Eine neue Heizung kostet zwischen 8.000 € für eine einfache Gastherme und über 60.000 € für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe im Altbau. Der Rechner oben gibt dir in zwei Minuten eine Zahl für dein Haus. Was er nicht zeigt: warum die Spanne so groß ist, welche Zusatzkosten fast immer dazukommen, und ob du einen Teil davon über die Miete zurückholen kannst, falls du vermietest.
Neue Heizung Kosten Rechner
Das Wichtigste in Kürze:
- Neue Heizung inkl. Einbau: 8.000–15.000 € (Gas), 12.000–20.000 € (Öl), 25.000–70.000 € (Wärmepumpe), 25.000–38.000 € (Pellet)
- Förderung für klimafreundliche Heizungen: bis zu 22.400 € Zuschuss
{{VERIFY: aktueller Höchstbetrag nach GModG}} - Zusatzkosten wie Demontage, Schornstein und hydraulischer Abgleich: meist 2.000–6.000 € on top, im Angebot oft nicht enthalten
Was kostet eine neue Heizung? Preisübersicht nach Heizungsart
Eine neue Heizungsanlage kostet inklusive Einbau zwischen 8.000 € und 70.000 €, abhängig von Heizungsart und Gebäudezustand. Wärmepumpen und Pelletheizungen liegen in der Anschaffung deutlich höher als Gas- oder Ölheizungen. Über niedrigere Brennstoffkosten und Förderung gleicht sich das über zehn bis fünfzehn Jahre wieder aus, aber die erste Rechnung sieht erst mal anders aus.
| Heizungsart | Kosten inkl. Einbau, Neubau | Kosten inkl. Einbau, Altbau |
|---|---|---|
| Gasheizung (Brennwerttherme) | ca. 8.000–15.000 € | ca. 10.000–17.000 € |
| Ölheizung (Brennwerttherme) | ca. 12.000–18.000 € | ca. 14.000–20.000 € |
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | ca. 25.000–40.000 € | ca. 27.000–43.000 € |
| Sole-/Wasser-Wärmepumpe | ca. 40.000–70.000 € | ca. 43.000–74.000 € |
| Pelletheizung | ca. 25.000–35.000 € | ca. 27.000–38.000 € |
| Fernwärme (Anschluss vorhanden) | ca. 5.000–20.000 € | ca. 6.000–22.000 € |
| BHKW | ca. 14.000–25.000 € | ca. 16.000–27.000 € |
| Brennstoffzellenheizung | ca. 20.000–35.000 € | ca. 22.000–38.000 € |
Warum ist die Spanne bei Wärmepumpen so breit? Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe wird im Kern aufgestellt und angeschlossen. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe braucht eine Erdbohrung, und die kostet allein 10.000 bis 20.000 €. Das Gerät selbst unterscheidet sich weniger, als die meisten denken.
Wärmepumpe oder Gasheizung: Was rechnet sich wirklich?
Kein Vergleichsportal mit Werbekunden wird dir das offen so sagen, aber hier ist die nackte Rechnung. Bei einem Wärmebedarf von 18.000 kWh im Jahr braucht eine Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl (JAZ) 4 rund 4.500 kWh Strom. Bei einem Wärmepumpentarif von ca. 24 Cent/kWh sind das etwa 1.080 € im Jahr. Eine Gasheizung verbraucht bei gleichem Wärmebedarf die vollen 18.000 kWh, bei ca. 13 Cent/kWh macht das rund 2.340 € im Jahr.
Differenz: etwa 1.260 € pro Jahr zugunsten der Wärmepumpe. Legt man die Mehrkosten der Anschaffung (nach Förderung, im Schnitt 8.000 bis 15.000 € gegenüber Gas) dagegen, amortisiert sich das in sechs bis zwölf Jahren, je nachdem wie hoch die Förderung im Einzelfall ausfällt. Bei einer geplanten Restnutzungsdauer der Immobilie unter zehn Jahren kippt die Rechnung, das lohnt sich dann eher nicht.
Kosten im Neubau vs. Altbau
Im Neubau ist die Planung einfacher. Rohre, Heizkörper und Dämmung werden direkt auf die neue Heizung zugeschnitten. Im Altbau kommen zehn bis zwanzig Prozent oben drauf, grob gerechnet, und der Grund ist selten die Heizung selbst. Es sind die alten Heizkörper, die für eine Wärmepumpe zu klein dimensioniert sind. Der Schornstein, der nicht mehr passt. Der hydraulische Abgleich, der beim alten System nie gemacht wurde.
Gib im Rechner oben dein Baujahr an. Die drei Dämmklassen (vor 1995, 1995 bis 2010, nach 2010) bilden genau diesen Unterschied ab.
Zusatzkosten beim Heizungstausch: Was im Angebot oft fehlt
Der Angebotspreis vom Installateur deckt selten alles ab.
| Posten | Kosten | Wann relevant |
|---|---|---|
| Demontage & Entsorgung Altanlage | ab ca. 1.000 € | fast immer, mehr bei Altöl oder Asbest |
| Schornsteinsanierung | 500–2.000 € | bei Wechsel auf Brennwert- oder WP-Technik |
| Heizungsperipherie (Pumpen, Rohre, Ventile) | 500–3.000 € | bei jedem Komplettaustausch |
| Hydraulischer Abgleich | 300–1.000 € | Pflicht bei Förderantrag |
| Schornsteinfeger-Abnahme | 50–150 € | immer, gesetzlich vorgeschrieben |
Im Rechner oben kannst du “Entsorgung alte Heizung” und den Umbau-Aufwand direkt mit einpreisen. Diese Tabelle erklärt, warum genau diese beiden Felder den Endpreis so stark verschieben.
Laufende Kosten: Brennstoff und Wartung
| Energieträger | Kosten pro kWh | Wartung pro Jahr |
|---|---|---|
| Erdgas | 11–18 Cent | 100–300 € |
| Heizöl | 9–12 Cent | 200–400 € |
| Wärmepumpenstrom | 21–26 Cent | 50–150 € |
| Holzpellets | 8–11 Cent | 200–400 € |
Förderung: Wie viel Zuschuss bekommst du?
Klimafreundliche Heizungen, also Wärmepumpe, Pellet, Solarthermie, Fernwärme, Biomasse, fördert der Staat über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM). Gas- und Ölheizungen bekommen nichts.
- Grundförderung: 30 Prozent, für alle
- Klimageschwindigkeitsbonus: bis zu 16 Prozent zusätzlich beim Ersatz einer alten fossilen Heizung
- Einkommensbonus: bis zu 30 Prozent zusätzlich unter 40.000 € Haushaltseinkommen
Zusammen sind bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten drin, gedeckelt bei 22.400 € Zuschuss . Ein Kind im Haushalt senkt das anrechenbare Einkommen rechnerisch um 10.000 €. Für Haushalte knapp über der Grenze ist das oft der Unterschied zwischen 30 und 60 Prozent Förderung, es lohnt sich, das vorher genau durchzurechnen statt einfach zu schätzen.
Gesetzliche Vorgaben: GModG, Austauschpflicht, CO2-Steuer
Am 10.07.2026 hat der Bundestag das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) beschlossen. Es löst das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG, “Heizungsgesetz”) ab.
- Die bisherige 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen fällt weg.
- Du darfst wieder frei wählen: Wärmepumpe, Fernwärme, Biomasse, Hybrid, oder auch eine neue Gas- oder Ölheizung.
- Ab 2029 müssen neu eingebaute fossile Heizungen mindestens 10 Prozent grüne Energieträger nutzen, steigend auf 15 Prozent (2030), 30 Prozent (2035) und 60 Prozent (2040). Die Bio-Treppe.
- Die verpflichtende Energieberatung vor dem Einbau einer Öl- oder Gasheizung entfällt.
Unabhängig vom neuen Gesetz gilt weiter die Austauschpflicht nach § 72 GEG: Kessel, die vor 1991 eingebaut wurden, dürfen nicht mehr laufen. Kessel danach müssen nach 30 Betriebsjahren raus. Ausgenommen sind Niedertemperatur- und Brennwertkessel, Anlagen unter 4 oder über 400 Kilowatt, und Eigentümer, die ihr Haus vor dem 2. Februar 2002 gekauft haben und seitdem selbst bewohnen.
Die CO2-Steuer verteuert 2026 Gas um 1,4 Cent pro Kilowattstunde und Heizöl um 20,7 Cent pro Liter.
Kannst du die Kosten auf die Miete umlegen?
Kurze Antwort: nicht automatisch, und die meisten Vermieter rechnen das falsch. Tauschst du eine kaputte Heizung 1:1 gegen ein vergleichbares Modell, ist das Instandhaltung. Die zahlst du selbst. Baust du eine energetisch bessere Anlage ein, etwa eine Wärmepumpe statt der alten Ölheizung, zählt das als Modernisierung nach § 555b BGB. Dann greift § 559 BGB: 8 Prozent der Modernisierungskosten pro Jahr auf die Jahresmiete, gedeckelt auf 3 € pro Quadratmeter innerhalb von sechs Jahren, oder 2 € bei einer Ausgangsmiete unter 7 €/m².
Ab 2028 kommt eine zusätzliche Regel durchs GModG: Baust du als Vermieter eine neue fossile Heizung ein, musst du dich an den laufenden CO2-Kosten, Netzentgelten und Biogas-Aufschlägen beteiligen. Die reine Weitergabe an den Mieter reicht dann nicht mehr.
Wann sich eine neue Heizung (noch) nicht lohnt
Nicht jeder sollte jetzt kaufen.
- Deine bestehende Heizung ist ein Niedertemperatur- oder Brennwertkessel unter 30 Jahren: Du fällst nicht unter die Austauschpflicht. Eine Reparatur ist meistens günstiger als ein Komplettaustausch.
- Du planst einen Verkauf oder Auszug innerhalb der nächsten drei Jahre: Die Förderung und die niedrigeren Betriebskosten einer Wärmepumpe amortisieren sich in dem Zeitraum nicht.
- Dein Fernwärmenetz-Ausbau ist für die nächsten zwei bis drei Jahre angekündigt: Ein teurer Kesseltausch jetzt kann sich erübrigen, wenn der Anschluss ohnehin kommt. Bei der Kommune nachfragen, bevor du bestellst.
- Du hast noch keinen hydraulischen Abgleich gemacht und weißt es nicht: Bevor du in eine neue Anlage investierst, lohnt sich ein Abgleich der bestehenden Heizung. Der kostet 300 bis 1.000 € und bringt manchmal schon spürbare Einsparungen, ganz ohne neue Heizung.
Datencheck: Wie unsere Zahlen im Vergleich stehen
Wir haben die Kostenspannen von drei der meistzitierten deutschen Heizungsportale (heizung.de, Schwäbisch Hall, TapTapHome) für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Neubau gegenübergestellt, um zu sehen, wie stark die Angaben tatsächlich auseinanderlaufen.
| Quelle | Angegebene Spanne Luft-Wasser-WP (Neubau, inkl. Einbau) |
|---|---|
| heizung.de | bis zu 15.000 € (nur Gerät, ohne Einbau) |
| Schwäbisch Hall | ab ca. 26.920 € |
| TapTapHome | 26.000–45.000 €, Durchschnitt 36.000 € |
Auffällig: heizung.de gibt nur den Gerätepreis an, ohne Installation, was den Wert auf den ersten Blick deutlich günstiger aussehen lässt als er in der Praxis ist. Schwäbisch Hall und TapTapHome, die beide inkl. Einbau rechnen, landen in etwa im selben Korridor. Für unsere Tabelle oben haben wir uns an dieser inkl.-Einbau-Logik orientiert, nicht an reinen Gerätepreisen, weil das näher an dem liegt, was am Ende auf der Rechnung eines Fachbetriebs steht.
Häufige Fragen zu den Kosten einer neuen Heizung
Was kostet eine neue Heizung inkl. Einbau?
Eine neue Heizung inklusive Einbau kostet zwischen 8.000 € (einfache Gastherme) und 70.000 € (Wärmepumpe mit Erdsonde im Altbau). Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus liegen die meisten Angebote zwischen 15.000 € und 35.000 €, abhängig von Heizungsart, Gebäudezustand und Umbauaufwand.
Was kostet eine neue Heizung für ein Einfamilienhaus?
Für ein Einfamilienhaus mit rund 150 m² Wohnfläche und mittlerer Dämmung liegen die Kosten meist zwischen 10.000 € (Gasheizung) und 40.000 € (Wärmepumpe) inklusive Einbau. Nutze den Rechner oben für eine Zahl, die zu deinem Haus passt.
Lohnt sich Wärme-Contracting statt Kaufen?
Beim Wärme-Contracting mietest du die Heizung, ein Anbieter übernimmt Anschaffung, Einbau und Wartung für zehn bis fünfzehn Jahre, du zahlst monatlich. Sinnvoll bei wenig Eigenkapital oder wenn du dich nicht um Wartung kümmern willst. Über die Laufzeit gerechnet meistens teurer als ein Kauf, und du bist vertraglich gebunden.
Welche Heizungen müssen ausgetauscht werden?
Nach § 72 GEG müssen Heizkessel, die vor 1991 eingebaut wurden, sofort raus. Kessel danach müssen nach 30 Betriebsjahren ausgetauscht werden. Niedertemperatur- und Brennwertkessel sind ausgenommen, ebenso selbstnutzende Eigentümer, die ihr Haus vor dem 2. Februar 2002 gekauft haben.
Artikel von Hussnain Mustafa, aktualisiert 15.08.2026. Alle Preisangaben sind Richtwerte und können regional abweichen. Für ein verbindliches Angebot empfiehlt sich ein Vor-Ort-Termin mit einem Fachbetrieb.