Wieviel kW Wärmepumpe für 100 qm? Rechner & Tabelle

Wie viel kW eine Wärmepumpe für 100 qm Wohnfläche braucht, hängt vor allem von der Dämmung ab. Als grobe Orientierung gelten bei einem modernen Neubau etwa 4–5 kW, bei einem teilsanierten Haus etwa 6–8 kW und bei einem unsanierten Altbau 10 kW oder mehr. Kommt das Warmwasser ebenfalls aus der Wärmepumpe, kommen etwa 0,25 kW pro Person dazu.

Eine pauschale Zahl für jedes 100-qm-Haus gibt es also nicht. Mit dem Rechner unten schätzen Sie die Leistung für Ihr Haus in einer Minute ab.

Wichtig: Die endgültige Auslegung gehört auf eine Heizlastberechnung. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) stützt seinen vereinfachten Heizlastrechner auf das Verfahren nach DIN EN 12831-1.

Wieviel kW braucht eine Wärmepumpe für 100 qm?

GebäudezustandRichtwertHeizleistung bei 100 qm
Passivhaus / KfW-Effizienzhaus 40ca. 10–20 W/m²ca. 1–2 kW
Moderner Neubau (GEG)ca. 40–50 W/m²ca. 4–5 kW
Gut saniertes Hausca. 50–70 W/m²ca. 5–7 kW
Teilsaniertes Hausca. 65–85 W/m²ca. 6,5–8,5 kW
Unsanierter Altbauca. 100–120 W/m²ca. 10–12 kW

Das sind Orientierungswerte, keine Dimensionierung. Reihenhäuser und milde Regionen liegen eher darunter, freistehende Häuser und kalte Lagen eher darüber.

Ein 100-qm-Haus braucht nicht automatisch eine 10-kW-Wärmepumpe. Entscheidend ist nicht die Wohnfläche allein, sondern wie viel Wärme das Gebäude an einem sehr kalten Tag verliert.

Rechner: Wärmepumpen-Leistung für 100 qm berechnen

Wärmepumpe: Wie viel kW brauche ich?

Richtwert für die Heizleistung. Eine Heizlastberechnung ersetzt das nicht.

Empfohlene Geräteklasse
–kW
0 kW
Heizlast Raumwärme
Zuschlag Warmwasser
Benötigte Heizleistung (Spanne)
Wärmebedarf pro Jahr
Stromverbrauch pro Jahr (JAZ )
Stromkosten pro Jahr

Annahmen: spezifische Heizlast 10–120 W/m² je nach Standard, Warmwasser 0,25 kW und ca. 800 kWh pro Person und Jahr. Reihenhaus- und Klimafaktoren sind Näherungen. Die genaue Auslegung erfolgt durch eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.

Der Rechner nutzt Wohnfläche, Gebäudestandard, Hauslage, Klima, Heizsystem und Personenzahl. Er zeigt die Leistung als Spanne und rechnet Stromverbrauch und Stromkosten mit.

Haben Sie schon ein Angebot? Tragen Sie die kW-Zahl des Installateurs ein. Der Rechner zeigt, ob sie in der berechneten Spanne liegt. Liegt das Angebot deutlich darüber, fragen Sie nach der Heizlastberechnung.

So überschlagen Sie die Leistung selbst

Die Faustformel lautet:

Heizleistung = Wohnfläche × spezifischer Wärmebedarf

  • Neubau mit 50 W/m²: 100 m² × 50 W/m² = 5.000 W = 5 kW
  • Teilsaniertes Haus mit 80 W/m²: 100 m² × 80 W/m² = 8.000 W = 8 kW

Zwei Häuser mit gleicher Wohnfläche können deshalb sehr unterschiedlich große Wärmepumpen brauchen. Eine Heizlastberechnung berücksichtigt zusätzlich Außenflächen, Fenster, Lüftung und den Standort.

Warmwasser: Wie viel Leistung kommt dazu?

Erzeugt die Wärmepumpe auch das Warmwasser, wird oft ein Zuschlag von etwa 0,25 kW pro Person angesetzt:

PersonenZuschlag
2ca. 0,5 kW
3ca. 0,75 kW
4ca. 1,0 kW

Das ist eine vereinfachte Orientierung. Warmwasser wird meist über einen Speicher erzeugt, daher ist die tatsächliche Auslegung etwas komplexer. Wird das Wasser dezentral über Durchlauferhitzer erwärmt, entfällt der Zuschlag.

Beispiel: 100 qm, Baujahr 1995, 3 Personen

Angenommen:

  • Wohnfläche: 100 m²
  • teilsaniert, angesetzt mit 75 W/m²
  • 3 Personen, Warmwasser über die Wärmepumpe

Raumheizung: 100 m² × 75 W/m² = 7,5 kW Warmwasser: 3 × 0,25 kW = 0,75 kW Summe: ca. 8,25 kW

Das heißt nicht, dass Sie einfach ein 8-kW-Gerät kaufen sollten. Entscheidend sind die tatsächliche Heizlast und die Leistungsdaten des konkreten Geräts bei niedrigen Außentemperaturen.

Heizbedarf, Heizlast und Heizleistung: der Unterschied

BegriffBedeutung
HeizbedarfEnergie, die das Gebäude über ein Jahr zum Heizen braucht (in kWh).
HeizlastWärmeleistung, die an einem sehr kalten Auslegungstag nötig ist (in kW).
HeizleistungWärmeleistung, die die Wärmepumpe unter bestimmten Bedingungen liefert (in kW).

Für die Größe der Wärmepumpe zählt die Heizlast. Der Jahresbedarf allein sagt nichts darüber, wie viel Leistung an einem Frosttag nötig ist.

Was bestimmt die richtige kW-Zahl?

  • Dämmung: Weniger Wärmeverlust bedeutet eine kleinere Wärmepumpe.
  • Fenster: Alte, undichte Fenster erhöhen den Bedarf spürbar.
  • Vorlauftemperatur: Eine Fußbodenheizung kommt mit niedrigen Temperaturen aus und arbeitet effizienter als alte Heizkörper.
  • Heizkörper: Prüfen Sie, ob die vorhandenen Flächen auch bei niedriger Vorlauftemperatur reichen.
  • Gebäudeform und Standort: Ein Reihenhaus verliert weniger Wärme als ein freistehendes Haus. In kalten Regionen steigt die Heizlast.
  • Raumtemperatur: 22 °C statt 20 °C erhöhen den Bedarf.

Zu groß ist nicht besser

Eine deutlich überdimensionierte Wärmepumpe schaltet bei geringer Heizlast häufiger ein und aus. Dieses Takten kann die Effizienz senken und den Verschleiß erhöhen. Eine zu kleine Anlage schafft an sehr kalten Tagen den Bedarf nicht allein.

Gerade bei 100 qm werden mitunter pauschal 10- oder 12-kW-Geräte angeboten. Lassen Sie sich die Heizlast zeigen, bevor Sie unterschreiben.

Bivalenzpunkt und Heizstab

Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der eine zusätzliche Wärmequelle die Wärmepumpe unterstützt, meist ein elektrischer Heizstab. Dadurch muss die Wärmepumpe nicht auf die extremste Kältespitze ausgelegt werden, und eine kleinere Anlage kann genügen.

Der Heizstab sollte aber nur selten laufen. Häufiger Betrieb treibt den Stromverbrauch deutlich nach oben.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe bei 100 qm?

Eine einfache Näherung:

Stromverbrauch = Wärmebedarf ÷ Jahresarbeitszahl (JAZ)

Beispiel: 14.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr bei JAZ 3,5 ergeben 14.000 ÷ 3,5 = 4.000 kWh Strom. Bei 0,30 €/kWh sind das 1.200 € pro Jahr.

WärmebedarfJAZStrombedarf
14.000 kWh3,0ca. 4.667 kWh
14.000 kWh3,5ca. 4.000 kWh
14.000 kWh4,0ca. 3.500 kWh

Ein gut gedämmter Neubau braucht deutlich weniger Wärme als in diesem Beispiel. Ihre eigenen Werte liefert der Rechner oben.

Was kostet eine Wärmepumpe für 100 qm?

Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe inklusive Einbau nennen aktuelle Ratgeber für 100-qm-Häuser grob 22.000 bis 31.000 € vor Förderung. Die Spanne hängt von Gerät, Montageaufwand, Speicher, Elektroarbeiten und nötigen Anpassungen am Heizsystem ab. Erd- und Grundwasserwärmepumpen kosten meist mehr.

Vergleichen Sie Angebote immer auf Basis Ihrer konkreten Gebäudedaten. Eine genauere Einschätzung liefert unser Wärmepumpen-Kosten-Rechner.

Förderung für die Wärmepumpe (Stand Oktober 2026)

Die Heizungsförderung läuft über das KfW-Programm 458. Die Grundförderung beträgt 30 % der förderfähigen Kosten. Je nach Voraussetzungen kommen Boni dazu, der Zuschuss ist aber gedeckelt, in der Regel auf 70 %. Bei einem Einfamilienhaus werden aktuell für die erste Wohneinheit bis zu 28.000 € förderfähige Kosten berücksichtigt. Mehrere Quellen nennen für einkommensschwache Selbstnutzer eine höhere Grenze von bis zu 80 %.

Zum 21. Juli 2026 wurden Regeln angepasst, und Bedingungen können sich weiter ändern. Prüfen Sie die Werte vor dem Antrag bei der KfW. Die Förderung steht außerdem unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel, und der Antrag muss vor der Beauftragung gestellt werden.

Wann lohnt sich eine Heizlastberechnung?

Besonders sinnvoll ist sie, wenn

  • die Heizung gewechselt wird,
  • das Gebäude älter ist,
  • gedämmt wurde oder Heizkörper getauscht werden,
  • die Vorlauftemperatur sinken soll.

Diese Fragen sollten Sie dem Fachbetrieb stellen:

  1. Welche Heizlast wurde berechnet, und bei welcher Außentemperatur?
  2. Welche Vorlauftemperatur wird angesetzt?
  3. Welche Leistung liefert das Gerät bei niedrigen Außentemperaturen?
  4. Wie oft wird der Heizstab voraussichtlich laufen?
  5. Ist ein hydraulischer Abgleich vorgesehen?
  6. Wie ist das Warmwasser berücksichtigt?

FAQ: Häufige Fragen zur Wärmepumpe für 100 qm

Wie viel kW braucht man für 100 qm?

Je nach Gebäude etwa 4–5 kW bei einem modernen Neubau, 6–8 kW bei einem teilsanierten Haus und 10 kW und mehr bei einem unsanierten Altbau. Die tatsächliche Heizlast muss individuell bestimmt werden.

Reicht eine 5-kW-Wärmepumpe für 100 qm?

Bei einem gut gedämmten 100-qm-Haus kann das ausreichen. Bei einem älteren oder schlecht gedämmten Gebäude ist oft mehr Leistung nötig. Entscheidend ist die Heizlast, nicht allein die Wohnfläche.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe bei 100 qm?

Das hängt vom Wärmebedarf und der Jahresarbeitszahl ab. Bei 14.000 kWh Wärmebedarf und einer JAZ von 3,5 sind es rund 4.000 kWh Strom pro Jahr.

Was passiert, wenn die Wärmepumpe zu groß ist?

Eine deutlich überdimensionierte Wärmepumpe schaltet häufiger ein und aus. Dieses Takten kann den effizienten Betrieb beeinträchtigen und sollte bei der Planung vermieden werden.

Brauche ich bei 100 qm eine 10-kW-Wärmepumpe?

Nicht automatisch. Ein modernes 100-qm-Haus braucht deutlich weniger. Bei einem energetisch schlechten Altbau kann eine 10-kW-Anlage dagegen sinnvoll sein.

Wann macht eine Wärmepumpe keinen Sinn?

Das lässt sich nicht an der Wohnfläche allein festmachen. Es kommt auf Gebäudezustand, Heizflächen, nötige Vorlauftemperatur, Wärmequelle, Investitionskosten und geplanten Betrieb an. Eine individuelle technische und wirtschaftliche Prüfung ist deshalb sinnvoll.

Fazit

Wieviel kW Wärmepumpe für 100 qm? Als Orientierung reichen die Werte von etwa 4–5 kW bei einem modernen Gebäude bis zu 10–12 kW bei einem unsanierten Altbau. Entscheidend ist die Heizlast. Eine größere Wärmepumpe ist nicht automatisch besser, und bei einem gut gedämmten Haus kann eine kleinere Anlage völlig genügen.

Schätzen Sie zuerst mit dem Rechner ab. Lassen Sie danach eine Heizlastberechnung durch einen Fachbetrieb machen, bevor Sie ein Gerät bestellen.

Aktualisiert: Oktober 2026. Die Werte sind Richtwerte und ersetzen keine Fachplanung.

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