gibt es wirklich ein neues Gesetz zur Renovierung?

Nein. § 535 BGB ist seit 1900 inhaltlich fast unverändert. Der BGH hat 2024 lediglich klargestellt, wer im Streitfall den unrenovierten Ausgangszustand der Wohnung beweisen muss, das ist eine Frage der Beweislast, kein neues Gesetz.

Fazit

Eine pauschale Renovierungspflicht beim Auszug gibt es nicht, entscheidend ist immer die konkrete Klausel in Ihrem Mietvertrag. Prüfen Sie Fristen, Farbvorgaben und den Zustand bei Einzug, bevor Sie zum Pinsel greifen. Wenn eine Renovierung ansteht, verschaffen Sie sich mit dem Malerarbeiten-Kosten-Rechner in wenigen Sekunden einen realistischen Kostenüberblick.

Carport selber bauen: Anleitung, Kosten und Materialliste

Carport selber bauen

Ein Carport ist ein überdachter, meist an mindestens einer Seite offener Stellplatz für Auto, Wohnwagen oder Fahrrad – die schnellere und günstigere Alternative zur Garage. Wer handwerklich einigermaßen fit ist und ein paar Wochenenden Zeit einplant, baut einen einfachen Holz-Carport ohne fremde Hilfe. Rechne bei einem Standard-Einzelcarport mit 800 bis 2.000 Euro reinen Materialkosten, je nachdem, ob gebrauchtes Bauholz verwendet oder ein fertiger Bausatz gekauft wird. Diese Anleitung führt durch Kosten, Baurecht nach Bundesland, Materialliste und die sechs Bauschritte – inklusive der Fehler, die am Ende teuer werden.

Carport selbst bauen oder Bausatz kaufen?

Die erste Entscheidung fällt, bevor überhaupt ein Brett gekauft wird. Ein Bausatz liefert vorgefertigte, exakt zugeschnittene Teile mit Montageanleitung: zusammenschrauben, was andere schon geplant haben. Der komplette Selbstbau bedeutet dagegen eigene Statik, eigene Zuschnitte, eigene Fehler. Für die einen ist genau das der Reiz an der Sache. Für andere schlicht zu viel Risiko für ein Bauteil, das am Ende jahrelang im Regen steht.

KriteriumBausatzKompletter Selbstbau
KostenMeist 20–40 % über reinem MaterialpreisGünstigster Weg – wenn Zeit statt Geld vorhanden ist
Zeitaufwand1–2 Wochenenden Montage3–5 Wochenenden inkl. Fundament-Standzeit
VorkenntnisseGrundlagen reichen ausGrundwissen in Statik und Zimmerei nötig
GestaltungsfreiheitVorgegebene Maße, wenige VariantenGröße, Holzart und Dachform frei wählbar
StatiknachweisMeist vom Hersteller mitgeliefertSelbst besorgen oder berechnen lassen

Kurz gesagt: Bausatz, wenn eine Standardgröße passt und die Statik nicht selbst berechnet werden soll. Kompletter Selbstbau, wenn das Grundstück eine krumme Sondergröße verlangt oder am Material gespart werden soll.

Was kostet ein Carport zum Selberbauen?

Ein einfacher Holz-Einzelcarport (rund 15 m²) kostet im Selbstbau zwischen 800 und 2.000 Euro Material. Ein Doppelcarport (rund 30 m²) liegt bei 1.800 bis 3.500 Euro. Bausätze aus Alu oder Stahl starten ähnlich, landen aber schnell 30 bis 50 Prozent höher – dafür entfällt der komplette Zuschnitt.

Holz, EigenbauHolz-BausatzAlu-BausatzStahl/MetallMeisterbetrieb (Material + Montage)
Einzelcarport (~15 m²)800–2.000 €1.500–3.000 €1.800–3.500 €2.000–4.000 €3.500–7.000 €
Doppelcarport (~30 m²)1.800–3.500 €2.800–5.000 €3.200–6.000 €3.500–6.500 €6.000–12.000 €
Mit Abstellraum+ 400–1.200 €+ 600–1.500 €+ 800–1.800 €+ 800–1.800 €+ 1.500–3.000 €

Die Preise gelten ohne Fundamentarbeiten. Die schlagen bei vier bis sechs Punktfundamenten mit rund 300 bis 600 Euro zusätzlich zu Buche, je nach Bodenbeschaffenheit und ob der Beton selbst gemischt oder als Fertigmischung geliefert wird. Wird ausnahmsweise doch ein Bauantrag fällig, kommen je nach Bundesland und Kommune weitere 300 bis 1.200 Euro für Gebühren und Bauzeichnung dazu. Wer Trapezblech statt Bitumenschindeln aufs Dach legt, spart nochmal 10 bis 15 Prozent bei der Eindeckung, muss dafür aber mit mehr Regengeräusch leben.

Willst du eigene Zahlen durchrechnen, statt mit Spannen zu arbeiten? Der Carport-Kosten-Rechner berücksichtigt Material, Größe und Bauweise automatisch und gibt eine Summe statt einer Range aus.

Braucht man für einen Carport eine Baugenehmigung?

Die meisten gehen davon aus: ein offenes Dach über vier Pfosten braucht doch keine Genehmigung. Manchmal stimmt das. Manchmal eben nicht – und das hängt fast vollständig vom Bundesland ab, nicht vom Bauwerk selbst.

Genehmigungsfreie Maße nach Bundesland

BundeslandGenehmigungsfrei bisMax. mittlere WandhöheRechtsgrundlage
Baden-Württemberg30 m² (nur Innenbereich)3 mLBO Art. 50 Abs. 1
Bayern50 m²3 m (Grenzlänge max. 9 m je Grenze, 15 m gesamt)BayBO Art. 57 Abs. 1 Nr. 1b
Berlin30 m² (nur Innenbereich)3 mBauO Bln § 61
Brandenburg50 m², innerhalb B-Plan bis 150 m²3 mBbgBO § 61 Abs. 1
Bremen50 m² (nur Innenbereich)3 mBremLBO § 61
Hamburg50 m² je Hauptgebäude (nur Innenbereich)3 mHBauO Anlage 2 zu § 60
Hessen50 m² inkl. AbstellraumHBO Anlage 2 zu § 55
Mecklenburg-Vorpommern30 m² (nur Innenbereich)3 mLBauO M-V § 61
Niedersachsen30 m² (innerhalb Bebauungsplan)NBauO § 60
Nordrhein-Westfalen30 m²3 mBauO NRW § 62
Rheinland-Pfalz50 m²3,2 m (First max. 4 m bei Giebel)LBauO § 62
Saarland36 m² inkl. Abstellraum3 mLBO § 61
Sachsen50 m² (nur Innenbereich)3 mSächsBO § 61
Sachsen-Anhalt50 m² (innerhalb Bebauungsplan)3 mBauO LSA § 60
Schleswig-HolsteinMax. 9 m Länge je Grundstücksgrenze2,75 m, Dachneigung max. 45°LBO § 69 Abs. 1
Thüringen40 m² (nur Innenbereich)3 mThürBO § 60 Abs. 1

Wichtig: Genehmigungsfrei heißt nicht vorschriftenfrei. Abstandsflächen, Bebauungsplan und Nachbarschaftsrecht gelten trotzdem, und einzelne Gemeinden schreiben über ihre Satzung strengere Werte vor als die Landesbauordnung. Im Außenbereich nach § 35 BauGB braucht es in fast jedem Bundesland eine Genehmigung, unabhängig von der Größe. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung und keine Auskunft des Bauamts – sie zeigt nur, wonach überhaupt gefragt werden muss. Ein kurzes Telefonat mit dem zuständigen Bauamt kostet nichts, ein Rückbaubescheid dagegen schon.

Grenzabstand zum Nachbargrundstück

Der übliche Mindestabstand zur Grundstücksgrenze liegt bei 3 Metern. Viele Landesbauordnungen erlauben aber eine Grenzbebauung ohne Abstand, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind: mittlere Wandhöhe meist auf 3 Meter begrenzt, Gesamtlänge an einer Grenze meist auf 9 Meter gedeckelt (in Bayern zusätzlich 15 Meter über alle Grenzen zusammen). Steht bereits eine Garage an derselben Grenze, zählt deren Länge mit dazu – ein Punkt, der beim nachträglichen Anbau eines Carports gerne übersehen wird. Im Zweifel lohnt sich eine schriftliche Zustimmung der Nachbarn; das erspart Streit, selbst wenn baurechtlich formal nichts dagegenspricht.

Welches Material eignet sich für den Carport-Selbstbau?

Holz, Aluminium oder Stahl – die Wahl entscheidet über Preis, Optik und Wartungsaufwand gleichermaßen.

Carport aus Holz selber bauen

Holz ist der Klassiker beim Selbstbau: leicht zu bearbeiten mit Standardwerkzeug, günstig in der Anschaffung, optisch anpassungsfähig. Der Nachteil: Es will alle paar Jahre nachbehandelt werden, sonst zieht Feuchtigkeit ins Kernholz. Welche Holzart sich eignet und wie die Kesseldruckimprägnierung im Detail funktioniert, steht im ausführlichen Guide → Carport aus Holz selber bauen.

Carport aus Aluminium selber bauen

Aluminium rostet nicht, wiegt wenig und kommt meist als Bausatz mit Stecksystem – praktisch, wenn wenig Zeit für Zimmerei-Feinarbeiten bleibt. Der Nachteil liegt im Preis und in der eingeschränkten Formfreiheit: Sonderzuschnitte sind bei Alu-Profilen aufwendiger als bei Holzbalken.

Carport aus Metall oder Stahl selber bauen

Stahl trägt bei gleichem Querschnitt mehr Last als Holz, braucht dafür Grundierung und Beschichtung gegen Korrosion. Für freitragende Konstruktionen mit großen Spannweiten (siehe unten) ist Stahl oft die einzige praktikable Wahl. Material- und Aufbauvergleich zwischen Alu und Stahl im Detail → Carport aus Metall, Alu und Stahl.

Dacheindeckung im Vergleich

Die Wahl der Wandmaterialien ist die eine Entscheidung, die Dacheindeckung eine ganz andere – und wird in den meisten Ratgebern nur nebenbei erwähnt, statt sie nebeneinander zu stellen.

MaterialKosten pro m²LichtdurchlässigkeitWartungsaufwand
Trapezblech15–25 €KeineSehr gering, nur Anschlüsse und Dichtungen prüfen
Bitumenwellplatten10–18 €KeineGering, alle paar Jahre auf Risse und UV-Schäden prüfen
PVC-/Acrylplatten20–35 €Hoch, oft satiniert gegen BlendungMittel, Algenbildung und Vergilbung möglich
Gründach40–70 € inkl. SubstratKeineHoch, Bewässerung und jährlicher Rückschnitt

Trapezblech ist die langlebigste und günstigste Lösung, dafür bei Regen deutlich lauter als jede andere Option. PVC- und Acrylplatten holen Tageslicht unter den Carport, vergilben aber mit den Jahren sichtbar. Ein Gründach braucht die kräftigste Unterkonstruktion der vier Varianten – die zusätzliche Traglast durch Substrat und Bepflanzung liegt schnell bei 80 bis 150 Kilogramm pro Quadratmeter.

Materialliste: Was du für den Carport-Bau brauchst

Bezugsgröße: freistehender Einzelcarport, 5 x 3 Meter, Holzständerbauweise, Pultdach mit 5 Grad Gefälle.

PositionMengeHinweis
Pfosten KVH 12 x 12 cm4–6 Stück, je 2,6–3,0 mKernholz, kesseldruckimprägniert
Fußpfette/Traufbohle2 x 5 m, 12 x 16 cmTrägt die Sparren
Sparren/Dachbalken6–8 Stück, je 3,2 m, 8 x 16 cmAbstand ca. 70–80 cm
Kopfbänder/Streben8 StückAussteifung gegen Windlast
Pfostenanker, verzinkt4–6 StückAuf Fundament geschraubt, nie einbetoniert
Beton für Punktfundamenteca. 1,8–2,2 m³ (C20/25)4–6 Fundamente, 80 cm Tiefe
Winkelverbinder + Schrauben1 Sortiments-SetFür alle Balkenverbindungen
Dacheindeckungca. 17–18 m²Trapezblech oder Bitumenschindel
Regenrinne + Fallrohr1 Set, 5 m, halbrund 100 mmAn der tieferen Traufseite
Holzschutzlasur5–6 LiterFür zwei Anstriche

Die Mengen sind Richtwerte für die genannte Standardgröße. In Schneelastzone 2 oder 3 wachsen Balkenquerschnitte und Fundamenttiefe spürbar – hier hilft ein Blick in die DIN 1055 oder ein kurzer Anruf beim Statiker, bevor bestellt wird.

Carport selber bauen — Schritt-für-Schritt-Anleitung

Ein Carport entsteht in sechs Schritten: Standort festlegen, Punktfundamente setzen, Pfosten und Pfetten montieren, Dachkonstruktion aufbauen, Seitenwände oder Sichtschutz ergänzen, zum Schluss das Holz schützen. Der reine Aufbau dauert an einem verlängerten Wochenende – das Fundament braucht vorher aber rund vier Wochen Standzeit, bevor es voll belastet werden darf.

Schritt 1 — Planung und Standortwahl

Maße festlegen, Grenzabstand prüfen, Leitungen im Boden checken – beim Versorger anrufen, nicht raten. Die Firsthöhe am höchsten Punkt der Einfahrt messen, nicht am ebenen Rasen daneben.

Was schiefgehen kann: Standort direkt über einer Abwasserleitung gewählt, ohne vorher beim Bauamt oder Leitungsauskunftsdienst nachzufragen. Nachträgliches Umsetzen kostet spürbar mehr, als die Anfrage vorher gekostet hätte.

Schritt 2 — Fundament setzen

Punktfundamente frostfrei ausheben, meist reichen in Deutschland 80 Zentimeter Tiefe. Welcher Fundamenttyp passt, hängt vom Boden und vom geplanten Aufbau ab:

FundamenttypWann sinnvollVorteilNachteil
Punktfundament (Beton)Standard bei tragfähigem BodenGünstig, bewährt, für die meisten Carports ausreichendRund 4 Wochen Standzeit vor voller Belastung
StreifenfundamentBei Carport mit Abstellraum oder Wänden auf zwei SeitenTrägt durchgehende Wandlasten besserMehr Aushub und Betonvolumen
Erdanker/SchraubfundamentBei tragfähigem, wenig verdichtetem Boden, wenn’s schnell gehen sollSofort belastbar, kein Aushub, reversibelNicht auf jedem Baugrund zulässig, weniger Zugfestigkeit bei starkem Windsog

Schalrohre setzen, ausrichten, Beton einfüllen und verdichten. Pfostenanker vor dem Abbinden exakt im Winkel ausrichten, sonst verzieht sich die ganze Konstruktion später.

Was schiefgehen kann: Zu früh weitergebaut, bevor der Beton seine Festigkeit erreicht hat. Nach etwa einer Woche trägt das Fundament vorsichtige Belastung, die volle Festigkeit ist erst nach rund vier Wochen erreicht. Wer die Pfosten schon nach zwei Tagen aufstellt, riskiert ein Fundament, das sich unter Last minimal setzt – mit schiefen Pfosten als Ergebnis.

Schritt 3 — Pfosten und Balken montieren

Pfosten auf die Anker schrauben, mit Wasserwaage und Richtlatte im Lot ausrichten, vorläufig verstreben. Erst wenn alle Pfosten stehen, die Fußpfetten auflegen und verschrauben.

Was schiefgehen kann: Pfostenanker einbetoniert statt aufgeschraubt. Sieht stabiler aus, sorgt aber dafür, dass Feuchtigkeit ins Holzende zieht – der Pfosten fault nach wenigen Jahren von unten, ausgerechnet an der Stelle, die am schwersten zu kontrollieren ist.

Schritt 4 — Dachkonstruktion

Sparren im geplanten Abstand auf die Pfetten setzen, mit Sparrenpfannen sichern. Mindestens 5 Grad Gefälle einplanen, sonst bleibt Regenwasser auf glatten Dachbahnen stehen.

Was schiefgehen kann: Zu geringes Gefälle bei Flachdach-Optik. Wer unbedingt die flache Linie will, braucht eine wasserdichte Bahn statt einfacher Wellplatten, und mindestens 2 bis 3 Grad Gefälle bleiben trotzdem Pflicht – sonst sammelt sich das Wasser genau über den Pfosten.

Schritt 5 — Seitenwände und Sichtschutz

Lamellen, Bretter oder Rankgitter an ein bis zwei Seiten montieren, je nach Windrichtung und Sichtschutzbedarf.

Was schiefgehen kann: Zu viele geschlossene Wände eingeplant, ohne die baurechtliche Definition zu prüfen. Aus der offenen Garage wird bauordnungsrechtlich schnell ein geschlossenes Gebäude – und damit entfällt die Genehmigungsfreiheit aus der Tabelle weiter oben.

Schritt 6 — Holzschutz, Lasur und Wartung

Nach dem Aufbau alle sichtbaren Holzflächen mit Lasur behandeln, Schnittkanten besonders sorgfältig. Alle drei bis vier Jahre nachstreichen, an der Wetterseite eher öfter.

Was schiefgehen kann: Lasur bei praller Sonne oder unter 10 Grad aufgetragen. Beides verhindert, dass die Lasur richtig einzieht – die Schicht blättert im ersten Winter wieder ab.

Freitragenden Carport selber bauen (ohne Mittelstütze)

Freitragenden Carport selber bauen

Wer zwei Autos nebeneinander unterstellen will, ohne dass ein Mittelpfosten die Durchfahrt blockiert, braucht eine freitragende Konstruktion. Die Last läuft dabei komplett über die Eckpfosten und verstärkte Randbalken. Bei einer Spannweite von 6 Metern und mehr reichen normale Sparrenquerschnitte nicht mehr – üblich sind verstärkte Leimbinder oder Stahlträger, die als Kragarm wirken. Das ist konstruktiv anspruchsvoller als die Standardvariante mit Mittelstütze und in den seltensten Fällen ganz ohne Statiknachweis zu realisieren. Zwar bleibt der Carport bei den meisten Bundesländern trotzdem unter der Flächen-Genehmigungsgrenze aus der Tabelle oben, die größere Spannweite verdient aber vor dem Betonieren eine kurze Rücksprache mit einem Statiker.

Sonderformen: Gründach, Schuppen oder Abstellraum

Ein Gründach macht aus dem Carportdach eine kleine Ausgleichsfläche fürs Regenwassermanagement, verlangt aber die verstärkte Dachkonstruktion aus dem Vergleich oben. Wer stattdessen lieber Stauraum gewinnt, integriert einen Geräteraum an der Rückwand: Ein bis anderthalb Meter Tiefe reichen für Gartengeräte und Fahrräder, ohne die Stellfläche fürs Auto spürbar zu verkleinern. Eine Schiebetür statt eines klassischen Tors spart hier Platz, weil sie nicht in den Bewegungsraum hineinschwenkt – gerade bei knapp bemessenen Grundstücken ein Detail, das den Unterschied macht.

Carport für Wohnwagen, Wohnmobil oder mehrere Autos

Ein Wohnmobil-Carport braucht deutlich mehr Durchfahrtshöhe als die 2,2 bis 2,4 Meter, die für einen normalen Pkw reichen. Üblich sind 3,0 bis 3,2 Meter Firsthöhe, je nach Fahrzeugklasse. Die größere Dachfläche fängt bei Sturm entsprechend mehr Windlast ein, was wiederum kräftigere Pfosten und mehr Verstrebungen verlangt als beim Standard-Pkw-Carport. Ausführliche Maße, Windlast-Faustregeln und Beispielkonstruktionen für Wohnwagen und Wohnmobil → Carport für Wohnwagen und Wohnmobil.

Kostenloser Bauplan als PDF

Für den 5 x 3 Meter Einzelcarport aus dieser Anleitung gibt es die komplette Bauzeichnung mit Maßen, Materialliste und Fundamentplan als PDF – kostenlos und ohne Anmeldung. Bauplan jetzt herunterladen →

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Carport zum Selberbauen?

Ein einfacher Holz-Einzelcarport kostet im Selbstbau zwischen 800 und 2.000 Euro Material, ein Doppelcarport 1.800 bis 3.500 Euro. Bausätze aus Alu oder Stahl liegen 30 bis 50 Prozent höher.

Braucht man für einen Carport eine Baugenehmigung?

Kommt aufs Bundesland an. Die meisten erlauben Carports bis 30 bis 50 Quadratmeter und 3 Meter Wandhöhe genehmigungsfrei, sofern das Grundstück im Innenbereich liegt. Details in der Bundesland-Tabelle oben.

Welches Holz eignet sich am besten für einen Carport?

Kesseldruckimprägnierte Fichte oder Kiefer sind Standard und deutlich günstiger als Lärche oder Douglasie, die von Natur aus witterungsbeständiger sind, dafür aber im Einkauf mehr kosten.

Wie tief muss ein Carport-Fundament sein?

In den meisten Regionen Deutschlands mindestens 80 Zentimeter, um frostfrei zu liegen. In besonders kalten Lagen oder bei schwerem Lehmboden kann mehr Tiefe nötig sein – die örtliche Frosttiefe erfährt man beim Bauamt oder Statiker.

Ist ein Carport-Bausatz günstiger als der komplette Selbstbau?

In der Regel nicht. Bausätze kosten meist 20 bis 40 Prozent mehr als reines Rohmaterial, dafür entfällt der Zuschnitt und oft auch der Statiknachweis.

Wie lange dauert der Bau eines Carports?

Der reine Aufbau dauert an einem verlängerten Wochenende. Eingerechnet werden muss aber die Standzeit des Fundaments von rund vier Wochen, bevor volle Last aufgebracht werden darf.

Kann man einen Carport ohne Betonfundament bauen?

Ja, mit Erdankern oder Schraubfundamenten – vorausgesetzt der Boden ist tragfähig genug. Bei Sandboden oder hohem Grundwasserstand bleibt Beton meist die sicherere Wahl.

Baukosten pro qm 2026: Preise, Tabelle & Rechner

Baukosten pro qm

Kurz zusammengefasst

  • Die Baukosten pro qm liegen 2026 zwischen 2.200 und 4.500 Euro. Für ein schlüsselfertiges Einfamilienhaus in Standardausstattung sind 2.900 bis 3.300 Euro pro qm realistisch.
  • 3.000 Euro pro qm sind ein solider Mittelwert für ein Massivhaus mit KfW-40-Standard. Für ein einfaches Fertighaus liegt der Preis eher am oberen Ende, für ein individuell geplantes Architektenhaus eher am unteren.
  • Bayern ist mit rund 2.900 Euro pro qm das teuerste Bundesland, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gehören zu den günstigsten.
  • Ein Mehrfamilienhaus kostet schlüsselfertig meist 2.800 bis 3.500 Euro pro qm, je nach Wohnungsanzahl und Ausstattung.
  • Grundstück, Notar- und Erschließungskosten sowie Außenanlagen zählen nicht zu den Baukosten pro qm und müssen separat kalkuliert werden.

Baukosten pro qm 2026 im Überblick

Die Baukosten pro Quadratmeter bewegen sich 2026 in Deutschland zwischen 2.200 und 4.500 Euro. Wer ein schlüsselfertiges Einfamilienhaus in Standardausstattung baut, sollte mit 2.900 bis 3.300 Euro pro qm rechnen. Diese Werte umfassen die reinen Bauwerkskosten nach DIN 276, also Rohbau, Innenausbau und technische Gebäudeausstattung, aber weder Grundstück noch Baunebenkosten.

Die Spanne ist groß, weil drei Faktoren gleichzeitig wirken: die Bauweise, das Bundesland und das Ausstattungsniveau. Ein einfaches Fertighaus in Ostdeutschland kostet pro Quadratmeter oft weniger als die Hälfte eines individuell geplanten Architektenhauses in München.

BauweiseBaukosten pro qmTypisches Merkmal
Fertighaus, Standardausstattung2.400 – 3.000 €Feste Preise, kurze Bauzeit, wenig Spielraum bei Details
Massivhaus, Standardausstattung2.600 – 3.300 €Individuellere Planung, längere Bauzeit
Gehobene Ausstattung / Architektenhaus3.300 – 4.500 €Freie Grundrissplanung, hochwertige Materialien

Diese Zahlen gelten für den Rohbau plus Innenausbau plus Haustechnik. Grundstück, Erschließung und Baunebenkosten kommen in jedem Fall obendrauf, dazu mehr in Abschnitt drei.

Sind 3.000 Euro pro qm ein realistischer Preis?

Ja. 3.000 Euro pro qm liegen 2026 im mittleren bis oberen Bereich für ein schlüsselfertiges Massivhaus mit KfW-40-Standard und sind für die meisten Bauherren ein realistischer Richtwert. Für ein einfaches Fertighaus in Standardausstattung ist dieser Preis eher hoch angesetzt, dort sind oft schon 2.400 bis 2.700 Euro erreichbar. Für ein individuell geplantes Architektenhaus mit hochwertiger Ausstattung ist er dagegen günstig, dort liegen die Werte häufig bei 3.500 Euro und mehr.

Wer ein Angebot mit exakt 3.000 Euro pro qm vorliegen hat, sollte also zuerst prüfen, was darin enthalten ist. Ein Angebot ohne Bodenplatte, Keller oder Anschlusskosten wirkt günstiger, als es am Ende ist. Bei zwei Angeboten mit demselben Quadratmeterpreis lohnt sich deshalb der Blick auf die Leistungsbeschreibung, nicht nur auf die Zahl.

Was ist in den Baukosten pro qm enthalten und was nicht?

Die Baukosten pro qm beziehen sich ausschließlich auf die Errichtung des Gebäudes selbst. Alles, was außerhalb des Baukörpers liegt oder vor dem eigentlichen Bau anfällt, wird separat gerechnet.

Enthaltene Leistungen

Zu den Baukosten pro qm zählen die Kostengruppen 300 und 400 nach DIN 276:

  • Rohbau: Fundament, tragende Wände, Decken und Dachstuhl
  • Innenausbau: Estrich, Putz, Bodenbeläge, Innentüren
  • Technische Gebäudeausstattung: Heizung, Elektroinstallation, Sanitäranlagen

Nicht enthaltene Kosten

Diese Posten werden bei den Baukosten pro qm bewusst ausgeklammert und müssen zusätzlich eingeplant werden:

  • Grundstückskosten, also der reine Kaufpreis
  • Erwerbsnebenkosten wie Notar, Grundbucheintrag und Grunderwerbsteuer
  • Baunebenkosten wie Architekt, Baugenehmigung und Bodengutachten
  • Außenanlagen wie Terrasse, Zufahrt und Bepflanzung
  • Finanzierungskosten wie Zinsen und Bereitstellungszinsen

Wer die reinen Baukosten pro qm mit dem Gesamtbudget für ein Grundstück und einen Hausbau verwechselt, unterschätzt die tatsächliche Belastung häufig um 100.000 Euro oder mehr. Einen vollständigen Überblick über beide Kostenblöcke gibt der Artikel Was kostet ein Haus?.

Wie setzen sich die Baukosten pro qm zusammen?

Innerhalb der reinen Bauwerkskosten verteilt sich das Budget nicht gleichmäßig. Nach den in der Baupraxis üblichen Kostengruppen entfällt der größte Teil auf die Baukonstruktion, ein kleinerer, aber wachsender Teil auf die technische Gebäudeausstattung.

Kostengruppe (DIN 276)Anteil an den BaukostenTypischer Wert bei 3.000 €/qm
KG 300: Baukonstruktion (Rohbau, Innenausbau)ca. 70–75 %2.100 – 2.250 €/qm
KG 400: Technische Anlagen (Heizung, Elektro, Sanitär)ca. 25–30 %750 – 900 €/qm

Der Anteil der technischen Anlagen ist in den letzten Jahren gestiegen, weil Wärmepumpen, Lüftungsanlagen und Smart-Home-Technik in vielen Neubauten inzwischen Standard sind statt Zusatzausstattung. Wer beim Rohbau spart, etwa durch einen kompakten Grundriss ohne Vorsprünge, kann diesen Anteil senken, ohne bei Komfort oder Energiestandard Abstriche zu machen.

Baukosten pro qm nach Bundesland

Baukosten nach Bundesland

Die Baukosten pro qm unterscheiden sich je nach Bundesland deutlich, auch wenn einzelne Anbieter im Netz eine einheitliche Zahl für ganz Deutschland nennen. Nach Daten des Statistischen Bundesamts liegt der Bau eines neuen Wohnhauses in Bayern mit zuletzt rund 2.900 Euro pro Quadratmeter an der Spitze, gefolgt von Hamburg und Baden-Württemberg. Am günstigsten bauen lässt es sich in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mit rund 1.900 Euro pro Quadratmeter.

RegionPreisniveauBeispielhafte Bundesländer
Am teuerstenca. 15–20 % über dem BundesdurchschnittBayern, Hamburg, Baden-Württemberg
Mittleres Preisniveaunahe am BundesdurchschnittNordrhein-Westfalen, Hessen, Berlin, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein
Am günstigstenca. 15–20 % unter dem BundesdurchschnittNiedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen

Stand: Baupreisindex Q1 2026, Statistisches Bundesamt (Destatis). Die Rangfolge der Bundesländer ist über mehrere Jahre stabil geblieben, auch wenn das absolute Preisniveau insgesamt gestiegen ist.

Wichtig: Diese Zahlen sind reine Bauwerkskosten. Die Grundstückskosten schwanken innerhalb eines Bundeslands oft stärker als die Baukosten selbst, ein Grundstück in München kostet ein Vielfaches eines vergleichbaren Grundstücks in der Oberpfalz. Für eine Kostenschätzung, die Wohnfläche, Hausart und Bundesland gemeinsam berücksichtigt, hilft der Baukostenrechner schneller weiter als eine allgemeine Tabelle.

Baukosten pro qm in Bayern

Bayern liegt bei den Baukosten pro qm an der Spitze aller Bundesländer, verschiedene Quellen nennen für 2026 Werte zwischen rund 2.590 und 2.900 Euro pro qm, je nach Erhebungsmethode und Stichtag. Das entspricht etwa 15 bis 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Verantwortlich dafür sind vor allem höhere Handwerkerlöhne und eine hohe Nachfrage nach Baukapazitäten, weniger die reinen Materialkosten, die sich bundesweit kaum unterscheiden.

Innerhalb Bayerns ist der Unterschied zwischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen erheblich. In München und dem Umland treiben vor allem die Grundstückspreise die Gesamtkosten nach oben, während die reinen Bauwerkskosten pro qm auch dort nur moderat über dem bayerischen Durchschnitt liegen. In Franken oder der Oberpfalz sind sowohl Grundstück als auch Bau spürbar günstiger.

Baukosten pro qm nach Haustyp

Der Haustyp beeinflusst die Baukosten pro qm fast so stark wie die Region. Grund dafür ist die Außenwandfläche im Verhältnis zur Wohnfläche: Je mehr Wände ein Gebäude mit einem Nachbarn oder einer weiteren Wohnung teilt, desto weniger Fläche muss einzeln gedämmt, verputzt und beheizt werden.

Einfamilienhaus

Ein freistehendes Einfamilienhaus ist der teuerste Haustyp pro Quadratmeter, weil alle vier Außenwände einzeln errichtet werden müssen. Für ein schlüsselfertiges Einfamilienhaus in Standardausstattung sind 2.600 bis 3.300 Euro pro qm üblich, bei gehobener Ausstattung auch mehr.

Doppelhaus und Reihenhaus

Ein Doppelhaus teilt sich eine Wand mit der Nachbarhälfte, ein Reihenhaus oft sogar zwei. Dadurch sinken die Baukosten pro qm um bis zu 20 Prozent gegenüber einem vergleichbaren Einfamilienhaus, aktuell liegen die Werte meist bei 2.800 bis 3.300 Euro pro qm. Zusätzlich sparen beide Haustypen bei der Heizenergie, weil die gemeinsame Wand weniger Wärme nach außen abgibt.

Mehrfamilienhaus

Ein Mehrfamilienhaus kostet schlüsselfertig meist 2.800 bis 3.500 Euro pro qm in Standardausstattung, bei gehobener Ausstattung oder Architektenplanung sind auch 4.000 bis 4.800 Euro pro qm möglich. Die Spanne ist größer als beim Einfamilienhaus, weil Faktoren wie Aufzug, Tiefgarage oder ein höherer Schallschutzstandard zwischen den Wohneinheiten stark ins Gewicht fallen.

Ein Rechenbeispiel: Ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und insgesamt 500 qm Wohnfläche kostet bei 3.200 Euro pro qm rund 1.600.000 Euro an reinen Bauwerkskosten. Hinzu kommen Grundstück, Baunebenkosten und Außenanlagen, üblicherweise weitere 25 bis 35 Prozent der Bauwerkskosten.

Für Bauherren, die vermieten wollen, lohnt sich ein Blick auf die KfW-Förderung: Für energieeffiziente Mehrfamilienhäuser sind aktuell Kredite bis 150.000 Euro pro Wohneinheit möglich. Bei sechs Wohnungen kann das die Fremdfinanzierung um bis zu 900.000 Euro entlasten, was die Kalkulation der Mietrendite spürbar verbessert.

Aktuelle Preisentwicklung 2026

Die Baukosten sind zwischen 2021 und 2023 stark gestiegen, seither hat sich der Anstieg deutlich verlangsamt. Der Baupreisindex des Statistischen Bundesamts lag zu Beginn 2025 bei 132,6 Punkten, Basisjahr 2021 gleich 100. Das entspricht einem Anstieg von rund 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, ähnlich wie in den Quartalen davor.

Die starken Kostensprünge der Jahre 2021 bis 2023 bleiben eingepreist, sie verschwinden also nicht wieder aus dem Preisniveau. Gleichzeitig zeigen aktuelle Marktbeobachtungen, dass viele Bauunternehmen 2026 wieder Verhandlungsspielraum bieten, weil die Auftragsbücher nicht mehr so voll sind wie 2022. Wer aktuell baut, sollte deshalb Angebote mehrerer Anbieter einholen und Preise aktiv vergleichen, statt den ersten Kostenvoranschlag zu akzeptieren.

Baukosten pro qm senken: praktische Strategien

Die Baukosten pro qm lassen sich vor allem in der Planungsphase beeinflussen, deutlich weniger, sobald der Bau begonnen hat. Diese Stellschrauben bringen den größten Effekt:

  1. Kompakter Grundriss statt verwinkelter Baukörper. Ein einfacher Grundriss ohne Erker oder Vorsprünge spart rund 7 Prozent, weil weniger Außenwandfläche entsteht.
  2. Einfache Dachform wählen. Ein Satteldach statt eines aufwendigen Walmdachs mit Gauben spart etwa 10 Prozent bei den Dachkosten.
  3. Auf den Keller verzichten. Ein Verzicht auf Unterkellerung kann die Baukosten um bis zu 20 Prozent senken, allerdings fehlt dann auch der zusätzliche Stauraum.
  4. Doppelhaus oder Reihenhaus statt freistehendem Einfamilienhaus. Die geteilte Wand spart rund 5 bis 20 Prozent, siehe Abschnitt sechs.
  5. Eigenleistung einbringen. Malerarbeiten, Bodenbeläge oder die Gartengestaltung in Eigenregie sparen häufig 5 Prozent der Gesamtkosten, allerdings nur, wenn genug Zeit und handwerkliches Geschick vorhanden sind.
  6. Angebote von mindestens drei Anbietern einholen. Die Preisspannen zwischen Baufirmen für vergleichbare Leistungen liegen oft bei 10 bis 15 Prozent.
  7. KfW-Förderung und Landesprogramme nutzen. Zinsgünstige Kredite senken zwar nicht die Baukosten pro qm selbst, wohl aber die Finanzierungskosten über die gesamte Laufzeit.

Baukosten pro qm selbst berechnen

Pauschale Tabellen geben eine erste Orientierung, ersetzen aber keine Berechnung für das eigene Bauvorhaben. Der Baukostenrechner von profirechner.de berücksichtigt vier Angaben, Wohnfläche, Hausart, Ausstattungsniveau und Bundesland, und liefert in unter einer Minute eine realistische Kostenspanne inklusive Baunebenkosten. Die Werte basieren auf dem Baupreisindex des Statistischen Bundesamts sowie aktuellen Marktdaten und werden regelmäßig aktualisiert.

Wer bereits ein konkretes Angebot vorliegen hat, kann den Rechner auch zur Plausibilitätsprüfung nutzen: Liegt der eigene Quadratmeterpreis deutlich außerhalb der berechneten Spanne, lohnt sich ein zweiter Blick auf die Leistungsbeschreibung.

Häufig gestellte Fragen zu Baukosten pro qm

Was kostet ein Haus pro Quadratmeter 2026?

Ein Haus kostet 2026 im Schnitt zwischen 2.200 und 4.500 Euro pro Quadratmeter, abhängig von Bauweise, Bundesland und Ausstattung. Für ein schlüsselfertiges Einfamilienhaus in Standardausstattung sind 2.900 bis 3.300 Euro pro qm realistisch.

Was ist nicht in den Baukosten pro qm enthalten?

Grundstückskosten, Erwerbsnebenkosten wie Notar und Grunderwerbsteuer, Baunebenkosten wie Architektenhonorar und Baugenehmigung sowie Außenanlagen zählen nicht zu den Baukosten pro qm und müssen zusätzlich eingeplant werden.

Wie setzen sich die Baukosten pro qm zusammen?

Die Baukosten pro qm bestehen aus der Baukonstruktion, also Rohbau und Innenausbau, sowie den technischen Anlagen wie Heizung, Elektro und Sanitär. Die Baukonstruktion macht dabei üblicherweise 70 bis 75 Prozent der Kosten aus.

Was kostet ein Mehrfamilienhaus pro qm?

Ein Mehrfamilienhaus kostet schlüsselfertig meist 2.800 bis 3.500 Euro pro qm in Standardausstattung. Bei gehobener Ausstattung oder Architektenplanung liegen die Werte häufig bei 4.000 bis 4.800 Euro pro qm.

Welche Bauweise ist bei den Baukosten pro qm günstiger, Fertighaus oder Massivhaus?

Fertighäuser sind in der Regel günstiger, weil die Vorfertigung im Werk Kosten und Bauzeit besser kalkulierbar macht. Massivhäuser bieten dafür mehr individuelle Gestaltungsfreiheit, was sich in höheren Baukosten pro qm niederschlägt.

Steigen die Baukosten pro qm 2026 weiter?

Die Baukosten steigen 2026 nur noch moderat, zuletzt um rund 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die starken Preissprünge der Jahre 2021 bis 2023 sind damit vorbei, das erreichte Preisniveau bleibt aber bestehen.

Wie kann ich die Baukosten pro qm senken?

Ein kompakter Grundriss, eine einfache Dachform, der Verzicht auf einen Keller und Eigenleistung sind die wirksamsten Hebel. Zusammen lassen sich damit oft 20 bis 30 Prozent der Baukosten einsparen, ohne bei der Bausubstanz Abstriche zu machen.

Kellerausbau Genehmigung 2026: Wann brauchst du eine Baugenehmigung — und wann nicht?

Kellerausbau Genehmigung

Du planst den Kellerausbau, fragst dich aber: Muss ich vorher zum Bauamt? Oder kann ich einfach loslegen?

Die Antwort hängt von einer einzigen Frage ab: Was soll aus dem Keller werden?

Wer einen Hobbyraum einrichtet, braucht in der Regel gar nichts zu beantragen. Wer eine Einliegerwohnung schaffen will, braucht immer eine Genehmigung — und wer das ignoriert, riskiert im Worst Case einen Rückbau auf eigene Kosten. Ein Fall aus Nordrhein-Westfalen zeigt, wie schnell das teuer wird: Ein Eigentümer musste über 18.000 Euro zahlen, weil die Fenster seiner fertig ausgebauten Kellerwohnung die vorgeschriebene Mindestgröße nicht erfüllten.

Das lässt sich vermeiden. Hier ist, was du wissen musst.

Brauche ich eine Baugenehmigung für den Kellerausbau?

Für einen Kellerausbau als Hobbyraum, Büro oder Werkstatt zur Eigennutzung ist in der Regel keine Baugenehmigung erforderlich. Eine Baugenehmigung wird dann Pflicht, wenn eine Nutzungsänderung stattfindet — also wenn der Keller zu offiziellem Wohnraum, einer Einliegerwohnung oder Gewerberaum umgebaut wird. Die Grenze liegt nicht bei den Baumaßnahmen selbst, sondern bei der geplanten Nutzung.

NutzungBaugenehmigungNutzungsänderungBemerkung
Hobbyraum, WerkstattNeinNeinAuch bei Dämmung/Elektrik
Büro, Homeoffice (Eigennutzung)Meist neinNeinBundesland prüfen
Spielzimmer, GästezimmerMeist neinNeinKein Dauerwohnraum
Wohnraum zur EigennutzungJaJaLandesbauordnung beachten
Einliegerwohnung zur VermietungJa, immerJaArchitekt erforderlich
GewerbenutzungJa, immerJaBebauungsplan prüfen

Diese Tabelle ist eine Orientierung — nicht jede Landesbauordnung ist identisch. Bayern und Hessen verlangen beispielsweise eine Mindestraumhöhe von 2,40 Meter statt der in anderen Bundesländern üblichen 2,30 Meter. Dazu gleich mehr.

Wann ist der Kellerausbau genehmigungsfrei?

Genehmigungsfrei heißt: Du kannst einfach anfangen — ohne Bauantrag, ohne Wartezeit.

Das gilt, wenn du deinen Keller ausschließlich selbst nutzt und keine baulichen Eingriffe vorgenommen werden, die als Nutzungsänderung gelten. Typische Maßnahmen, die keine Genehmigung brauchen:

  • Wände streichen, verkleiden, dämmen
  • Boden erneuern oder Estrich verlegen
  • Elektrik nachrüsten oder Beleuchtung einbauen
  • Heizung anschließen
  • Nicht-tragende Wände einziehen oder entfernen
  • Einen Hobbyraum, eine Werkstatt oder ein Büro zur Eigennutzung einrichten

Der entscheidende Punkt: Die Nutzungsart bleibt Nicht-Wohnraum. Dein Keller ist weiterhin ein Nebenraum des Hauses, auch wenn er schöner und funktionaler wird. Das Bauamt interessiert sich dafür nicht.

Was aber trotzdem beachtet werden sollte, auch ohne Genehmigungspflicht: Wenn du tragende Wände entfernst, brauchst du immer einen Statiker — das ist keine Frage des Baurechts, sondern der Standsicherheit des Hauses.

Wann brauche ich definitiv eine Genehmigung?

Sobald du den Keller zu offiziellem Wohnraum machen willst, wird es ernst.

Wohnraumerweiterung (Eigennutzung): Du willst den Keller als Schlafzimmer, Wohnzimmer oder dauerhaften Aufenthaltsraum für dich selbst nutzen. Das gilt baurechtlich als Nutzungsänderung. Du brauchst eine Baugenehmigung, und die Räume müssen alle Anforderungen der Landesbauordnung erfüllen.

Einliegerwohnung zur Vermietung: Das ist die härteste Kategorie. Eine Einliegerwohnung ist eine abgeschlossene, eigenständige Wohneinheit mit Küche, Bad, eigenem Eingang und eigenen Versorgungsanschlüssen. Ohne Baugenehmigung geht hier gar nichts. Der Bauantrag kann außerdem nur ein bauvorlagenberechtigter Architekt einreichen — du kannst das nicht selbst tun.

Gewerbenutzung: Soll der Keller als Büro mit Kundenverkehr, als Atelier oder als andere Gewerbefläche genutzt werden, gilt das als Nutzungsänderung — mit eigenen Anforderungen an Brandschutz, Stellplätze und Erschließung.

Wärmepumpe mit Erdbohrung: Auch technisch unscheinbare Maßnahmen können genehmigungspflichtig sein. Eine Grundwasserbohrung für eine Wärmepumpe braucht eine Genehmigung nach Wasserrecht — das ist kein Baurecht, aber trotzdem eine Behördensache.

Was sind die Anforderungen für genehmigungspflichtigen Wohnraum?

Wenn der Keller offiziell Wohnraum werden soll, muss er bestimmte Mindeststandards erfüllen — sonst bekommt er keine Genehmigung, egal wie schön er ausgebaut ist.

Mindesthöhe

Die lichte Raumhöhe ist das häufigste K.O.-Kriterium. Hier die Regelungen nach Bundesland:

BundeslandMindesthöhe Wohnraum
Bayern2,40 m
Hessen2,40 m
Baden-Württemberg2,40 m
Berlin2,50 m
NRW2,30 m
Hamburg2,30 m
Die meisten anderen2,30 m

Viele Altbaukeller liegen bei 2,10 bis 2,20 Meter. Das reicht für einen Hobbyraum, aber nicht für genehmigten Wohnraum. Lösung: den Boden absenken — was machbar, aber teuer ist (mehr dazu im Artikel über Kellerausbau Kosten).

Tageslicht und Fensterfläche

Wohnräume brauchen Tageslicht. Die Fensterfläche muss mindestens 10% der Bodenfläche des Raums betragen. Für einen 20-m²-Raum also mindestens 2 m² Fensterglas. Das ist der Grund, warum viele Kellerwohnungen Lichtschächte brauchen — oder warum ein tief liegender Keller ohne ausreichende Fenster grundsätzlich kein Wohnraum werden kann.

Belüftung

Ohne ausreichende Lüftung keine Genehmigung. Bei fensterlosen Räumen oder Räumen, deren Fenster sich nicht öffnen lassen, ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) Pflicht. Kostenpunkt: 2.000–6.000 Euro für eine einfache Anlage.

Brandschutz und Fluchtwege

Wer eine Einliegerwohnung schafft, muss mindestens zwei Rettungswege sicherstellen. Türen zu angrenzenden Räumen müssen feuerhemmend sein. Für selbstgenutzte Wohnräume im eigenen Haus (mit maximal zwei Wohneinheiten) sind die Anforderungen deutlich geringer.

Energetische Anforderungen

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gilt auch für den Keller. Kellerwände grenzen direkt an Erdreich — ohne ausreichende Dämmung erfüllen sie die energetischen Mindeststandards nicht. Das ist kein optionales Extra, sondern eine Genehmigungsvoraussetzung.

Die Geschossflächenzahl (GFZ) — das übersehene Hindernis

Fast niemand denkt daran, aber die GFZ ist ein häufiger Ablehnungsgrund für Kellerausbau-Genehmigungen.

Die Geschossflächenzahl ist eine Kennzahl im Bebauungsplan, die regelt, wie viel Geschossfläche auf einem Grundstück insgesamt zulässig ist. Eine GFZ von 0,5 auf einem 500-m²-Grundstück bedeutet: maximal 250 m² Geschossfläche im gesamten Gebäude.

Wenn dein Haus diese Grenze bereits ausschöpft und du jetzt den Keller als offiziellen Wohnraum zählen lässt — womit er zur Geschossfläche hinzukommt — wird die GFZ überschritten. Das Ergebnis: Genehmigungsablehnung, egal wie gut die Planung sonst ist.

Prüf das, bevor du einen Architekten beauftragst: Bauamt anrufen oder den Bebauungsplan für dein Grundstück einsehen. Das geht in vielen Städten online.

Was passiert, wenn du ohne Genehmigung baust?

Kurz gesagt: Es kann richtig teuer werden.

Das Bauamt kann jederzeit eine Kontrolle durchführen — ausgelöst durch Nachbarschaftsbeschwerden, einen Mieterwechsel, einen Versicherungsschaden oder Zufallskontrollen. Was dann passiert:

  1. Nutzungsuntersagung: Das Bauamt verbietet die weitere Nutzung des Kellerraums als Wohnraum. Mieter müssen in dem Fall ausziehen — und können Schadensersatz fordern.
  2. Rückbauanordnung: Im schlimmsten Fall musst du den Keller wieder in den ursprünglichen Zustand bringen. Bei einer fertig ausgebauten 50-m²-Wohnung kann das 30.000 Euro oder mehr kosten. Du bekommst das Geld nicht zurück.
  3. Bußgeld: Schwarzbauten werden als Ordnungswidrigkeit behandelt. Die Höhe des Bußgelds variiert nach Bundesland und Schwere des Verstoßes.
  4. Versicherungsprobleme: Wer seinen Wohngebäudeversicherer nicht über die Nutzungsänderung informiert, kann im Schadensfall auf dem Schaden sitzenbleiben. Die Versicherung kann die Leistung verweigern.
  5. Wertminderung bei Verkauf: Ein illegal ausgebauter Keller mindert den Immobilienwert, weil der Käufer das Risiko übernimmt — inklusive möglichem Rückbau.

Fazit: Wer eine Einliegerwohnung ohne Genehmigung betreibt, spart vielleicht ein paar Monate Wartezeit. Riskiert aber den vollständigen Verlust der Investition.

Wie läuft die Baugenehmigung für den Kellerausbau ab?

Wenn du eine Genehmigung brauchst, hier der Ablauf:

Schritt 1: Bebauungsplan prüfen. Beim Bauamt oder online. Geschossflächenzahl und Grundflächenzahl prüfen, Nutzungsart im Plangebiet klären.

Schritt 2: Architekt beauftragen. Bauanträge müssen von einem bauvorlagenberechtigten Architekten oder Ingenieur eingereicht werden. Kosten: 1.500–4.000 Euro je nach Aufwand.

Schritt 3: Unterlagen zusammenstellen. Dazu gehören Grundrisse, Schnitte, Ansichten, Statiknachweis, Brandschutznachweis, Energieausweis-Berechnung und Angaben zur Nutzung.

Schritt 4: Bauantrag einreichen. Beim zuständigen Bauamt der Gemeinde. Bearbeitungszeit: 4–12 Wochen in kleineren Städten, bis zu 6 Monate in Metropolen wie München oder Berlin.

Schritt 5: Genehmigung erhalten, dann bauen. Nicht vorher. Auch nicht auf eigenes Risiko. Die Genehmigung ist die Grundlage für alles Weitere — ohne sie gibt es keine Abnahme und keinen rechtlichen Wohnraum.

Schritt 6: Bauabnahme. Nach Fertigstellung nimmt das Bauamt den Wohnraum ab und bestätigt, dass alles den genehmigten Plänen entspricht.

Kellerausbau genehmigen lassen: Lohnt sich das wirklich?

Ja. Und zwar aus einem einfachen Grund: Ein genehmigter Wohnkeller ist bares Geld wert.

Ein legal ausgebauter Keller kann den Immobilienwert um bis zu 20% steigern, weil er offiziell zur Wohnfläche zählt. Bei einer Immobilie im Wert von 500.000 Euro sind das bis zu 100.000 Euro Wertzuwachs. Die Kosten für Architekt und Genehmigungsverfahren liegen bei 3.000–6.000 Euro — das ist der günstigste Hebel auf den Immobilienwert, den du dir vorstellen kannst.

Dazu kommt: Wer eine genehmigte Einliegerwohnung vermietet, kann in vielen deutschen Städten zwischen 600 und 1.200 Euro Kaltmiete erzielen. Bei 50.000 Euro Ausbaukosten amortisiert sich das in 4–7 Jahren.

Den Kellerausbau schwarz zu machen spart die Wartezeit. Verliert aber die Wertsteigerung, das Vermietungsrecht und im Zweifelsfall die gesamte Investition.

FAQ: Häufige Fragen zur Kellerausbau-Genehmigung

Kann ich den Kellerausbau nachträglich genehmigen lassen?

Ja, das ist möglich — aber nicht garantiert. Wenn alle baurechtlichen Anforderungen erfüllt sind, kann ein Architekt einen nachträglichen Bauantrag stellen. Sind die Anforderungen nicht erfüllt (zu niedrige Decke, zu kleine Fenster), wird die Genehmigung verweigert und ein Rückbau angeordnet.

Brauche ich einen Architekten für den Kellerausbau?

Für den Bauantrag: ja, zwingend. Für den genehmigungsfreien Ausbau (Hobbyraum etc.): nein. Für komplexere Maßnahmen wie Bodensenkung, Feuchteschutz oder statische Eingriffe ist ein Fachmann aber auch ohne Genehmigungspflicht sinnvoll.

Was kostet die Baugenehmigung für einen Kellerausbau?

Zwei Kostenpositionen: Architektenhonorar (1.500–4.000 Euro für Planungsleistungen und Bauantrag) plus Verwaltungsgebühr des Bauamts (meist 0,5–1% der Bausumme, mindestens 50–200 Euro). Insgesamt: 2.000–5.000 Euro.

Gilt der Keller nach dem Ausbau als Wohnfläche?

Nur wenn er genehmigt ist. Ein nicht genehmigter Ausbau zählt nicht zur offiziellen Wohnfläche — auch wenn du ihn bewohnst. Genehmigt wird Wohnraum erst, wenn alle Anforderungen (Höhe, Licht, Lüftung, Energetik) nachgewiesen sind.

Muss ich die WEG-Eigentümerversammlung fragen?

Ja, wenn das Haus mehrere Eigentümer hat. In einer WEG darf kein einzelner Eigentümer seinen Keller ohne Beschluss der Eigentümerversammlung als Wohnraum vermieten. Auch der genehmigungsfreie Ausbau kann von der Hausordnung oder Teilungserklärung eingeschränkt werden.

Wie lange dauert die Baugenehmigung für einen Kellerausbau?

Im Durchschnitt 6–16 Wochen. In Städten mit überlasteten Bauämtern (München, Frankfurt, Hamburg) können es 4–6 Monate sein. Plane das in deinen Zeitplan ein, bevor du Handwerker buchst.

Darf ich den Keller als Schlafzimmer nutzen ohne Genehmigung?

Für den eigenen Gebrauch — technisch ja, solange keine Mietnutzung stattfindet und du die Räume nicht als offiziellen Wohnraum deklarierst. Aber: Ohne Genehmigung kannst du sie nicht zur Wohnfläche zählen, nicht vermieten und nicht bei einem Verkauf als Wohnraum ausweisen.