Dach neu decken kostet 2026 in Deutschland zwischen 85 und 440 Euro pro Quadratmeter. Die große Spanne kommt daher, dass “Dach neu decken” drei ganz unterschiedliche Vorhaben meinen kann: die reine Neueindeckung, eine Neueindeckung mit Dämmung, oder eine komplette Dachsanierung inklusive Dachstuhl. Dieser Ratgeber trennt die drei Fälle sauber, zeigt eine Beispielrechnung für ein 120-m²-Dach und erklärt, wann es dafür Förderung gibt – und wann nicht.
Kurze Antwort: Die reine Neueindeckung eines Dachs kostet 85 bis 200 €/m², mit Aufsparrendämmung 150 bis 350 €/m², eine komplette Dachsanierung inklusive Dachstuhl 160 bis 440 €/m².
Inhaltsverzeichnis
- Kosten auf einen Blick
- Was kostet die reine Dacheindeckung pro m²?
- Material im Vergleich
- Beispielrechnung: 120-m²-Einfamilienhaus
- Förderung: Geld vom Staat?
- Was die Kosten zusätzlich beeinflusst
- Baugenehmigung und Vorschriften
- FAQ
- Fazit
- Quellen
Dach neu decken: Kosten auf einen Blick
Wer “dach neu decken kosten” googelt, bekommt Zahlen zwischen 65 und 440 Euro pro Quadratmeter zu sehen – und wird davon selten klüger. Der Grund: Die meisten Ratgeber vermischen drei verschiedene Bauvorhaben, ohne das offenzulegen.
| Umfang | Kosten pro m² | Was ist enthalten |
|---|---|---|
| Nur Neueindeckung (ohne Dämmung) | 85–200 € | Dachdeckung, Unterkonstruktion, Arbeitsleistung, Gerüst, Entsorgung Altdach |
| Neueindeckung + Aufsparrendämmung | 150–350 € | wie oben, plus Dämmung auf förderfähigem U-Wert-Niveau |
| Komplette Dachsanierung (inkl. Dachstuhl) | 160–440 € | zusätzlich Abbau/Entsorgung, Zimmererarbeiten am Dachstuhl |
Für ein Dach mit 120 m² macht das grob: 10.200–24.000 € für die reine Neueindeckung, 18.000–42.000 € mit Dämmung, 19.200–52.800 € für die komplette Sanierung.
Planen Sie ohnehin eine größere Sanierung mit neuem Dachstuhl, regionalen Preisunterschieden und der Frage, ob in Ihrem Bundesland eine Solardachpflicht gilt, lohnt sich ein Blick in den Dachsanierungs-Kostenrechner – dort ist der komplette Fall durchgerechnet, inklusive der Preisunterschiede zwischen Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen.
Was kostet die reine Dacheindeckung pro m²?
Die reine Dacheindeckung – also Material, Unterkonstruktion und Arbeitsleistung ohne neue Dämmung – kostet 2026 zwischen 85 und 200 Euro pro Quadratmeter. Die Spanne hängt vor allem am Material: Betondachstein liegt am unteren, Schiefer am oberen Ende.
So setzt sich der Preis pro Quadratmeter zusammen:
| Position | Kosten pro m² | Wofür |
|---|---|---|
| Dachdeckung (Material) | 20–45 € | Ziegel, Dachsteine oder andere Deckmaterialien |
| Unterkonstruktion | 5–18 € | Traglattung, Konterlattung, Unterspannbahn |
| Arbeitsleistung | 40–80 € | Abdecken, Verlegen, Anschlüsse herstellen |
| Nebenleistungen | 5–20 € | Gerüst, Transport, Entsorgung Altdach |
Praxistipp: Macht Ihnen ein Dachdecker ein Angebot mit nur 65 bis 130 €/m², fragen Sie gezielt nach, ob Gerüst und Entsorgung der alten Eindeckung schon enthalten sind. Genau diese zwei Posten lassen viele Online-Kostenrechner unter den Tisch fallen – und sorgen am Ende für die böse Überraschung auf der Schlussrechnung.
Material im Vergleich: Was kostet welche Dacheindeckung?
Das Deckmaterial beeinflusst den Quadratmeterpreis stärker als jeder andere Einzelfaktor.
| Material | Kosten pro m² | Kurzcharakteristik |
|---|---|---|
| Betondachstein | 20–35 € | günstigste Variante, Lebensdauer meist 30–40 Jahre |
| Tondachziegel | 25–50 € | Klassiker, hält oft 50+ Jahre, viele Farben und Formen |
| Bitumen-/Kunststoffbahnen | 10–45 € | vor allem für Flachdächer und Nebengebäude |
| Metall (Alu, Zink, Titanzink) | 20–100 € | leicht, auch für flache Dachneigungen geeignet |
| Schiefer | 60–120 € | sehr langlebig (100+ Jahre), bei Altbauten oft Denkmalschutz-Auflage |
Faustregel aus der Praxis: Wer 20 Jahre oder länger im Haus bleiben will, fährt mit Tonziegeln meist besser als mit der günstigeren Betonvariante. Der Preisunterschied pro Quadratmeter ist klein, der Unterschied in der Lebensdauer nicht.
Beispielrechnung: Dach neu decken für ein 120-m²-Einfamilienhaus
Szenario: Satteldach, 120 m² Dachfläche, Tondachziegel, Dachstuhl statisch in Ordnung, keine Schäden.
Variante A: Nur Neueindeckung, ohne Dämmung
| Position | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Material (Tondachziegel, 32 €/m²) | 32 € × 120 m² | 3.840 € |
| Unterkonstruktion (11 €/m²) | 11 € × 120 m² | 1.320 € |
| Arbeitsleistung (60 €/m²) | 60 € × 120 m² | 7.200 € |
| Nebenleistungen: Gerüst, Entsorgung, Transport (15 €/m²) | 15 € × 120 m² | 1.800 € |
| Gesamtkosten Variante A | 14.160 € |
Das sind rund 118 € pro Quadratmeter – mittig in der Spanne von oben.
Variante B: Neueindeckung + Aufsparrendämmung (förderfähig)
| Position | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Neueindeckung + Aufsparrendämmung (220 €/m²) | 220 € × 120 m² | 26.400 € |
| BAFA-Zuschuss (15 % Grundförderung) | 26.400 € × 15 % | −3.960 € |
| Eigenanteil nach Förderung | 22.440 € |
Der Unterschied zwischen A und B liegt bei rund 8.300 € nach Förderung. Dafür bekommen Sie ein Dach, das die aktuellen Dämmwerte erfüllt und langfristig Heizkosten spart. Ob sich das rechnet, hängt vor allem davon ab, wie lange Sie noch im Haus wohnen bleiben.
Förderung: Bekommen Sie beim Dach neu decken Geld vom Staat?
Die reine Neueindeckung ohne Dämmung wird nicht separat gefördert. Fördergeld gibt es nur, wenn gleichzeitig eine Aufsparrendämmung eingebaut wird – dann zählt die Neueindeckung als sogenannte Umfeldmaßnahme und wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) mitbezuschusst.
Begriffe in diesem Artikel:
- Aufsparrendämmung — Dämmschicht oberhalb der Dachsparren; macht eine komplette Neueindeckung nötig
- U-Wert — Kennzahl für den Wärmedurchgang; je niedriger, desto besser die Dämmung
- Umfeldmaßnahme — Arbeiten rund um eine geförderte Maßnahme (z. B. die Neueindeckung bei einer geförderten Dämmung), die die BEG mitfinanziert
So funktioniert die Förderung 2026, laut Förderdatenbank des Bundes:
- Grundförderung: 15 % der förderfähigen Kosten, beantragt beim BAFA
- iSFP-Bonus: zusätzliche 5 Prozentpunkte, wenn die Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans ist – seit der BAFA-Reform vom 21. Juli 2026 gilt der Bonus aber nur für den Kostenanteil oberhalb von 30.000 € pro Wohneinheit und Kalenderjahr
- Förder-U-Wert: höchstens 0,14 W/(m²K) – strenger als der gesetzlich vorgeschriebene Mindeststandard von 0,24 W/(m²K) nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das laut Verbraucherzentrale seit dem 29. Juli 2026 das frühere Gebäudeenergiegesetz (GEG) abgelöst hat
So beantragen Sie die Förderung:
- Energieeffizienz-Experten einbinden – Pflicht für die Antragstellung an der Gebäudehülle
- Antrag beim BAFA stellen – zwingend vor Auftragsvergabe, sonst entfällt der Zuschuss
- Nach Fertigstellung den Verwendungsnachweis einreichen – meist innerhalb von 6 Monaten nach Ablauf des Bewilligungszeitraums
Klartext zum iSFP-Bonus, weil ihn die meisten Ratgeber falsch vereinfachen: Bei Gesamtkosten von 40.000 € greifen die zusätzlichen 5 Prozentpunkte nur auf die 10.000 €, die über der 30.000-€-Schwelle liegen. Macht 30.000 € × 15 % + 10.000 € × 20 % = 4.500 € + 2.000 € = 6.500 € Zuschuss – nicht 8.000 €, wie eine pauschale 20-%-Rechnung nahelegen würde.
Was die Kosten zusätzlich beeinflusst
Neben Material und Umfang schwanken die Kosten je nach:
- Dachform und -neigung – ein einfaches Satteldach ist günstiger einzudecken als ein verwinkeltes Walmdach mit Gauben
- Zustand des Dachstuhls – morsche oder feuchte Balken treiben den Preis schnell Richtung der 160–440-€-Spanne
- Zugänglichkeit – ein Gerüst am freistehenden Einfamilienhaus ist günstiger als am Reihenhaus in der Innenstadt
- Region – Handwerker-Stundensätze unterscheiden sich zwischen Bundesländern spürbar
Wenn ohnehin die Fassade ansteht, lohnt sich ein kombinierter Blick: Ähnlich wie beim Dach schwanken auch die Kosten für eine Fassadensanierung stark je nach Zustand des Untergrunds – wer beides im selben Jahr angeht, spart sich ein zweites Gerüst.
Steht ohnehin ein größerer Umbau oder gar ein Neubau zur Debatte, kann sich ein Abgleich mit dem Baukostenrechner lohnen, bevor Sie in ein altes Dach investieren.
Baugenehmigung und Vorschriften beim Dach neu decken
Für die reine Neueindeckung in gleicher Form und Höhe brauchen Sie in den meisten Bundesländern keine Baugenehmigung. Anders sieht es aus, sobald sich die Dachform ändert, Gauben hinzukommen oder aus dem Dachboden Wohnraum wird – dann greift in der Regel eine Genehmigungspflicht, und der Bebauungsplan der Gemeinde kann zusätzliche Vorgaben machen.
Ein Punkt, den viele Hauseigentümer übersehen: Wurde Ihr Dach vor dem 31. Oktober 1993 eingedeckt oder saniert, kann die alte Eindeckung Asbest enthalten – an diesem Datum wurden Herstellung und Verwendung von Asbest in Deutschland verboten, so das Umweltbundesamt. Vor Beginn der Arbeiten müssen Sie der ausführenden Firma das Baujahr und bekannte Schadstoffhinweise mitteilen; eine Materialprobe im Labor gibt Klarheit, wenn Zweifel bestehen. Achtung: Asbestzementplatten selbst anzubohren oder zu zerbrechen, um das nachzuprüfen, ist keine gute Idee – genau dabei werden die gefährlichen Fasern erst freigesetzt.
FAQ
Was kostet es, ein Dach neu zu decken?
Die reine Neueindeckung kostet 85 bis 200 € pro Quadratmeter, mit Aufsparrendämmung 150 bis 350 €, eine komplette Dachsanierung inklusive Dachstuhl 160 bis 440 €. Für ein 120-m²-Dach ergibt das grob 10.200 bis 52.800 €, je nach Umfang der Arbeiten.
Was kostet es, ein 150-m²-Dach neu zu decken?
Bei 150 m² und reiner Neueindeckung (85–200 €/m²) liegen die Kosten bei rund 12.750 bis 30.000 €. Mit Aufsparrendämmung steigt die Spanne auf etwa 22.500 bis 52.500 €, abzüglich einer möglichen BAFA-Förderung von 15 bis 20 %.
Wie viel kostet ein komplett neues Dach inklusive Dachstuhl?
Eine komplette Dachsanierung mit neuem oder verstärktem Dachstuhl kostet 160 bis 440 € pro Quadratmeter. Bei 120 m² sind das etwa 19.200 bis 52.800 €, abhängig davon, wie stark der bestehende Dachstuhl beschädigt ist und welches Material Sie wählen.
Wird die neue Dacheindeckung staatlich gefördert?
Nein, nicht allein. Nur wenn gleichzeitig eine Aufsparrendämmung eingebaut wird, zählt die Neueindeckung als Umfeldmaßnahme und wird über die BEG-Einzelmaßnahmen mitgefördert – mit 15 %, bei individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) mit weiteren 5 % auf den über 30.000 € liegenden Kostenanteil.
Brauche ich für ein neu gedecktes Dach eine Baugenehmigung?
Für die reine Neueindeckung in bestehender Form meist nicht. Ändern sich Dachform, Höhe oder Nutzung – etwa durch Gauben oder einen Dachausbau –, ist in der Regel eine Genehmigung nötig. Prüfen Sie zusätzlich den Bebauungsplan Ihrer Gemeinde, der lokal strengere Vorgaben machen kann.
Wie lange dauert es, ein Dach neu zu decken?
Für ein Einfamilienhausdach mit 100 bis 150 m² dauert die reine Neueindeckung bei normalem Wetter meist 1 bis 2 Wochen. Kommt eine Aufsparrendämmung dazu, verlängert sich die Bauzeit auf 3 bis 4 Wochen, weil das Dach dafür komplett geöffnet werden muss.
Fazit
Der Trick beim Preisvergleich ist nicht, die günstigste Zahl zu finden, sondern die zum eigenen Vorhaben passende: 85–200 €/m² für die reine Eindeckung, 150–350 €/m² mit Dämmung, 160–440 €/m² für die komplette Sanierung. Wer den kompletten Fall mit regionalen Preisen und der Solardachpflicht des eigenen Bundeslands durchrechnen will, findet das im Dachsanierungs-Kostenrechner von profirechner.de.
